Hotel Sahara
Deutschland 2008, Regie: Bettina Haasen, 85 Minuten,
empfohlen ab 15 Jahre, FSK: o. A., Verleih: Neue Visionen
Inhalt
"Hotel Sahara" ist die titelgebende Metapher für die transitorische Situation des Reisens, in der sich die portraitierten Protagonisten befinden. Gleichzeitig tritt der Titel in Spannung zur Realität dieser Menschen: Statt Mobilität zeigt der Film die Stagnation - das Warten auf ein Schiff, das Gestrandetsein in Nouadhibou, Hauptstadt Mauretaniens und Tor zum Westen. Die überwiegend männlichen Protagonisten stammen aus unterschiedlichen Ländern Afrikas und sind im Alter zwischen 20 und 33 Jahren. Sie alle haben ihre Familien verlassen, um sich eine Zukunft in Europa aufzubauen. Dafür gehen sie das Risiko ein, abgeschoben zu werden oder - wie so viele - auf hoher See zu ertrinken. Einige sind grenzenlos optimistisch, andere beginnen, an ihrer Utopie zu zweifeln: Wird man wirklich jemals die andere Seite (lebend) erreichen? Der Soziologe Georg Simmel beschreibt den Migranten der Moderne als jemanden, der heute kommt und morgen bleibt. Der Film von Bettina Haase knüpft in Zeiten der Globalisierung und Europäisierung an Simmels Gedanken an: Der Migrant bricht heute auf und kommt nie an.
Themen
Migration, Afrika, Arbeit, Globalisierung, Europa, Familie, Armut
Unterrichtsfächer
Spanisch, Französisch, Deutsch, Politik, Erdkunde, Ethik, Kunst
Schulunterricht
9.-13. Klasse
Informationen und Materialien
Pädagogische Begleitmaterialien (Film & Medienbüro Niedersachsen, VISION KINO): www.schulkinowochen-nds.de

