Madonnen
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Regie
Maria Speth Buch
Maria Speth Darsteller/innen
Sandra Hüller, Olivier Gourmet, Susanne Lothar, Luisa Sappelt, Gerti Drassel, Coleman Orlando Swinton Land / Jahr Deutschland, Schweiz, Belgien 2007 Länge 125 min Format 35mm FSK keine Angabe Sprachfassung Deutsch, mit französischen und englischen Teilen Kinostart 06.12.2007 Verleih Peripher Filmverleih Festivals Internationales Forum des Jungen Films, Berlinale 2007; Hessischer Filmpreis; Internationales Filmfestival Mar del Plata, Argentinien: Sandra Hüller, beste Darstellerin |
Genre
Drama
Inhalt
Rita ist eine umherschweifende Frau und sie ist Mutter von fünf Kindern. Die Kinder, wie zum Zeichen ihrer Bindungslosigkeit, hat Rita von verschiedenen Männern. Zu Beginn des Films sucht Rita ihren leiblichen Vater, doch das eigentliche Thema von "Madonnen" ist das Verhältnis zur Mutter. Wegen zahlreicher kleinkrimineller Delikte kommt Rita ins Frauengefängnis und lässt vier ihrer Kinder bei Isabella, ihrer Mutter. Von Isabella behauptet Rita, dass sie ihr nie eine Mutter gewesen sei. Und es überrascht nicht, dass auch die vier Enkelkinder schnell eine Überforderung für Isabella darstellen. Nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis nimmt Rita die Kinder zu sich. Mit ihrem neuen Freund Mark, einem amerikanischen Soldaten, der in Deutschland stationiert ist, mietet sie sich in eine Wohnung ein. Ritas Auffassung von Familienleben gleicht einem Camping in vier Wänden – provisorisch, instabil, von kurzer Dauer.
Umsetzung
Der Titel "Madonnen" lenkt die Spur unvermittelt auf das Kernthema des Films. Das Bild der Jungfrau mit dem Kinde evoziert in einer christlich geprägten Kultur die Vorstellung der unbefleckten Empfängnis und daher die Abwesenheit eines so genannten leiblichen Vaters. Auch verbindet sich mit der "Mutter Gottes" das Bild einer "Übermutter". Zu diesem kulturell tradierten Bild stehen die Mütter im Film in einem deutlichen Spannungsverhältnis. Sie verweigern sich ihrer Rolle und unterwandern sämtliche Moralcodes, die Müttern gemeinhin zugeschrieben werden. Der Film bleibt nah an seinen Figuren und zeichnet ein realistisches Bild von ihnen, ohne wertend Stellung zu nehmen. Der Realismus des Films stellt keine allgemeine Behauptung über den Zustand der Gesellschaft auf. Eher zeigt er eine individuelle Situation, anhand derer er seine Fragen provoziert, ohne dass er die Antwort bereits kennt.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Die Fragen nach kulturell bestimmten Rollenbildern von Frauen und Müttern sollten im Verbund mit der realistischen Inszenierungsweise des Films untersucht werden. Dabei lassen sich Bezüge zu den Filmen der beiden belgischen Regisseure Jean-Pierre und Luc Dardenne herstellen, die "Madonnen" koproduziert haben und deren Stammschauspieler Olivier Gourmet die Rolle von Ritas Vater spielt. Filme wie "Rosetta", "L’enfant" und "Le fils" eignen sich zum Vergleich. Die Dardennes sind wie Maria Speths Film dem Realismus verpflichtet und zeigen Mütter, Väter, Kinder und Jugendliche an den Rändern der Gesellschaft. Was die spezifische Auseinandersetzung mit der Frage nach Frauen- und Mutterrollen betrifft, lassen sich die Filme der französischen Regisseurin Agnès Varda zum Vergleich heranziehen: "Le Bonheur", "L’Une chante l’autre pas" und "Sans toit ni loi". Auch die widersprüchliche, unberechenbare Rolle der Rita sowie die schauspielerische Leistung von Sandra Hüller, ließen sich gewinnbringend untersuchen.
Themen
Frauen, Generationen, Rollenbilder, Geschlechterrollen, Erziehung, Kinder, Werte, Außenseiter, Individuum, Strafvollzug, Kriminalität
Schulunterricht
ab 11. Klasse
Kinder- und Jugendbildung
ab 16 Jahren
Unterrichtsfächer
Deutsch, Pädagogik, Philosophie
Informationen und Materialien
Website des Verleihs:www.peripherfilm.de/madonnen
Veranstaltungen
Kinofinder: www.kino.de
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autorin: Stefanie Schlüter, letzte Aktualisierung: 21.10.2007


