Puppe

Puppw, W-film/Hagen Keller 2013
  • Regie

    Sebastian Kutzli

  • Buch

    Marie Amsler

  • Darsteller/innen

    Corinna Harfouch, Anke Retzlaff, Sara Fazilat, Christoph Gaugler, Jella Haase u.a.

  • Land / Jahr

    Deutschland, Schweiz 2012

  • Länge

    90 Min.

  • Format

    digital

  • FSK

    ab 12 Jahre

  • FBW

    Präsikat "wertvoll"

  • Sprachfassung

    deutsche Fassung

  • Kinostart

    21.02.2013

  • Verleih

    W-film

  • Festivals

    47. Solothurner Filmtage 2012, 46. Hofer Filmtage 2012, 34. Filmfestival Max Ophüls 2013

Genre
Drama

Schulunterricht
ab 10. Klasse

Altersempfehlung
ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer
Religion/Ethik, Deutsch, Sozialkunde, Gemeinschaftskunde

Themen
Erwachsenwerden, Delinquenz, Coming of Age, Außenseiter, Erziehung, Sozialisation, Freundschaft, Gewalt, Stadt-Land


Inhalt
Nach einer Zeit auf den Straßen Duisburgs mit ihrer Freundin Leila kommt die 16-jährige Anna in ein Erziehungsheim im schweizerischen Wallis. Unter Aufsicht der Sozialarbeiterin Geena soll sie sich hier regenerieren und Verantwortung und Sozialverhalten lernen. Regeln ist Anna nicht mehr gewohnt, so dass sich das Zusammenleben mit den anderen Mädchen und den Erzieherinnen zunächst schwierig gestaltet. Nach und nach ist Besserung in Sicht, doch ist da auch noch das Geheimnis um das Verschwinden ihrer Freundin, von der ihr nur eine Puppe geblieben ist.

Umsetzung
Puppe zeigt im Einsatz der filmischen Mittel Stilwillen und befördert sein Thema auch auf ästhetischer Ebene. Die nahen Einstellungen fokussieren auf die Figuren und ihre Emotionen. Die Farbgebung unterstützt die emotionale Kälte. Ausnahme sind die Außenaufnahmen, die die Weite der Berglandschaft und damit auch die Möglichkeit der Veränderung anzeigen. Die Grenze (der persönlichen Entwicklung) verläuft irgendwo da oben. Dieses Thema verliert der Film allerdings zugunsten einer Thrillerhandlung zunehmend aus den Augen. In Rückblenden werden die Ereignisse in Duisburg rund um Leilas Verschwinden erzählt, die nicht nur (ein) Grund für Annas Verhalten, sondern maßgeblich für die Auflösung des Plots sind. Das Drehbuch von Marie Amsler stützt sich auf Erfahrungen, die die Autorin selbst als Erzieherin in einer ähnlichen Einrichtung gemacht hat. Dem ist sicherlich zu verdanken, dass der Film in seiner Charakter- und Milieuzeichnung nahe an der Realität wirkt.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der Film zeigt seine Protagonistin in einer Extremsituation, fast am Ende eines Weges, der gekennzeichnet ist vom Versagen familiärer, persönlicher und gesellschaftlicher Bindungen. Eine Beschäftigung mit dem Film im Unterricht kann bei den Ursachen ansetzen und sich mit der Frage beschäftigen, welche Faktoren dazu beitragen, dass ein junger Mensch den Kontakt verliert und sich in sozialer und emotionaler Isolation wiederfindet. Dabei kann – neben der persönlichen Verantwortung – die Fürsorgepflicht von Eltern, Freunden und gesellschaftlichen Institutionen – auch und vielleicht besonders der Schule - thematisiert werden. Wie geht unsere Gesellschaft mit Außenseitern um und welche Möglichkeiten zur Reintegration werden geboten. Ein solcher Ansatz sollte dabei nicht auf Obdachlosigkeit und Delinquenz reduzieren, sondern aufzeigen, dass das soziale Umfeld schon viel früher auf die Probleme eines jungen Menschen reagieren kann und sollte. Weiteres Thema ist die (sexuell motivierte) Gewalt gegenüber Mädchen und jungen Frauen. Der Film bietet sich zudem an, filmische Mittel und ihre Wirkung auf die Zuschauer zu analysieren.

Informationen des Verleihs
Website zum Film www.puppe.wfilm.de
Unterrichtsmaterial zum Download: www.solothurnerfilmtage.ch


Veranstaltungen
Kinofinder: www.kinofenster.de
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.


Autor: Daniel Stümpfig, 05.02.2013