Filmtipp: "Das Fräulein" von Andrea Štaka
![]() |
Buch
Andrea Štaka Darsteller/innen
Mirjana Karanovic, Marija Štaka, Ljubica Jovic, Andrea Zogg, Zdenko Jelèic u. a. Land / Jahr Deutschland, Schweiz 2006 Länge 81 min Format 35mm, Farbe FSK ab 6 Jahre (beantragt) Sprachfassung Originalfassung (Deutsch / Bosnisch / Kroatisch / Serbisch) mit deutschen Untertiteln Kinostart 25.1.2007 Verleih RealFictionFilme Festivals Filmfestival Locarno 2006: Goldener Leopard; Filmfestival Sarajevo: Bester Film, Beste Schauspielerin (Marija Škaricic) |
Genre
Gesellschaftsdrama, Milieustudie
Inhalt
Die Serbin Ruža hat sich 25 Jahre nach ihrer Flucht aus dem damaligen Jugoslawien in der Schweiz eine neue Existenz als Kantinenbesitzerin aufgebaut. Dort arbeitet auch Mila, eine glücklich verheiratete Hausfrau, die vor Jahrzehnten aus dem heutigen Kroatien in die Schweiz kam und vom Leben im eigenen Häuschen in der alten Heimat träumt. Zu den beiden Frauen stößt Ana, die gerade in Zürich angekommen ist. Die Bosnierin hat ihren Bruder im Krieg verloren und irrt nun wurzellos, aber fröhlich durch Zürich. Von Anas unkomplizierter Hilfsbereitschaft beeindruckt stellt Ruža die junge Frau in ihrer Kantine ein. Zwischen den beiden eigensinnigen Frauen entwickelt sich langsam eine Freundschaft. Doch Ana trägt eine traurige Gewissheit mit sich – sie hat Leukämie.
Umsetzung
Als Tochter bosnisch-kroatischer Eltern in der Schweiz aufgewachsen, arbeitet die Regisseurin souverän mit den Schauspielerinnen unterschiedlicher Nationalität und stellt mit dem Porträt dreier Frauen aus Ex-Jugoslawien auch aktuelle politische Bezüge her. Die filmischen Mittel unterstützen den präzisen Blick auf die drei Hauptfiguren, zum Beispiel gibt es überdurchschnittlich viele Groß- und Detailaufnahmen. Auch in den Bildkomposi¬tionen dominiert die Wechselwirkung von Vordergrund und Hintergrund, was ebenfalls den Blick auf Details und die Beziehungen zwischen den Menschen lenkt. Die Verwendung mehrerer Sprachen verdeutlicht die unterschiedliche Herkunft der Haupt- und Nebenfiguren und verleiht dem Film Authentizität.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Mit dem Thema Migration ermöglicht der Film – auf Basis der speziellen politischen Geschichte Ex-Jugoslawiens – durch die "Innenansicht" auf die drei Protagonistinnen eine differenzierte Auseinandersetzung: Neben seiner Sicht auf gesellschaftspolitische Aspekte eröffnet der Film einen empathischen Zugang zum Dasein als Migrant/in, zeigt die Beweggründe auf, warum Menschen in ein anderes Land gehen, und kann so ein tieferes Verständnis für 'Fremde' vermitteln. Für die Bereiche Sprache und Ethik sind besonders die Beschäftigung mit Rollenbildern sowie die Beziehung der Frauen miteinander von Interesse.
Themen
Identität, Frauen, Freundschaft, Generation, Krankheit, Kriegsfolgen, Migration
Schulunterricht
ab 9. Klasse
Kinder- und Jugendbildung
14-18 Jahre
Unterrichtsfächer
Deutsch, Geschichte, Sozialkunde, Religion/Ethik, Politik
Informationen des Verleihs
Website zum Film:www.dasfraulein.ch
Website des deutschen Verleihs:www.realfictionfilme.de
Veranstaltungen
Kinofinder: www.kino.de
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
letzte Aktualisierung: 22.12.2006


