Um Lehrkräften eine Orientierungshilfe für den Einsatz von aktuellen Filmen im Unterricht zu bieten, sichtet VISION KINO ganzjährig das aktuelle Kinoprogramm. Monatlich werden bis zu sechs Filme vor Kinostart in den FilmTipps hinsichtlich ihres filmpädagogischen Potenzials empfohlen. Die von Film- und Medienpädagogen erstellten Besprechungen geben fundierte und unabhängige Informationen über Altersempfehlung, Inhalt, Umsetzung, Anknüpfungspunkte und Themen und richten sich an verschiedene Unterrichtsfächer, Klassenstufen und Schularten. Somit liefern die FilmTipps frühzeitig vor dem Kinostart Lehrkräften Ideen für den Einsatz im Unterricht und ermöglichen es ihnen, sich rechtzeitig für einen Schulkinobesuch in einem Kino vor Ort zu entscheiden.

Auch Kinos, Medienzentren, Bildungsinitiativen und anderen Interessierten steht der FILMTIPP im Rahmen ihrer Filmbildungsarbeit zur Verfügung und kann gerne für die Schulkinoarbeit verwendet oder in Kinos ausgehangen werden.

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AKTUELLE FILMTIPPS

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Jo ist sich sicher: Hätte er die seltene Sammelkarte mit dem Torwart des FC Liverpool, würde aus ihm ein toller Typ werden. Auf humorvolle und originelle Weise erzählt der norwegische Kinderfilm The Liverpool Goalie – oder: Wie man die Schulzeit überlebt! von den Nöten und Sorgen eines 13-Jährigen, der lernen muss, sich selbst zu akzeptieren.

Phyllida Lloyd erzählt in ihrem Biopic von dem Werdegang und der Politik der einstigen britischen Premierministerin Margaret Thatcher. Was zunächst versöhnlich und unkritisch wirken kann, erhält durch eine lange Rahmenhandlung eine subversive Note. Der Film eignet sich vor allem für die Fächer Englisch, Politik, Geschichte und Sozialkunde ab der 10. Jahrgangsstufe.

„Kein Anschluss unter dieser Nummer“: Seit Cyril im Kinderheim wohnt, erreicht er seinen Vater einfach nicht mehr. Der Elfjährige versteht nicht und begibt sich auf die Suche nach dem Verschwundenen. Der neue Film der Belgier Jean-Pierre und Luc Dardenne erzählt in der Tradition des sozialen Realismus lebensnah von der Verzweiflung eines verlassenen Kindes, das mit einer neuen Bezugsperson an seiner Seite - der Friseurin Samantha - mit Enttäuschungen umgehen lernen muss.

Im Paris des Jahres 1931 kreuzen sich die Wege eines zwölfjährigen Waisenkindes und eines in Vergessenheit geratenen Filmpioniers. Martin Scorseses Adaption des Romans „Die Entdeckung des Hugo Cabret“ von Brian Selznick ist eine wunderbare Liebeserklärung an die Magie des Kinos, die zugleich auch über die Suche nach dem eigenen Platz im Leben erzählt und sich an ein altersübergreifendes Publikum richtet.

Yehya, seit 1990 in Berlin-Neukölln lebender Sohn palästinensischer Flüchtlinge aus dem Libanon, ist bereits mehrfach straffällig geworden, bevor er mit 17 Jahren nach einem Raubüberfall zu drei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt wird. Der authentisch wirkende Dokumentarfilm begleitet ihn über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren und gewährt Einblicke in das Leben seiner Herkunftsfamilie. Eindrückliches Porträt einer bemerkenswerten Außenseiter-Figur, die nach Anerkennung strebt und eine eigene Position in der Gesellschaft finden möchte.

1968: Der junge Arik aus Haifa erlebt einen unvergesslichen Sommer. Er lernt den ominösen Ehevermittler Yankele kennen, der wie sein Vater ein Holocaustüberlebender ist. Als ihm Yankele einen Ferienjob als Detektiv anbietet, lernt Arik nicht nur viel über die Liebe, sondern vor allem auch über den Holocaust. Ohne dass das Schreckliche retuschiert würde, gelingt es dem Film, dem etwas Magisches entgegenzusetzen: Die Liebe und die Kunst der Literatur.

In einer für den Regisseur Weingartner charakteristischen Filmsprache erzählt das gesellschaftskritische (Psycho-)Drama die Geschichte des erfolgreichen Mathematikers Martin, der im Anschluss an einen Psychiatrieaufenthalt zum Außenseiter wird. Nach dem Verlust seines bisherigen Status’ driftet er obdachlos durch Berlin, bevor er über die Freundschaft zu dem geheimnisvollen ukrainischen Straßenkind Viktor einen eigenen Weg am Rande der Gesellschaft zu finden versucht.

Als der Ton das Kino revolutionierte: The Artist von Michel Hazanavicius erzählt von dem Übergang des Stumm- zum Tonfilms und begibt sich dabei auch stilistisch in jene Epoche, von der er erzählt: In Schwarz-Weiß gedreht und ohne Dialoge ist The Artist eine Reminiszenz an die Werke der Stummfilmära.

Der russische Regisseur Alexander Sokurow hat in seiner eigenwilligen "Faust"-Adaption das Original stark verändert. Angesiedelt in einer spätmittelalterlichen Welt kreist das faszinierende Filmkunstwerk um Mythen, Macht und Sinnfragen. Sukurows fantasievolle Interpretation und die vielschichtige ästhetische Form bieten keinen leichten Filmgenuss, aber spannende Möglichkeiten der filmpädagogischen Auseinandersetzung mit Jugendlichen, die sich sowohl für den Originalstoff als auch für innovative Filmformen interessieren.

Die Zeiten sind vorbei, in denen weibliche Neonazis nur eine Minderheit waren und in der Szene kaum etwas zu sagen hatten. In dem gut recherchierten Debütspielfilm von David Wnendt wird die 20-jährige Marisa selbst zur Täterin. In ihrem Hass auf Ausländer nimmt sie den Tod von zwei Asylbewerbern in Kauf. Als der eine von ihnen dringend ihrer Hilfe bedarf, gerät ihr Weltbild ins Wanken. Ein provozierender Film zum Thema Rechtsextremismus in unserer Gesellschaft.

Die 10jährige Anne ist zum ersten Mal verliebt und verliert sich in Tagträumen. Philipp, der neue Junge in der Klasse hat es ihr angetan. Doch auch Ellen, die Klassenschönheit, ist an Philipp interessiert. Mit Hilfe ihrer Freundin Beate versucht Anne Philipp durch eine Intrige für sich zu gewinnen. Als Ellen ihr auf die Schliche kommt und Philipp nun mit ihr geht, gerät Anne immer mehr in den Strudel ihrer Gefühle und rächt sich an Ellen auf heftige Weise.

Ein europäisches Filmteam dreht in Bolivien einen Spielfilm über Christoph Kolumbus und seine Zeit, die den Eroberer entmystifizieren und die grausame Wirklichkeit der Invasion der neuen Welt zeigen soll. Die aktuelle ausbeuterische Situation im Land wird dabei allerdings weitgehend ignoriert. Als der indigene Hauptdarsteller des Films wegen seiner Beteiligung an Unruhen verhaftet wird, muss sich das europäische Filmteam jedoch positionieren.

Marcus H. Rosenmüller beschwört in Sommer der Gaukler die Kraft des Theaters am Vorabend der französischen Revolution – und zwar als turbulente Historienposse und am Beispiel der Figur des Emanuel Schikaneder.

Politthriller und Psychodrama zugleich: George Clooney klagt in seinem Film The Ides of March – Tage des Verrats die politische Klasse an, die im US-Wahlkampf ihre Ideale aus den Augen verlieren. Im Mittelpunkt steht dabei ein junger Wahlkampfmanager, der sich zwischen Karriere und Gewissen entscheiden muss.