Filmtipp: "Niceland" von Fridrik Thór Fridriksson

Filmtipp Niceland Plakat
Buch

Huldar Breidfjord

Darsteller/innen

Martin Compston (Jed), Gary Lewis (Max), Gudrun Maria Bjarnadóttir (Chloe), Kerry Fox (Mary), Peter Capaldi (John)

Land / Jahr

Island, Großbritannien, Deutschland, Dänemark 2004

Länge

87 min

Format

35mm, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Sprachfassung

deutsche Synchronfassung / Originalfassung mit englischen Untertiteln

Kinostart

7.12.2006

Verleih

Alpha Medienkontor

Festivals

EDDA für das beste Drehbuch; Internationales Filmfestival Karlovy Vary 2004; Nordische Filmtage Lübeck 2004

Genre
Drama

Inhalt
Jed und Chloe sind etwa zwanzig Jahre alt, geistig behindert und sehr ineinander verliebt. Als eines Tages Chloes Katze, die ihr das Wichtigste auf der Welt ist, auf tragische Weise ums Leben kommt, verliert die junge Frau ihren Lebensmut und verfällt in Apathie. Jed sucht verzweifelt nach etwas, das Chloe aufmuntert und ihrem Leben wieder Bedeutung gibt, damit sie endlich heiraten können. In der Hoffnung, der alte Schrotthändler Max kenne den wahren Sinn des Lebens, zieht Jed bei ihm ein und freundet sich nach und nach mit dem exzentrischen Einzelgänger an. Doch Max ist ablehnend und hilft ihm zunächst auch nicht weiter, hat er doch selbst mit einem schweren Schicksalsschlag zu kämpfen. Aber Jed gibt nicht auf, und in langwierigen, harten Auseinandersetzungen gelingt es beiden Männern, Antworten auf die wichtigen Fragen ihres Lebens zu finden. Genügt das, um Chloe zu retten und eine gemeinsame Zukunft aufzubauen?

Umsetzung
In ruhigen, fast statischen Bildern, überwiegend in kalten Farben und hart ausgeleuchtet, entwickelt sich eine Geschichte, die mit einer Leichtigkeit daher kommt, die verblüfft und fasziniert. Unwirtliche und bizarre Schauplätze, ausdrucksstarke Protagonisten, allen voran der junge Jed und der alte Max, sparsam eingesetzte melancholische Songs der Gruppe Mugison; alle diese gestalterischen Mittel erzeugen eine geradezu magische Wirkung, der man sich nur schwer entziehen kann.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Die einfachen Wahrheiten, die der geistig behinderte Jed in den Gesprächen mit seinem Vater und mit Max findet, bieten genügend Anlässe, um über die Sinnhaftigkeit menschlichen Lebens nachzudenken und Entwürfe zu entwickeln, die auf das eigene Leben übertragbar sind. Aber auch die Verarbeitung von vermeintlicher Schuld oder die vordergründige Konfliktlösung durch Suizid sind Themen, die der Film anbietet. "Niceland" eignet sich aber auch hervorragend zur Beobachtung und Analyse filmischer Gestaltungsmittel, vor allem des kunstvollen Einsatzes der kamera- und lichttechnischen Möglichkeiten. Steht die englischsprachige Originalfassung zur Verfügung, dürfte wegen der leicht zu verstehenden Dialoge auch ein Einsatz im Englischunterricht in Frage kommen.

Themen
Freundschaft, Behinderung, Sinn des Lebens, Außenseiter, Filmgestaltung

Schulunterricht
9.-13. Klasse

Kinder- und Jugendbildung
14-18 Jahre

Unterrichtsfächer
Religion/Ethik, Deutsch, Englisch

Informationen des Verleihs
Website des deutschen Verleihs: www.alpha-medienkontor.de
Infos zum Film bei der deutschen Ko-Produktionsfirma: www.tradewind-pictures.de

Veranstaltungen
Kinofinder: www.kino.de

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Klaus Dieter Schneider, letzte Aktualisierung: 21.11.2006