"Der Kick"
Theater-Dokumentarfilm, Deutschland 2006, Regie: Andres Veiel, 82 Minuten,
empfohlen ab 16 Jahre, Verleih: Piffl
Inhalt
In einer Sommernacht des Jahres 2002 quälen zwei Brüder und ihr Freund einen Gleichaltrigen, töten ihn schließlich auf brutale Art und vergraben die Leiche in einer Jauchegrube. Obwohl es Zeugen für die Misshandlungen gab, wurde der Mord vier Monate lang nicht entdeckt. Da einer der Täter rechtsextreme Ansichten vertritt, wurde die Tat bald in die rechte Ecke gestellt. Andres Veiel genügte dieses Erklärungsmuster nicht, er recherchierte gemeinsam mit der Dramaturgin Gesine Schmidt die Hintergründe, sprach mit den Tätern, ihren Angehörigen und denen des Opfers, mit Bekannten und Freunden der Jugendlichen. Aus dem Material sowie Vernehmungsprotokollen entwickelte er ein Theaterstück, auf dem der Film basiert. Die beiden Schauspieler Markus Lerch und Susanne-Marie Wrage schlüpfen in knapp zwanzig Rollen, um die von der Tat betroffenen Menschen sichtbar zu machen. Der Film kommt ohne Illustrationen aus, ohne Kostüme und Effekte. In einer beinahe leeren Halle konzentriert sich das Bild auf Gestik und Mimik, Körperhaltung und Aussagen. Vor dem geistigen Auge des Zuschauers entsteht dabei das Bild einer Gemeinschaft voller Ratlosigkeit und Verdrängung. Der Film enthält eine klare Botschaft: Entsetzen über eine solch grausame Tat reicht nicht aus. Es gilt, hinzuhören und hinzuschauen, sich Gedanken zu machen und zu handeln.
Themen
Gewalt, Rechtsradikalismus, Familie, Gesellschaft, Medien, Theater, Rechtsprechung
Deutsch, Geschichte, Ethik, Religion, Sozialkunde, Politik
Schulunterricht
ab 11. Klasse
Informationen und Materialien
Filmheft (Kinderkinobüro des JugendKulturService & VISION KINO): Download über rechte Spalte

