Filmtipp
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Adèle und das Geheimnis des Pharaos
Bis aufs Blut - Brüder auf Bewährung
12 Monate Deutschland
Ponyo - Das große Abenteuer am Meer
Gregs Tagebuch - Von Idioten umzingelt!
Bal - Honig
Jane's Journey
Mary & Max
Der kleine Nick
Babys
Summer Wars
Me too
Renn, wenn Du kannst
The Doors: When you're strange
Gentlemen Broncos
Vertraute Fremde
Der fantastische Mr. Fox
Die Eleganz der Madame Michel
David wants to fly
Ayla
Friedensschlag - Das Jahr der Entscheidung
Neukölln Unlimited
Lourdes
Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen
Precious - Das Leben ist kostbar
Ajami
Parkour
Die Fremde
Alice im Wunderland
Unsere Ozeane
Plastic Planet
An Education
Welcome
Same Same But Different
Jagdzeit - Den Walfängern auf der Spur
Friendship!
13 Semester
Bright Star - Meine Liebe. Ewig.
Albert Schweitzer - Ein Leben für Afrika
Das Orangenmädchen
Stille Hochzeit - Zum Teufel mit Stalin
Die Anwälte - Eine deutsche Geschichte
Weltstadt
Niko - Ein Rentier hebt ab
Das große Rennen
Kuddelmuddel bei Pettersson & Findus
Hangtime - Kein leichtes Spiel
Das weiße Band
Lippels Traum
Menachem und Fred
Wüstenblume
Oben
Sturm
BERLIN '36
Wickie und die starken Männer
Taking Woodstock
LOL (Laughing Out Loud)®
Summertime Blues
Ein Augenblick Freiheit
Coraline
Mitte Ende August
Mullewapp - Das große Kinoabenteuer der Freunde
Kleine Tricks
Tote schlafen fest
Auf der Suche nach dem Gedächtnis
32A - It's A Girl Thing
Die Stimme des Adlers
Simons Geheimnis
Die wundersame Welt der Waschkraft
Die Bienenhüterin
Cadillac Records
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Der Vorleser
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Menschen, Träume, Taten
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Effi Briest
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Buddenbrooks
Der Weg nach Mekka - Die Reise des Muhammad Asad
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Der Brief für den König
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Love, Peace & Beatbox
Der Sohn von Rambow
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Karo und der liebe Gott
10 Fragen an den Dalai Lama
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Abgedreht
Schmetterling und Taucherglocke
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Trip to Asia
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Der Fuchs und das Mädchen
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4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage
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Die drei Räuber
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Still Life
Auf der anderen Seite
Hamburger Lektionen
Paulas Geheimnis
Max Minsky und ich
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Am Ende kommen Touristen
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Als der Wind den Sand berührte
Die Töchter des chinesischen Gärtners
The Namesake
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Der Traum
Der große Ausverkauf
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Full Metal Village
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Die Fälscher
Hände weg von Mississippi
Close to Home
Strajk – Die Heldin von Danzig
Fast Food Nation
Die Farbe der Milch
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Das Fräulein
Flags of Our Fathers
Unser täglich Brot
Die Queen
Last Days
The Wind That Shakes the Barley
Der weiße Planet
Vitus
Niceland
Mondscheinkinder
Der die Tollkirsche ausgräbt
Jagdfieber
Stille Sehnsucht – Warchild
Ein Freund von mir
Eine unbequeme Wahrheit
Wholetrain
Lapislazuli
Kiriku und die wilden Tiere
World Trade Center
TKKG
Oh, wie schön ist Panama
Das Parfum
Cars
Between the Lines
Hundert Jahre Brecht
The Giant Buddhas
Dr. Seltsam
Hui Buh
Taxi Driver
Esmas Geheimnis – Grbavica
Lucy
Offside
37 uses for a dead sheep
Das Schloss im Himmel
Wahrheit oder Pflicht
Tierisch Wild
Coco – der neugierige Affe
Private
Moolaadé
Schläfer
We Feed the World
Die Jahreszeit des Glücks
Das Leben der Anderen
Aus der Ferne
Zur falschen Zeit am falschen Ort
Die Wolke
Knallhart
Der Rote Kakadu
Filmangebot der SchulKinoWochen
 

Hamburger Lektionen

Filmplakat Hamburger Lektionen, Farbfilm Verleih
Regie

Romuald Karmakar

Buch

Romuald Karmakar

Darsteller/innen

Manfred Zapatka (Vortragender)

Land / Jahr

Deutschland 2006

Länge

133 min

Format

133 Min., Digital (HDV), 16:9 Anamorphotic, Farbe

FSK

ab 16 Jahre

Sprachfassung

Deutsch

Kinostart

20.09.2007

Verleih

Farbfilm Verleih

Genre
Dokumentarfilm, Filmische Lesung

Inhalt
Manfred Zapatka rezitiert zwei ins Deutsche übersetzte Predigten, die der orthodox-salafistische Imam Mohammed Fazazi zum Ende des Ramadan im Januar 2000 in der Hamburger Al-Quds-Moschee gehalten hat. Darin geht es um Glaubens- und Verhaltensfragen, die den einzelnen betreffen ebenso wie um das unversöhnliche Verhältnis Gläubiger (Muslime) zu den „Ungläubigen“ inkl. der Legitimität von Gewalt gegen letztere. Wie nach dem 11. September 2001 bekannt wurde, waren drei der vier Selbstmordpiloten regelmäßige Besucher der Hamburger Moschee und standen in engem Kontakt zu Fazazi, der inzwischen im Zusammenhang mit terroristischen Anschlägen zu einer langjährigen Haftstrafe in Marokko verurteilt worden ist.

Umsetzung
Im Unterschied zu üblichen szenischen Rekonstruktionen handelt es sich um eine modellhaft arrangierte Inszenierung. Durch ihren stark reduzierten Duktus in einem nahezu neutralen Dekor lenkt diese Art von Minimalismus die Aufmerksamkeit auf den Inhalt des Textes; er wird den Zuschauer/innen ohne das Bild des eifernden Hasspredigers und ohne alle sonstigen schauspielerischen „Zutaten“ vom Vortragenden in einer ebenso ungewöhnlichen wie ungewohnten filmischen Form konzentriert näher gebracht. „Der Text hat eine innere Autorität und somit ist es auch sehr schwer, diese Autorität glaubhaft zu inszenieren.“ (Romuald Karmakar im Gespräch, siehe filmtipp plus-Begleitmaterial)

Hintergründe und Impulse des Regisseurs
(Auszüge aus dem Gespräch mit Romuald Karmakar im filtmipp plus-Begleitmaterial)
Die aufwändige Übersetzung des Predigttextes ist für den Regisseur die Basis des Verständnisses: „Wenn wir nicht die Anstrengung leisten, genau zu verstehen, was gesagt wird, können wir auch nicht über das Thema reden.“ Viel mehr als jede Fernseh-Talkrunde mit „irgendeinem Vertreter des Islam, der uns den Islam erklärt“, vermittelt der Film exemplarisch etwas von der Bedrohung und bietet konkrete Möglichkeiten zur Auseinandersetzung: „Es sind ja weniger die Leute, die bei Schäuble am Tisch sitzen, die uns Angst machen, sondern es sind bestimmte radikale und gewaltbereite Menschen, mit denen man sich auseinandersetzen muss.“ Wahrnehm- und begreifbar wird etwas aus dem Binnenraum einer Moschee, was der Öffentlichkeit hierzulande gemeinhin vorenthalten bleibt (Stichwort: „Parallelgesellschaften“).
Für Karmakar bietet der Film auch an, „sich unabhängig vom Islam mit rhetorischen Strukturen eines Denkers auseinander zu setzen.“ Deshalb empfiehlt es sich, „gar nicht mal so sehr Islamwissenschaftler (einzuladen), sondern Fachleute, die versuchen, über radikales Denken, über die Binnenlogik von radikalem Denken Anknüpfungspunkte zu bekommen.“ Auf diese Weise können die „Lektionen“ Zugänge erschließen zur individuellen Auseinandersetzung mit jedweden radikal-fundamentalistischen, zu Terror und Gewalt führenden totalitären Denk- und Politikbewegungen in der Moderne. „Man muss, wenn man den Film verstehen will, auch einen Blick in die eigene Geschichte werfen. Welche radikalen Bewegungen gibt es in der eigenen Geschichte? Gibt es da Dinge, die man vergleichen kann, Dinge, die ähnlich strukturiert sind?“. Mit der Vergegenwärtigung der „Posener Rede“ Heinrich Himmlers aus dem Jahre 1943 hatte Karmakar bereits in „Das Himmler-Projekt“ (2000) eine derartige Introspektion radikalen Denkens unternommen.

Themen
Fundamentalistische Weltbilder, Totalitäres Denken, Religion/Religiosität, Islam/Islamismus, Werte und Normen, Terrorismus, Gewalt, Rhetorik
Erscheinungsformen und Denkmuster fundamentalistischer Religiosität in anderen Religionen und Traditionen – Totalitäre Strukturen in Staat, Gesellschaft und politischen Bewegungen (z.B. NS, Stasi, RAF)

Altersstufen, Schulformen
ab 15 Jahren – ab 10. Jahrgangsstufe, gymnasiale Oberstufe

Unterrichtsfächer
Religion/Ethik/Lebensgestaltung, Philosophie, Geschichte, Sozialkunde, Deutsch, Kunst

Filmbildung im Kino
Mit Karmakars Art von „filmischer Lesung“ eines „Textes“ sind selbst filminteressierte und fürs Thema besonders motivierte ältere Schüler/innen in aller Regel nicht hinreichend vertraut. Daher ist eine Einführung im Kino bzw. eine Heranführung an den Inszenierungsstil für Wahrnehmung und Verständnis dieses Films besonders wesentlich und produktiv: Eine Voraussetzung dafür, dass Schüler/innen bei dem zunächst fremdartig erscheinendem Inhalt über das ungewohnte Arrangement und die experimentelle Form nach und nach in den Film „hineinfinden“ können – am wirksamsten bei konzentrierter Rezeption im Kino.

Begleitmaterial
Das vom Bundesverband kommunale Filmarbeit e.V. (BkF) erstellte Begleitmaterial zur Arbeit mit dem Film im Kino enthält ausführliche Beiträge von Ernst Schreckenberg zu Thema und stilistischem Konzept der „Hamburger Lektionen“ sowie ein Gespräch von Gisela Gerst mit dem Regisseur.

Pressematerial und Verleihinformationen
Weitere Informationen und Pressematerial finden Sie auf der Website des Verleihs oder unter www.www.hamburger-lektionen.de
Der Film kann ab Kinostart (20.09.) für Schulkinovorstellungen über den Vertrieb barnsteiner-film (Tel.: 030 – 29 77 29 29) gebucht werden.

Weiterführende Filmbildung in der Schule
Wichtig für die weiterführende fächerübergreifende Arbeit mit Schüler/innen ab der 10. Jahrgangsstufe ist, dass sie eine individuelle, ihrer Erfahrung zugängliche Annäherung an das im Film angesprochene Hauptthema finden: die Bedeutung fundamentalistischer Ideen und damit verbundener Absolutheitsansprüche für die Geltung von individuellen Anschauungen, kollektiven Werten und Normen. Hierzu lassen sich zahlreiche Anknüpfungspunkte und unterschiedliche Kontexte denken, sowohl in der eigenen Geschichte als auch in globalen Zusammenhängen der Gegenwart, für die das Datum 11. September 2001 eine Chiffre ist.
In diversen Arbeitsfeldern des Religions-, Ethik-, Philosophie- und Sozialkundeunterrichts der Oberstufe kann man sich dem Film mehr themenbezogen auf dem Wege einer Auseinandersetzung mit dem Koran, den Grundlagen sowie verschiedenen Strömungen und Varianten des Islam bzw. des Islamismus zu nähern versuchen. Eine wiederkehrende Leitfrage dabei lautet: Was bedeutet unter den Bedingungen von Moderne der vom Prediger im Film erhobene Anspruch, sich ausnahmslos in alle Bereiche des Lebens einzumischen, Antworten auf jede Frage und für alles ein besonderes Programm zu haben – für die Geltung von Recht und Gesetz, für den einzelnen wie für das Verhältnis von Staat, Gesellschaft und Religion zu diesem einzelnen etc.?
Stärker filmimmanente Zugänge bieten sich beispielsweise im Fach Kunst über eine vertiefende Analyse der unkonventionellen Form und deren Wirkungsweise; im Deutschunterricht über eine rhetorische Analyse der „Lektionen“, die theologische Grundsätze, logische Argumente, religiöse Wertungen und moralische Unterweisungen immer wieder subtil miteinander verweben.
In derart konzentrierter Form wie die „Hamburger Lektionen“ eröffnen weder Schrifttexte noch andere audiovisuelle Medien zum Thema Schüler/innen Möglichkeiten, sich über die unmissverständlichen Worte und scholastischen Auslegungen eines Predigers in die totalitäre Logik einer fundamentalistisch-religiösen Weltanschauung „hineinzudenken“. Die Inszenierung vermittelt ihnen die rhetorischen Figuren und dogmatischen Volten des kühl argumentierenden Imam differenziert und gut nachvollziehbar.
Inhaltlich ruft die ausgesprochen unversöhnliche, integrationsfeindliche Argumentation bei vielen Schüler/innen auch Irritation und Widerspruch hervor. Dadurch erzeugt der Film Aufmerksamkeit und liefert Ankerpunkte für eine hochaktuelle Auseinandersetzung mit religiös-ideologischen Rechtfertigungen des militant-gewaltbereiten Islam – ohne sich darin zu erschöpfen und den Film als ganzen darauf zu verengen.

Organisatorische Hinweise
Bei Interesse an einer Schulkinoveranstaltung können sich Schulen gern an ein Kommunales Kino oder ein Kino vor Ort wenden. Dort wird man Sie gern beraten. Kinofinder online:www.kinofenster.de
oder www.kino.de

Autor: Reinhard Middel, letzte Aktualisierung: 27.08.2007