John Rabe
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Regie
Florian Gallenberger Buch
Florian Gallenberger nach den Tagebüchern von John Rabe Darsteller/innen
Ulrich Tukur, Daniel Brühl, Steve Buscemi, Dagmar Manzel, Anne Consigny u. a. Florian Gallenberger Land / Jahr Deutschland, Frankreich, Volksrepublik China 2009 Länge 134 min Format 35mm FSK ab 12 Jahre Sprachfassung deutsche Synchronfassung Kinostart 02.04.2009 Verleih Majestic Filmverleih |
Genre
Drama
Inhalt
1937, japanisch-chinesischer Krieg: John Rabe, Hamburger Kaufmann, soll die langjährige Leitung der Siemens-Niederlassung in der Hauptstadt Nanking an seinen nazitreuen Nachfolger übergeben und nach Berlin zurückkehren. Als Kampfflieger der Japaner, seinerzeit Verbündete Deutschlands, das Firmengelände bei einem feierlichen Abschiedsdinner angreifen, lässt Rabe die Werkstore gegen den Willen seines Nachfolgers für hunderte von Zuflucht suchenden Chinesen öffnen und bietet ihnen Schutz unter der Hakenkreuzfahne. Seine Frau Dora verlässt Nanking mit dem letzten Schiff und gerät dabei in ein Bombardement. Rabe bleibt während der folgenden japanischen Offensive in der belagerten Stadt und errichtet eine internationale Schutzzone, innerhalb derer Hunderttausende chinesischer Zivilisten das "Massaker von Nanking" überleben.
Umsetzung
Das von der überragend besetzten, vielschichtig angelegten Titelrolle (Ulrich Tukur) und einer überzeugenden schauspielerischen Ensembleleistung getragene Geschichtsdrama und Retter-Epos fokussiert den Wendepunkt im Leben eines zweckrational handelnden, regimetreuen Kaufmanns hin zum Retter von Hunderttausenden ohne falsches Pathos und glorifiziertes Heldentum. Umgesetzt mit effektvoll verwendeten Mitteln des Ausstattungskinos, mit stilsicher inszenierten Massenszenen und gut ausbalancierter Personendramaturgie erzielt der Film eine über die Evokation des historischen Ereignisses hinausgehende universelle Wirkung, scheut dabei nicht vor Emotionen und großem Gefühlsausdruck zurück.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Aufgrund seiner Doppelcodierung als konkret-historisches Drama und universell übertragbare Rettungsgeschichte bietet der Film für den Fächer übergreifenden Mittel- und Oberstufenunterricht vielfältige thematische und filmimmanente Anknüpfungs-möglichkeiten. Über die dramaturgische Konstruktion des Rettungsepos’ mitsamt Love Story und Happy End, ebenso wie über die Erarbeitung historisch aufgeladener Inszenierungselemente lässt sich den Schüler/innen eine bislang wenig bekannte historische Person aus einer ihnen gleichermaßen fremden Episode der auswärtigen Beziehungen NS-Deutschlands näher bringen: Z. B. durch Interpretation der Sequenz mit der überdimensional ausgebreiteten Hakenkreuzfahne auf dem Werksgelände, unter der die chinesischen Zivilisten infolge der Verbündetenpolitik des NS-Regimes überraschend Schutz vor den japanischen Bombern finden. Die eingängige, stets unaufdringlich um Kontextualisierung bemühte Erzählweise des Films trägt zur Nachvollziehbarkeit von Sujet und Handlungsmotiven das Ihrige bei.
Themen
(Deutsche) Geschichte, 2. Weltkrieg , Nationalsozialismus, Gewalt, Mut, Werte, Menschenrechte/-würde, Asien, Moral, Internationale Beziehungen, Verantwortung, Zivilcourage, Liebe, Solidarität
Schulunterricht
9.-13. Klasse
Kinder- und Jugendbildung
14-18 Jahre
Unterrichtsfächer
Geschichte, Politische Bildung, Sozialkunde, Religion, Ethik, Deutsch
Informationen und Materialien
Film des Monats / Begleitmaterialien und Unterrichtsvorschläge: www.kinofenster.de
Website zum Film: www.johnrabe.de
Website des Verleihs: www.majestic.de
Wickert, Erwin: John Rabe. Der gute Deutsche von Nanking. Bertelsmann, Oktober 2008
Veranstaltungen
Kinofinder: www.kinofenster.de
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor: Reinhardt Middel, 16.02.2009



