Filmplakat Abikalypse

Abikalypse

Deutschland 2019

Auch wenn der Titel anderes vermuten lässt, emanzipiert sich "Abikalypse" von vergleichbaren Produktionen, die oft nur auf den nächsten Gag schielen und dabei gern auf infantilen Humor setzen. Der zweite Kinofilm von Adolfo J. Kolmerer entpuppt sich dagegen als entspannte Jugendkomödie um vier befreundete Außenseiter auf der Suche nach Anerkennung. Kreative Regie-Einfälle und ein gut aufeinander abgestimmtes Ensemble machen "Abikalypse" zu einem Vergnügen mit ernsten Untertönen.

Genre

Komödie, Coming-of-Age, Highschool-Komödie

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Ethik, Sozialkunde, fächerübergreifend: Berufsorientierung

Themen

Freundschaft, Außenseiter, Anerkennung, Social Media, Mobbing, Erwachsenwerden, Schule, Gemeinschaft/Gemeinschaftssinn, Werte, Jugend/Jugendliche/ Jugendkultur, Zukunft, Gender/Geschlechterrollen, Familie, Filmsprache

Kinostart

25.07.2019

Inhalt


mehr Info

In ihrem Schuljahrgang waren Musti, Hannah, Tom und Yannick verlachte Außenseiter, die aber immerhin ihre Freundschaft untereinander hatten. Mit dem bestandenen Abitur endet die Schmach, doch der verletzte Musti will trotzdem noch mal beweisen, dass er zu Unrecht als uncool galt. Eine Gelegenheit dafür ergibt sich, als die ersehnte Abschlussparty von der Schuldirektorin abgesagt wird. Spontan kündigt Musti an, innerhalb von drei Tagen die größte Abi-Fete aller Zeiten zu organisieren. Hannah, Tom und Yannick sind skeptisch, helfen dem Freund aber trotzdem bei den Vorbereitungen. Und das trotz eigener Probleme: Hannah ist in Tom verliebt, der sie aber als Kumpel sieht und zaudert. Der naive Yannick merkt als einziger nicht, dass seine Beziehung mit der Instagramerin Leonie völlig unaufrichtig verläuft. Und auch Musti hat nicht nur die Party im Kopf, sondern will sich von seinem strengen Diplomatenvater emanzipieren und eigene Pläne verfolgen.

Umsetzung


mehr Info

Regisseur Adolfo J. Kolmerer hat eine jugendliche Komödie mit ernsten Zwischentönen inszeniert, die zwar bewährte Konflikte wie mangelndes Selbstwertgefühl, unglückliches Verliebtsein und Ärger mit den Eltern verhandelt, diese aber auf angenehm kurzweilige bis kreative Weise vermittelt. Auch wenn der knallige Titel „Abikalypse“ es vermuten lässt, kommt der Film ohne Zoten und infantile Gags im Stil überdrehter amerikanischer Highschool-Komödien aus. Ungeachtet der Tatsache, dass einige der Schauspieler*innen dem Schulalter sichtlich entwachsen sind, wertet die Besetzung den Plot auf. Das Ensemble um Reza Brojerdi und Lea van Acken spielt charmant und gut aufeinander abgestimmt; auch die naturgemäß nur skizzierten Erwachsenenrollen von Oliver Korittke und Mehmet Kurtulus wirken rund.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


mehr Info

Inhaltlich dominiert im Film das Freundschaftsmotiv. Das Drehbuch von Tim Gondi betont mehrfach den Wert wahrer Freundschaft gegenüber der oft kurzfristigen und unehrlichen Begeisterung in den sozialen Netzwerken, die sich durch Klicks, Likes und große Followerzahlen ausdrückt. Vor allem durch das Stilmittel der Überzeichnung demaskiert der Film „coole“ Leute wie Yannicks falsche Freundin Leonie oder den Rüpel Patrick. Zudem kann Mustis Konflikt mit dem Vater ein Gespräch über die (nicht nur beruflichen) Zukunftspläne der Schüler*innen anstoßen. Die Figur der Hannah regt an, über die Flucht in virtuelle Welten und überkommene Geschlechterkonventionen zu sprechen. In filmsprachlicher Hinsicht sind vor allem die Text-Inserts mit digitaler Kommunikation und die traumartigen Sequenzen relevant, die die Selbstzweifel der Hauptfiguren kreativ verbildlichen. Welche stilistischen Mittel nutzt der Regisseur, um das Innenleben filmisch darzustellen? Interessant ist auch die Szene, in der Yannick mit Leonie bricht. Hier suggeriert die durch den sogenannten „Vertigo-Effekt“ erzeugte Raumverschiebung, wie stark die Zurückweisung Leonie erschüttert.

Veranstaltungen


mehr Info

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Christian Horn, 25.07.2019, letzte Aktualisierung: 14.10.2019

Regie

Adolfo J. Kolmerer

Buch

Tim Gondi

Darsteller/innen

Reza Brojerdi, Lea van Acken, Lucas Reiber, Jerry Hoffmann, Lisa-Marie Koroll, Leon Lukas Blaschke, Oliver Korittke, Mehmet Kurtulus, Bianca Nawrath, Daniela Schwerdt u. a.

Länge

99 Min

Sprachfassung

deutsche Originalfassung

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Warner Bros. Pictures Germany

Impressum
Sitemap
Datenschutz