Filmtipp: "Der große Ausverkauf" von Florian Opitz
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Buch
Florian Opitz Land / Jahr Deutschland 2006 Länge 94 min Format 35mm, Farbe FSK ab 6 Jahre Sprachfassung Englisch u. spanisch mit deutschen Untertiteln Kinostart 17.05.2007 Verleih Majestic Filmverleih GmbH |
Genre
Dokumentarfilm
Inhalt
Was haben moderne Kriegsführung und Wirtschaftspolitik gemein? Beide basieren auf dem Prinzip der Entmenschlichung ihrer Prozesse. Mit dieser Einsicht eines Ökonomen beginnt der Dokumentarfilm über die zunehmende Privatisierung ehemals staatlicher Institutionen. Der Film sucht die Orte der Privatisierung weltweit auf und führt Beispiele dafür an: In Südafrika ist es die Stromversorgung, in England die Bahn, das Gesundheitssystem auf den Philippinen, die Wassersorgung in Bolivien. Der Film lässt die Menschen zu Wort kommen, die nicht von diesen Entwicklungen profitieren. Ihnen werden die Vertreter der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds und der Weltgesundheitsorganisation gegenübergestellt, die für die globalen Privatisierungstendenzen mitverantwortlich sind.
Umsetzung
Der Film "Der große Ausverkauf" zeigt Individuen in ihren alltäglichen Situationen und lässt die von Privatisierung Betroffenen die Situation beschreiben. Von der sozialen Mikrostruktur, die zusätzlich durch die im Bild eingeblendeten Vornamen der Menschen unterstrichen wird, schließt der Film auf die globale Makrostruktur und zeigt, wie Privatisierungsprozesse weltweit Ausschluss produzieren. Mit der Nähe der Kamera zu den Figuren und ihrem Leben steuert der Film gegen die Entmenschlichung dieser Prozesse an. Es bietet sich daher an, den Dokumentarfilm in seiner Struktur zu erörtern. Dazu gehören die Montage von konträren Positionen, das Einfügen von Werbeclips und Ausschnitten aus Fernsehsendungen sowie die informierenden Schriftinserts. Anhand der Struktur kann die Frage herausgearbeitet werden, ob und wie der Film Stellung zum Thema bezieht.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Was den Film für den Einsatz im pädagogischen Bereich besonders auszeichnet, ist die induktive Herangehensweise an das Thema: Es wird vom Einzelnen, vom Individuum, auf das Ganze, die globalisierte Welt, geschlossen. Auf diesem Wege erscheinen Wirtschaftsthemen weniger abstrakt und lassen sich auch für Schüler der Sekundarstufe I exemplarisch nachvollziehen. Der Abstraktionsschritt auf die Makroebene wird im Film durch die Montage der einzelnen Beispiele von Privatisierungsmaßnahmen und ihren Folgen erreicht. Wie ein Puzzle setzen sich die Teile zusammen und bestätigen die Annahme, dass auf globaler Ebene staatliche Institutionen in ihren Funktionen zunehmend von privaten Unternehmen abgelöst werden. Da wegen des anstehenden G8-Gipfels in Heiligendamm in der Öffentlichkeit mit globalisierungskritischen Diskursen zu rechnen sein wird, lohnt der Einsatz des Films im Unterricht nicht zuletzt wegen seiner Aktualität.
Themen
Arbeit, Armut, Energie, Globalisierung, Macht, Medien, Medizin, Sozialstaat, Widerstand, Wirtschaft
Schulunterricht
ab 9. Klasse
Kinder- und Jugendbildung
14-18 Jahre
Unterrichtsfächer
Geografie, Politik, Wirtschaft, Ethik
Informationen und Materialien
Website zum Film: www.dergrosseausverkauf.de
Kino & Curriculum (Institut für Kino und Filmkultur): www.film-kultur.de
Website des Verleihs: www.majestic.de
Veranstaltungen
Kinofinder: www.kino.de
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autorin: Stefanie Schlüter, letzte Aktualisierung: 07.03.2007


