Filmplakat Angelo

Angelo

Österreich, Luxemburg 2018

Angelo, ein Name, der Auszeichnung und Last für den schwarzen Jungen ist, der im frühen 18. Jahrhundert nach Europa verschleppt und dort ausgebildet wird. Sein außergewöhnliches Leben führt ihn in die Welt des europäischen Hochadels, wo sogar der Kaiser auf ihn aufmerksam wird. Doch trotz seines äußeren Status als gebildeter Kammerdiener bleibt Angelo für seine Mitmenschen und letztlich auch für sich selbst stets der Fremde.

Genre

Drama, (Historien-)Drama, Biografie

Klassenstufe

ab 11. Klasse

Altersempfehlung

ab 16 Jahre

Unterrichtsfächer

Geschichte, Französisch, Ethik, Philosophie, Religion, Kunst

Themen

Rassismus, Sklaverei, Fremdheit, Identität, Zeitalter der Aufklärung, Leben bei Hofe im 18. Jahrhundert, Afrika als europäische Projektion

Kinostart

28.11.2019

Inhalt


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Europa zu Beginn des 18. Jahrhunderts: An einem namenlosen Ort steht eine Reihe schwarzer Jungen vor einer weißen, adligen Frau, die einen von ihnen aussucht. Der Auserwählte wird auf den Namen Angelo getauft und erhält eine umfassende Bildung. Als sogenannter "Hofmohr" wird der erwachsene Angelo dann von Herr zu Herr weitergereicht. Er dient dem Hofstaat als exotische Zierde und unterhält ihn bei theatralen Aufführungen mit erfundenen Schauergeschichten aus Afrika. Später gelingt es ihm, sich aus der Abhängigkeit seines Herrn zu befreien und eine eigene Familie zu gründen. Angelo wird sogar Mitglied einer Freimaurerloge. Trotz allem bleibt er jedoch ein Fremder in der europäischen Gesellschaft, eine Projektionsfläche für die Ängste und Sehnsüchte seiner Mitmenschen. Und das sogar noch über seinen Tod hinaus: Nach seinem Ableben wird Angelos Körper präpariert und im kaiserlichen Naturalienkabinett ausgestellt.

Umsetzung


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Der als Kind aus Westafrika nach Europa verschleppte Angelo Soliman (um 1721 - 1796) brachte es als Kammerdiener, Prinzenerzieher und Freimaurer in Wien zu großer Bekanntheit. Regisseur Markus Schleinzer nimmt die Fragmente dieser realen Biografie, über die es nur wenig gesicherte Erkenntnisse gibt, als Ausgangspunkt für seinen ungewöhnlich erzählten Historienfilm. „Angelo" ist kein Biopic im gängigen Sinne, sondern vielmehr eine komplexe Reflektion über Fremdheit, Identität und Rassismus. Dafür genügen dem Filmemacher reduzierte, vom Theater kommende Mittel. Die ausgesprochen bildstarke Erzählweise kommt mit wenig Text aus, die Hauptfigur spricht fast nie. Die starke Ensembleleistung und punktgenaue Inszenierung sorgen jedoch dafür, dass die Zuschauer*innen dem Handlungsfluss trotz der vielen Auslassungen folgen können.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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„Angelo" gibt einen sehr prägnanten Einblick in die höfische Welt des 18. Jahrhunderts mit ihren genau festgeschriebenen Ritualen und sozialen Rollen. Wenige Menschen hatten damals Gelegenheit, selbst in ferne Länder zu reisen, doch die Neugier auf die Fremde war groß. Inwiefern setzen sich diese frühen Projektionen und Zuschreibungen bis heute fort? Nach wie vor brennen Fremdheit, Identität und Rassismus vielen Menschen auf der Seele. Mit welchen persönlichen Erfahrungen verknüpfen die Schüler*innen diese Begriffe? Neben solchen inhaltlichen Fragen bietet es sich an, die filmischen Mittel zu analysieren: Erzählweise, Bildaufbau, Lichtsetzung. Gerade weil der Film gewohnte Erzählschemata des Historienkinos unterläuft, eignet er sich für eine Auseinandersetzung darüber, wie geschichtliche Ereignisse filmisch dargestellt werden können.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Dörthe Gromes, 30.10.2019, letzte Aktualisierung: 01.11.2019

Regie

Markus Schleinzer

Buch

Markus Schleinzer, Alexander Brom

Darsteller/innen

Makita Samba, Alba Rohrwacher, Larisa Faber, Lukas Miko u. a.

Länge

111 Min

Sprachfassung

französisch-deutsche Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

liegt noch nicht vor

Verleih

Grandfilm

Festivals

(Auswahl) Filmfest München 2019, Toronto International Film Festival 2018, Viennale 2018; Österreichischer Filmpreis: Beste Maske, Bestes Kostüm, Bestes Szenenbild; Diagonale-Preis: Beste Tongestaltung, Bestes Szenenbild

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