Der Brief für den König
Genre
Abenteuerfilm, Jugendfilm, Literaturverfilmung
Inhalt
Auf Wunsch seines Vaters wird Schildknappe Tiuri mit 16 Jahren Ritter. Dabei fühlt er sich selbst dieser Verantwortung noch gar nicht gewachsen. Die Nacht vor dem Ritterschlag muss Tiuri gemeinsam mit anderen Anwärtern schweigend in einer Kapelle Wache halten. Strengstens ist es den Jungen verboten, die Tür zu öffnen. Als jedoch ein Verwundeter draußen Hilfe erfleht, entscheidet sich Tiuri, seinem Gewissen zu folgen und gerät damit in ein Abenteuer, das ihn zum Mann machen wird. Im Auftrag des sterbenden Ritters Edwinem muss er dem König des Nachbarlandes einen wichtigen Brief überbringen. Seine Mission führt Tiuri durch viele Mutproben und Gefahren. Im Kampf gegen die Roten Ritter und ihrem skrupellosen Anführer Slupor findet er unerwarteten Beistand und einen treuen Freund in dem Jungen Piak. Zusammen erreichen sie ihr Ziel und bewahren das Land vor großem Unheil, was Tiuri schließlich doch noch die Ritterwürde einbringt.
Umsetzung
Der gradlinig inszenierte Abenteuerfilm basiert auf dem preisgekrönten Jugendbuch von Tonke Dragt aus dem Jahre 1962. Im Gegensatz zu Fantasyfilmen wie "Der Herr der Ringe" oder "Die Chroniken von Narnia" werden hier keine mystischen Welten mit Gnomen und Zauberern entworfen. Vielmehr wird das Ritterdasein im Mittelalter realitätsnah inszeniert, wenngleich die imposante Landschaft, die grau-blaue, teilweise lichthelle Farbgebung, die herbstliche Atmosphäre und die eher zurückhaltende Musik dem Film etwas Traumhaftes verleihen. Trotz einiger Actionszenen liegt der Schwerpunkt auf der psychologischen Entwicklung von Tiuri, der an seiner Aufgabe wächst und sich dabei selbst kennen lernt.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Zentrales Thema ist der Reifungsprozess der Hauptfigur Tiuri. Er wird aus einer intakten in eine labile Welt hineingerissen, deren Regeln er zunächst nicht durchschauen kann. So weiß er anfangs nicht, wer Freund, wer Feind ist. Nur widerwillig hat der Junge die an ihn herangetragene Aufgabe übernommen, lernt dann aber im Laufe seiner Reise für sich und andere Verantwortung zu übernehmen. Nach dem Prinzip "learning by doing" verfolgt er sein Ziel und findet oft trickreiche Lösungen aus scheinbar auswegslosen Situationen, wodurch er an Selbstvertrauen und innerer Stärke gewinnt. Wenngleich als Held der Geschichte angelegt, ist Tiuri aber ein normaler Junge mit Ängsten und Zweifeln und bietet damit durchaus Identifikationspotenzial für Jugendliche von heute. Darüber hinaus geht es in dem Film um Werte wie Freundschaft, Treue, Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft und Mut. Hier bietet der Film einen guten Ansatzpunkt, um zu hinterfragen, welchen Wert diese "ritterlichen Tugenden" heutzutage haben. Da Tiuris Lebenswelt im Film nicht verklärt wird, lässt sich damit auch das Mittelalter sowie das Ritterwesen thematisieren.
Themen
Abenteuer, Erwachsenwerden, Ethik, Freundschaft, Identität, Literaturverfilmung, Werte
Schulunterricht
ab 7. Klasse
Kinder- und Jugendbildung
ab 12 Jahre
Unterrichtsfächer
Deutsch, Religion/Ethik, Geschichte, Kunst, Philosophie
Begleitmaterial Institut für Kino und Filmkultur (IKF), Kino & Curriculum, wwww.film-kultur.de
Tonke Dragt: Der Brief für den König, Beltz Verlag
Website zum Film: www.koenigderfilm.de
Website des Verleihs: www.zorrofilm.de
Veranstaltungen
Kinofinder: www.kinofenster.de
Autorin: Kirsten Taylor, 30.10.2008


