Filmtipp: "Das doppelte Lottchen" von Michael Schaack und Toby Genkel
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Buch
Rolf Dieckmann – nach einem Roman von Erich Kästner Land / Jahr Deutschland 2007 Länge 82 min Format Zeichentrick, Farbe FSK ohne Altersbeschränkung Sprachfassung deutsche Fassung Kinostart 10.05.2007 Verleih Warner Festivals Prädikat "besonders wertvoll" |
Genre
Zeichentrick, Literaturverfilmung
Inhalt
Sommeridyll im Schullandheim: Die achtjährigen Mädchen Lotte und Louise lernen sich kennen. Erstaunen macht sich breit, denn die beiden Mädchen sind einander wie aus dem Gesicht geschnitten. Die anfängliche Doppelgängerscheu wird schnell überwunden und die beiden sind unzertrennlich. Schnell finden sie heraus, dass sie Zwillinge sind, die von ihren Eltern nach ihrer Trennung auseinander gerissen worden sind. Nach den Ferien tauschen die Mädchen die Rollen und so lernt Lotte ihren Vater in Wien kennen und Louise ihre Mutter in München. Der Plan der Mädchen, die Eltern wieder zu vereinen, wird durch das Fräulein Gerlach durchkreuzt. Sie beabsichtigt, den Vater der Kinder zu heiraten. Doch durch Lotte und Louise geraten auch diese Pläne durcheinander.
Umsetzung
Die erste Zeichentrickverfilmung des Kinderbuchklassikers von Erich Kästner setzt ganz auf den Retro-Look der Buchcover. Die berühmten Illustrationen von Walter Trier, Markenzeichen der Kästner-Bücher, bildeten den Ausgangspunkt für die Arbeit von über hundert Trickfilmzeichnern. Durch ihren minimalistischen Stil erinnern die Bilder an japanische Trickfilmserien wie Heidi, aber auch an die belgischen Comics der "Ligne Claire". Bei der Erzählung handelt es sich nicht um eine moderne Adaption des Stoffes, sondern der Film spielt wie der Roman in den 1950er Jahren. Die Erzählerstimme, die im Film sparsam eingesetzt wird, zieht – neben der visuellen Umsetzung – noch eine weitere Verbindungslinie zur literarischen Vorlage. Bei allem Zeitkolorit ist der Stoff aktuell geblieben und wird auf heitere Weise erzählt.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Die Trennungsgeschichte, die der Film erzählt, stellt den zentralen thematischen Anknüpfungspunkt für die pädagogische Arbeit dar. Darüber hinaus lassen sich Geschlechterrollen und Familienbilder im Kontext des Films hinterfragen. Die Charakterisierungen der Figuren Lotte und Louise anhand ihrer unterschiedlichen Sozialisationskontexte sind zudem interessant. In formaler Hinsicht sollte die Arbeit der Trickzeichner zu den Originalzeichnungen von Walter Trier in Beziehung gesetzt werden. Auch ein Vergleich mit Ausschnitten aus anderen Verfilmungen des Stoffes, etwa dem Schwarzweißfilm von Josef von Báky (1952) oder der Vilsmaier-Verfilmung "Charlie & Louise" (1994), bietet sich an.
Themen
Freundschaft, Familie, Geschlechterrollen, Literaturverfilmung
Schulunterricht
1.-3. Klasse
Kinder- und Jugendbildung
4-8 Jahre
Unterrichtsfächer
Deutsch, Ethik, Religion, Kunst
Informationen und Materialien
Filmheft - Begleitmaterialien für den Unterricht (Landesmedienzentrum Rheinland-Pfalz / VISION KINO): http://schulkinowoche.bildung-rp.de/arbeitsmaterialien.html
Malvorlagen und Spielvorschläge unter www.lottchen-derfilm.de
Veranstaltungen
Kinofinder: www.kino.de
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autorin: Stefanie Schlüter, letzte Aktualisierung: 26.04.2007


