Inhalt
Reality-TV-Sternchen Angie muss nach einem Drogenentzug unfreiwillig wieder zurück zu ihrer Mutter ziehen. Das Verhältnis der beiden ist zerrüttet und Angie hat nur ein Ziel: zurück ins Fernsehen und den Fängen der Mutter und der miefigen Kleinstadt, aus der sie stammt, entfliehen, egal mit welchen Mitteln. Aber selbst für die Teilnahme beim Dschungelcamp scheint ihr Promi- und Skandal-Faktor zu gering, ein Comeback droht zu scheitern. Als die Mutter einen Schwächeanfall erleidet, hat Angie obendrein ihre pubertierende Schwester Kiki an der Backe, die an Epilepsie leidet. Die beiden kommen sich näher, als Angie erlebt, dass Kiki nicht nur gesundheitliche Probleme hat, sondern auch in den sozialen Medien und in der Schule gemobbt wird. Angie beginnt, sich um Kiki zu kümmern.
Umsetzung
Angie sieht gut aus, ist nicht auf den Mund gefallen, aber was Kleidung und Auftreten angeht eine echte Vollblut-Bitch. „Back for Good“ erzählt vom Privatleben eines scheiternden Reality-TV Promis. Angie, authentisch gespielt von Kim Riedle, die für diese große schauspielerische Leistung für den deutschen Filmpreis 2018 nominiert wurde, nimmt die Zuschauenden mit auf eine erschütternde Reise in eine Welt, die fremd und abstoßend erscheint. Der überzeugende Plot ist angesiedelt im B-Promi-Milieu und der bedrückenden Atmosphäre einer kleinbürgerlich-kaputten Ursprungsfamilie, in der eine manipulative alleinerziehende Mutter am Ende ihre Macht verliert. Trotz der vordergründig unsympathischen Figur der Angie gelingt es Regisseurin Mia Spengler, die Zuschauenden für ihre Protagonistin einzunehmen und ihre mitreißende Geschichte nicht aus der Distanz, sondern mit großer emotionaler Anteilnahme zu erzählen.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
„Back for Good“ zeigt die Kehrseite einer Medienkarriere als Reality-TV-Star: Partys, Oberflächlichkeit, sich Präsentieren, vorgeführt werden, out sein, Drogen, von der Bildfläche verschwinden: das Kaputte, selbstverachtende an Angie, ihr machtvoller zerstörerischer Drang in die Öffentlichkeit hin zu neuer Medienpräsenz, machen ihre Geschichte so erschütternd. Der Film bietet die Möglichkeit, mit den SuS ins Gespräch zu kommen über ihr eigenes Verhältnis zu den Medien. „Back for Good“ wirft Fragen nach dem Leben in einer mediatisierten Gesellschaft auf, denn auch Kiki, Angies kleine Schwester, versucht ihre soziale Isolation über einen Youtube-Kanal zu überwinden. Die Beziehung zwischen der Protagonistin und ihrer Mutter, die die eigene Tochter offenbar für alles, was in ihrem Leben schief ging, verantwortlich macht, bietet weitere Anknüpfungspunkte.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Gabriele Blome
,
11.04.2018
,
letzte Aktualisierung:
28.04.2020
Regie
Mia Spengler
Buch
Stephanie Schmitz, Mia Spengler
Darsteller*innen
Kim Riedle, Juliane Köhler, Leonie Wesselow, Nicki von Tempelhoff, Emma Drogunova, Hanife Sylejmani, Anna Oussankina, Lena Thom, Arndt Schwering-Sohnrey, Ulrike Krumbiegel, Anne Gummich, Heike Hanold-Lynch u. a.
Länge
91 Min
Sprachfassung
deutsche Originalfassung
Format
digital, Farbe
FSK
ab 6 Jahre
FBW
Prädikat „besonders wertvoll“
Verleih
NFP marketing & distribution
Festivals
(Auswahl) Berlinale 2017: Perspektive Deutsches Kino; Filmkunstfest Mecklenburg Vorpommern: Förderpreis der DEFA-Stiftung; Studio Hamburg Nachwuchspreis 2017: Bester Spielfilm; Biberacher Filmfestspiele 2017: Bester Debütfilm und Preis der Schülerjury