Buddenbrooks
Genre
Drama, Literaturverfilmung
Inhalt
Über drei Generationen hinweg wird in dieser Literaturadaption der Niedergang der fiktiven Lübecker Kaufmannsfamilie Buddenbrook Mitte des 19.Jahrhunderts nachgezeichnet. Auf den praktisch veranlagten Kaufmann Jean Buddenbrook folgt sein Sohn Thomas, der geschäftlich weniger erfolgreich ist. Mit dem frühen Tod seines musischen Sohnes Hanno und der Eliminierung des Handelshauses endet das Familiendrama. Der Film nach dem Weltbestseller von Thomas Mann verkürzt den epischen Roman um einige Erzählstränge.
Umsetzung
Der Regisseur inszeniert den epischen Roman in historischer Ausstattung, die Figurenzeichnung nähert sich in Ansätzen jedoch den Umgangsformen heutiger Menschen an. Statt einer bewussten Distanzierung, die im Roman als exzellenter Kunstgriff zu einer starken Identifikation mit den Protagonisten führt, setzt er auf eine unverblümte Betrachtung der Figuren und ihres Intimlebens. Das Personal des Films ist um einige wichtige Romanfiguren reduziert; der Standeskonflikt zwischen der Patrizierfamilie Buddenbrook und den gesellschaftlichen Emporkömmlingen der Familie Hagenström stellt sich hier als spielerisch anmutender Kampf zwischen zwei Geschäftskonkurrenten dar. Die Inszenierung ist, auch in Bezug auf Schnitt und Kamera, für ein jüngeres Publikum gemacht, dem damit die Begegnung mit der (Literatur-)Geschichte erleichtert werden soll. Die Kamerafahrten und -schwenks von Gernot Roll unterstützen das Bestreben nach Geschwindigkeit unter Verwendung moderner kinematographischer Ausdrucksformen.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Als Romanadaption ist die Verfilmung durchaus sehenswert, da einige dramaturgische Lösungen filmisch interessant umgesetzt werden. Der Film prädestiniert sich für einen Literatur- und Medienvergleich, zeigt dabei aber auch die Schwierigkeiten einer Literaturverfilmung auf. Neben einem Blick auf die ökonomischen und gesellschaftspolitischen Aspekte der bürgerlichen Epoche vom Biedermeier bis zum Klassizismus können auch existenzielle Fragen der Identitätsfindung und Fragen nach dem persönlichen Glück erörtert werden, es empfiehlt sich dabei allerdings die Einbeziehung des Romans oder auch Ausschnitte aus anderen Verfilmungen, respektive der elaborierten Fernsehadaption von Franz-Peter Wirth zum Vergleich.
Themen
Biografie, Familie, Generationen, Wirtschaft, Heimat, Individuum (und Gesellschaft), Werte, Liebe, Rollenbilder, Globalisierung
Schulunterricht
7.-13. Klasse
Kinder- und Jugendbildung
12-18 Jahre
Unterrichtsfächer
Deutsch, Geschichte, Sozialkunde, Religion/Ethik
Unterrichtsmaterialien (Verleih): www.buddenbrooks-derfilm.de
Website zum Film: www.buddenbrooks-derfilm.de
Die Buddenbrooks Edition (DVD), Arthaus Premium, zwei ältere Verfilmungen des Klassikers
Veranstaltungen
Kinofinder: www.kinofenster.de
Autor: Dr. Martin Ganguly, letzte Aktualisierung: 05.12.2008



