"Der letzte Zug"
Deutschland, Tschechien 2006, Regie: Joseph Vilsmaier, Dana Vávrová, 123 Minuten, empfohlen ab 14 Jahre, FSK: ab 12, Verleih: Concorde
Inhalt
Die Dinge ereignen sich, dann werden sie zur Geschichte. Von Historikern/innen wird Geschichte aus Quellen rekonstruiert. Geschichte wird aber auch in vielen Geschichten konstruiert, etwa von Dichtern und den Medien. Der Film Der letzte Zug erzählt so eine Geschichte. Es ist die des letzten Judentransports von Berlin nach Auschwitz im April 1943, beziehungsweise die einiger Menschen in einem Waggon des letzten Zuges, der insgesamt 688 Männer, Frauen und Kinder jüdischer Herkunft in das Vernichtungslager transportierte. Die Existenz dieser Deportationszüge ist eine historische Tatsache. Die Handlung des Films jedoch ist Fiktion. Die Figuren sind erfunden, ihre Schicksale nach bestimmten dramaturgischen Mustern verknüpft. Über historische Hintergründe – außer über den Fakt eines letzten Transports – wird das Publikum durch diesen Film nicht informiert. Stattdessen lässt Der letzte Zug die Zuschauenden das Leid der im Viehwaggon Eingesperrten mitfühlen. Die Erzeugung von Mitgefühl jedoch ist seit der antiken Tragödie eine Hauptaufgabe der dramatischen Künste, zu denen auch das Medium Film gehört.
(Quelle: kinofenster.de, Autor: Herbert Heinzelmann)
Themen
Werte, Widerstand, (Deutsche) Geschichte, Judentum, Holocaust, Menschenrechte/-würde, Antisemitismus
Geschichte, Sozialkunde/Gemeinschaftskunde, Deutsch, Politik, Ethik, Religion
Schulunterricht
ab 9. Klasse
Informationen und Materialien
Unterrichtsvorschläge und Aufgaben bei www.kinofenster.de
Filmbegleitheft, Bernhard-Wiki-Gedächtnisfond: www.bernhardwickigedaechtnisfonds.de

