Filmtipp
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Die Töchter des chinesischen Gärtners
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Mondscheinkinder
Der die Tollkirsche ausgräbt
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Stille Sehnsucht – Warchild
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Kiriku und die wilden Tiere
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Lucy
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37 uses for a dead sheep
Das Schloss im Himmel
Wahrheit oder Pflicht
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Private
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Schläfer
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Die Jahreszeit des Glücks
Das Leben der Anderen
Aus der Ferne
Zur falschen Zeit am falschen Ort
Die Wolke
Knallhart
Der Rote Kakadu
Filmangebot der SchulKinoWochen
 

Menachem und Fred

Menachem und Fred, Fimlichter
Regie

Ofra Tevet, Ronit Kertsner

Buch

Ofra Tevet

Darsteller/innen

Mitwirkende: Menachem Mayer und Frederick Raymes mit ihren Familien, Dietmar und Karola Hopp u. a.

Land / Jahr

Deutschland, Israel 2008

Länge

91 min

Format

35mm

FSK

ohne Alterseinschränkung

Sprachfassung

englisch-deutsch-französisch-hebräische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Kinostart

01.10.2009

Verleih

Filmlichter

Festivals

Internationale Hofer Filmtage 2008 (deutsche Premiere), Cinema for Peace Gala 2009: Most Inspirational Movie of the Year

Genre
Dokumentarfilm

Inhalt
Menachem Mayer und Frederick Raymes, die als Heinz und Manfred Mayer in Hoffenheim bei Heidelberg geboren wurden, sind zwei jüdische Brüder, die den Holocaust überlebten und nach dem Krieg zwei gegensätzliche Lebenswege beschritten. 1938 wurde die Familie von dem SA-Mann Emil Hopp aus ihrem Haus vertrieben und 1940 in das Konzentrationslager Gurs in Südfrankreich deportiert. Die beiden Söhne überlebten in einem staatlichen Waisenhaus, weil die Eltern bereit waren, sich von ihren Kindern zu trennen. Manfred sollte sich um seinen jüngeren Bruder kümmern. Doch nach 1945 wanderte Manfred in die USA aus, änderte seinen Namen und wurde Amerikaner, während der Bruder lieber nach Israel ging und dort als orthodoxer Jude lebt. Erst die lange verdrängten und später gemeinsam veröffentlichten Briefe ihrer Eltern aus dem Konzentrationslager brachten die Brüder nach vielen Jahren wieder zusammen. Auf Einladung der Geschwister Hopp, deren Vater die Mayers seinerzeit aus dem Ort vertrieben hatte, besuchten die Brüder bei einem ersten großen Treffen von drei Generationen der Familien Mayer und Raymes schließlich erneut den Ort Hoffenheim.

Umsetzung

Gemeinsam mit den Brüdern begibt sich der Film auf Spurensuche in die Vergangenheit, die von ihnen lange verdrängt und nun erneut schmerzlich durchlebt wird. Die Brüder besuchen anlässlich des von der Familie Hopp (SAP-Konzern) arrangierten großen Familientreffens ins Deutschland zunächst Hoffenheim, den Ort ihrer abrupt endenden Kindheit, anschließend fahren sie nach Südfrankreich zum ehemaligen Konzentrationslager in Gurs und zum Kinderheim in Aget, am Ende nach Auschwitz, wo die Eltern den Tod fanden. Geschickt werden diese Reiseimpressionen mit Interviews der Brüder über ihre Gefühle und ihre individuelle Lebensgeschichte verknüpft sowie durch flankierende Interviews mit einzelnen Familienmitgliedern in den USA und in Israel ergänzt. Die Musik des polnischen Filmkomponisten Zbigniew Preisner, Off-Kommentare einer der beiden Regisseurinnen, gut erhaltene Originalfotos aus Familienbesitz und vor allem die große Offenheit der Brüder vor der Kamera tragen wesentlich zu dem informativen wie berührenden positiven Gesamteindruck bei.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Ihre Zusage für dieses Filmprojekt gaben die Brüder aus "Therapiezwecken" ihren eigenen Schuldgefühlen gegenüber, vor allem aber, weil jüngere Generationen wissen müssen, "was geschehen ist". Anhand des gut dokumentierten Schicksals der beiden Brüder wird ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte anhand einer menschlichen Tragödie nachvollziehbar. Anknüpfungspunkte liefert der Film auch zu wichtigen Fragestellungen im Umgang mit dieser Geschichte, beispielsweise durch die von Misstrauen geprägte Reaktion einiger Dorfbewohner in Hoffenheim ("Irgendwie hört es doch auch mal auf, oder? ") und die nicht uneigennützige, aber dennoch bemerkenswerte Versöhnungsgeste der Geschwister Hopp. Darüber hinaus bietet der Film eine gute Diskussionsgrundlage über Aspekte des Nahost-Konflikts (allgemeine Bedrohung, Siedlungen auf palästinensischem Gebiet) und über säkulares und orthodoxes Judentum bis hin zur Frage nach der Existenz von Gott im Zeichen von Auschwitz.

Themen
Biografie, Holocaust, Antisemitismus, Identität, Heimat, Israel, Judentum, Religion/Religiosität, Nahost-Konflikt, Geschichte, Gesellschaft, Kindheit, Familie, Rassismus, Flüchtlinge, Migration

Schulunterricht

9.-13. Klasse

Kinder- und Jugendbildung
ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer
Deutsch, Geschichte, Sozialkunde, Religion/Ethik

Informationen und Materialien
Frederick Raymes (Manfred Mayer), Menachem (Heinz) Mayer: Aus Hoffenheim deportiert. Der Weg zweier jüdischer Brüder, Verlag Regionalkultur 2008
Website zum Film mit pädagogischem Begleitmaterial zum Download:
www.menachem-und-fred.de

Website des Verleihs: www.filmlichter.de

Veranstaltungen

Kinofinder: www.kinofenster.de
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich. Autor:

Holger Twele, 07.08.2009