I'm not there
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Regie
Todd Haynes Buch
Todd Haynes & Oren Moverman Darsteller/innen
Christian Bale, Cate Blanchett, Marcus Carl Franklin, Richard Gere, Heath Ledger, Ben Whishaw, Julianne Moore, Charlotte Gainsburg, Michelle Williams, Kim Gordon u.a. Land / Jahr USA 2007 Länge 135 min Format 35mm Sprachfassung deutsche Synchronfassung, Originalfassung mit Untertiteln Kinostart 28.02.2008 Verleih Tobis Film Festivals 64. Filmfestspiele von Venedig: Spezialpreis der Jury und "Coppa Volpi" für Cate Blanchett als Beste Darstellerin |
Genre
Biografie
Inhalt
Ein 11-jähriger schwarzer Junge gibt sich als der Singer-Songwriter Woody Guthrie aus. Er trägt Guthries berühmten Gitarrenkoffer mit der Aufschrift "This machine kills fascists" bei sich, sein musikalisches Talent stellt er mehrfach unter Beweis. Der Dichter Arthur Rimbaud wird von einem unsichtbaren Tribunal befragt. Der Folksänger Jack Rollins provoziert einen Skandal, als er bei einer Preisverleihung öffentlich mit Lee Harvey Oswald sympathisiert. Der Musiker Jude Quinn brüskiert beim New England Jazz & Folk-Festival seine Fangemeinde durch seinen radikalen Bruch mit der Folktradition: Rock statt Folk, E-Gitarren statt Akustiksound. Billy the Kid wird ins Gefängnis befördert und bricht wieder aus. Der Schauspieler Robbie betrügt seine Frau Claire, die Ehe wird geschieden. Was in der Aufzählung klingt wie ein Episodenfilm setzt sich zu einer Künstlerbiografie zusammen, die aus fiktiven Erzählsträngen – aus unterschiedlichen Zeiten, mit unterschiedlichen Protagonisten und in wechselnder ästhetischer Gestaltung – verwoben ist. Zusammengehalten wird dieses narrativ-visuelle Universum durch die musikalischen Kompositionen desjenigen, dessen Biografie im Film aufscheint: Bob Dylan.
Umsetzung
"I'm not there" von Todd Haynes ist eine fiktive Biografie im Modus einer Abwesenheitsnotiz. Der Filmtitel, zugleich Titel eines Dylan-Songs, reflektiert Haynes' Umgang mit dem biografischen Material der Künstlerikone Bob Dylan. Statt Stationen eines Lebens zu dokumentieren und Identitätsbehauptungen auszuformulieren, spielt der Film mit versprengten Referenzen an die Biografie und das Werk von Dylan. Das Rimbaud-Zitat "Ich ist ein anderer" gibt sich als filmische Strategie zu erkennen, wenn Todd Haynes den Künstler durch Darsteller verschiedenen Alters, Geschlechts und unterschiedlicher Hautfarbe eher flankieren als verkörpern lässt. "I'm not there" bringt geradezu in Camouflage ein Talent zur Darstellung, das den steten künstlerischen Wandel zu einem seiner Markenzeichen gemacht und als Singer-Songwriter, Rock'n'Roll-Star, Dichter, Schauspieler und Prediger einen großen Einfluss auf die amerikanische Popkultur ausgeübt hat. Zugleich fächert der Film historische Versatzstücke ebenso wie amerikanische Mythen zu einem Zeitgeist-Panorama auf.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der Film ist vor allem unter ästhetischen wie identitätspolitischen Fragestellungen interessant für den Unterricht in der Oberstufe: Wie lässt sich eine Künstlerbiografie zur Darstellung bringen, ohne sie festzuschreiben? Welche künstlerischen Strategien sind dem Werk Bob Dylans angemessen und kommen im Film zur Anwendung? Und auch: Wie lässt sich der Film in seiner offenen Form beschreiben, ohne ihn auf eine Lesart zu reduzieren? Mit "I'm not there" lassen sich Bezüge zu anderen Künsten und verschiedenen Denksystemen herstellen, insbesondere zur modernen und postmodernen Literatur und Philosophie.
Themen
Biografie, Popkultur, Jugendkultur, Gender
Schulunterricht
ab 11. Klasse
Kinder- und Jugendbildung
ab 15 Jahre
Unterrichtsfächer
Englisch, Philosophie, Kunst, Musik
Informationen und Materialien
Website des Verleihs zum Film: www.imnothere-derfilm.de
Veranstaltungen
Kinofinder: www.kinofenster.de
Autorin: Stefanie Schlüter, letzte Aktualisierung: 22.01.2008



