"Evet, ich will!"
Deutschland 2009, Regie: Sinan Akkus, 94 Minuten,
empfohlen ab 14 Jahre, FSK: o. Al., Verleih: Maxximum
Inhalt
Die amüsante Multikulti-Komödie entfächert einen deutsch-türkischen Hochzeitsreigen rund um ein Berliner Hochhaus. Im Mittelpunkt stehen mehrere verliebte Paare und die familiären Turbulenzen, die sie auf ihrem Weg zum Altar überwinden müssen: Jurastudent Dirk möchte seine türkische Kommilitonin Özlem heiraten, muss dafür jedoch zum Islam konvertieren. Der türkischstämmige Emrah liebt den Deutschen Tim, wagt es aber nicht, den Eltern seine Homosexualität zu gestehen. Gleich beide Familien stemmen sich gegen die Heirat des sunnitischen Kurden Coskun mit der türkischen Alevitin Günay. Salih schließlich ist auf Brautschau, weil er dringend eine Aufenthaltsgenehmigung braucht.
Umsetzung
Strukturiert werden die parallel montierten, unabhängigen Episoden durch den gemeinsamen Wohnort der Protagonisten/innen in einem Berliner Hochhaus sowie den Ausverkauf in einem Brautgeschäft. Im Zusammenspiel von geschickter Montage, beobachtender Kamera, realistischen Ausstattung und überzeugenden Darstellern/innen gelingt dem Regisseur eine manchmal aberwitzige aber im Kern authentische Culture-Clash-Komödie rund um das Thema Heiraten. Dabei reicht die Stoffpalette von Generationskonflikten, über religiöse Differenzen, kulturelle Vorurteile bis hin zum EU-Beitrittswunsch der Türkei. Gekonnt umschifft der Film Klischees, wobei das Rundum-Happy-End die vorangegangenen Differenzen auf versöhnlichste Weise glättet.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Das Kinodebüt des türkischstämmigen Regisseurs Sinan Akkus gibt amüsante Einblicke in das Innenleben der so genannten Einwanderergesellschaft und den Alltag türkischer Migranten/innen. Differenziert werden Konflikte und Missverständnissen thematisiert, die aus den unterschiedlichen kulturellen, religiösen oder ethnischen Identitäten der Protagonisten/innen erwachsen, wobei die humorvolle Grundierung die filmpädagogische Auseinandersetzung durchaus erleichtern kann. In Fächern wie Ethik oder Religion bietet sich zudem eine Diskussion über die Diskrepanz von individuellem Glück und den Anforderungen von Familie, Tradition und Kultur an. Dabei können die von den Protagonisten/innen erfolgreich gemeisterten Herausforderungen Schüler/innen Anlass bieten, eigene familiäre Konstellationen und Lebensentwürfe zu reflektieren.
Themen
Liebe, Individuum (und Gesellschaft), Islam, Generationenkonflikt, kulturelle Identität, Religion, Vorurteile, Toleranz
Unterrichtsfächer
Sozialkunde, Religion/Ethik
Schulunterricht
ab 9. Klasse
Informationen und Materialien
Website zum Film: www.evetichwill-derfilm.de
Website des Verleihs: www.maxximumfilm.com

