Friedensschlag – Das Jahr der Entscheidung

Friedensschlag, Piffl Medien
  • Regie

    Gerardo José Milsztein

  • Buch

    Konzept: Gerardo José Milsztein, Rupert Voß, Werner Makella

  • Darsteller/innen

    Mitwirkende: Eftal, Marco, Josef, Denis, Juan, Rupert Voß, Werner Makella

  • Land / Jahr

    Deutschland, 2009

  • Länge

    107 min

  • Format

    35mm

  • FSK

    ab 12 Jahre

  • FBW

    Prädikat "besonders wertvoll"

  • Sprachfassung

    deutsche Fassung

  • Kinostart

    15.04.2010

  • Verleih

    Piffl Medien

  • Festivals

    Berlinale 2010 (Sektion Panorama)

Genre
Dokumentarfilm

Inhalt
Die "Work and Box Company", 2002 von dem Unternehmer Rupert Voss und dem Familientherapeuten Werner Makella ins Leben gerufen, ist eine berufsbezogene Jugend-hilfemaßnahme für gewaltbereite junge Männer. Viele der Jugendlichen kommen aus sozialen Brennpunkten. Arbeitslosigkeit, Drogen, mangelnde Schulabschlüsse und Identitätskonflikte sind an der Tagesordnung. Für die meisten ist die richterlich verordnete Maßnahme einzige Alternative zu einem Gefängnisaufenthalt. Ziel der sozialpädagogischen und therapeutischen Betreuung sind Aggressionsbewältigung und Resozialisierung. Zentrale Methode ist das Boxen: Im Boxring beginnen die jungen Männer allmählich, sich ihren seelischen Verletzungen, Aggressionen und Abwehrmechanismen durch einen fairen Kampf zu stellen. Für viele von ihnen eine neue Erfahrung, die ihnen hilft, auch im Alltag und Berufsleben schwierige Situationen zu bewältigen. Dabei gelingt es Gerardo José Milsztein, hinter den Fassaden aufgesetzter Gleichgültigkeit, die Wut, Angst und Orientierungs-losigkeit der Heranwachsenden ebenso sichtbar zu machen wie die Sehnsucht nach einer starken Vertrauensperson.

Umsetzung
Ein Jahr lang begleitet Gerardo José Milsztein Dokumentarfilm Jugendlichen zwischen 16 und 21 Jahren durch die Resozialisierungsmaßnahme der "Work and Box Company". Dabei konzentriert er sich auf fünf Protagonisten, stellt ihr Leben zwischen Herumhängen und Orientierungssuche in Alltagsszenen und Gesprächen dar. Eltern, Freunde, Betreuer kommen ebenfalls zu Wort. Die Kamera bleibt dicht an den Erfahrungen der Heran-wachsenden, zeigt ihre Widerstände, Niederlagen und Erfolge während des anstrengenden Therapieprozesses. Dabei dient der Boxkampf gleichzeitig als dramaturgisches Gerüst und Transformator der persönlichen Entwicklung der Protagonisten. Ein sehr dominanter, emotionalisierender Score betont die Aussagekraft einzelner Szenen und Aussagen allerdings etwas mehr als nötig.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Erzählt wird von einem schwierigen, aber letztlich erfolgreichen Prozess der Resozialisierung. Daran anknüpfend bietet der geschickt umgesetzte Film in ethisch und sozialwissenschaftlich orientierten Fächern gute Möglichkeiten, gesellschaftliche Hintergründe von Kriminalität und wachsender Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen zu hinterfragen. Die durch das Boxen forcierte Konfrontation der Protagonisten mit ihren Gefühlen aber auch das Erlernen von Respekt und Selbstkontrolle können Anlass und Diskussionsgrundlage zur Reflektion eigener Verhaltensweisen sein. Eine Rezeptionsanalyse der musikalischen Ebene im Film dürfte zudem den Blick schärfen für die emotionalisierende und Bedeutung schaffende Wirkung dieses filmischen Darstellungsmittels.

Themen
Gewalt, Jugend/Jugendkultur, Kriminalität, Familie, Bildung, Veränderung, Entwicklung, Identität

Schulunterricht
ab 9. Klasse

Kinder- und Jugendbildung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer
Ethik/Religion, Sozialkunde, Sozialwissenschaften, fächerübergreifender Unterricht

Informationen und Materialien
Filmheft auf der Website zum Film: www.friedensschlag.de/presse
Begleitmaterial/Film des Monats: www.kinofenster.de

Veranstaltungen
Kinofinder: www.kinofenster.de
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.


Autorin: Ula Brunner, 29.01.2010