Filmplakat Bad oh meh_Wind und Nebel

Bad o Meh - Wind und Nebel

Iran 2011

Seitdem Sahands Mutter bei einem Bombenangriff ums Leben kam, spricht der Junge nicht mehr. Oben in den Bergen beim Großvater, weit weg vom Kriegstreiben, soll es Sahand und seine ältere Schwester Shooka endlich wieder besser gehen. Doch eine angeschossene Wildgans weckt schmerzhafte Erinnerungen. Der iranische Antikriegsfilm „Bad o Meh“ nutzt die Mittel der Poesie, um das Leid von Kindern im Krieg zu thematisieren, und wirbt für Verständnis und Versöhnung.

Originaltitel

Bad o Meh

Genre

Literaturverfilmung, Drama

Klassenstufe

ab 5. Klasse

Altersempfehlung

ab 10 Jahre

Unterrichtsfächer

Ethik, Religion, Psychologie, Philosophie, Politik,Sozialkunde/Gemeinschaftskunde

Themen

Krieg/Kriegsfolgen, Tod/Sterben, Trauer/Trauerarbeit, Toleranz, Solidarität

Kinostart

20.10.2011

Inhalt


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Iran-Irak-Krieg: Sahand ist sieben Jahre alt, als sein Vater ihn und die ältere Schwester Shooka zum Großvater bringt, weit weg von der Front in die Berge des Nordiran. Dort sollen sie Frieden finden. Denn seitdem Sahand gesehen hat, wie die Mutter bei einem Bombenangriff umkam, spricht er nicht mehr. Aber das Einleben fällt schwer. Shooka kann ihren Bruder nicht vor den Hänseleien der anderen Kinder schützen und eine angeschossene Wildgans weckt schlimme Erinnerungen an den Tod der Mutter. Als Sahand heimlich ausbüchst, um die Gans wiederzufinden, raufen sich die Kinder des Dorfes zusammen und versöhnen sich. Gemeinsam suchen sie nach dem Ausreißer in den nebligen Bergwäldern.

Umsetzung


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Der iranische Regisseur Mohammad Ali Talebi befasst sich in „Bad o Meh“ mit dem Iran-Irak-Krieg, ohne Partei für oder gegen die Politik seines Landes zu ergreifen. Er nutzt vielmehr allgemein verständliche Symbole, wie die weiße Gans mit rotem Blutfleck, oder bedrohlich wirkende Landschaften, um heikle Momente zu inszenieren und so generell die traumatischen Folgen von Krieg auf Kinder anzuprangern. Ihr Leiden wird außerdem über die subjektive Tonspur des Films offen gelegt: Sahand und Shooka hören Wind- und Tiergeräusche überdeutlich; Frauengesang aus dem Off markiert Momente der Trauer und Erinnerung. Die Perspektive der Kinder bestimmt auch die Erzählstruktur. Erst der Anblick der Gans löst ein Wiedererleben der Vergangenheit in Form eines Flashbacks aus, der lange nach Filmbeginn Sahands Verhalten erklärt und ein Schritt Richtung Heilung bedeutet.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Als Antikriegsfilm mit universellem Anspruch bietet Bad o Meh die Möglichkeit, sich über den Iran-Irak-Krieg hinaus mit dem globalen Thema Kinder im Krieg auseinanderzusetzen. Angesichts des Fokus des Films auf Trauma und Trauer, die Kriegserlebnisse nach sich ziehen, empfiehlt es sich, speziell die psychischen Auswirkungen auf die zivilen Opfer zu erörtern. Wie äußert sich Sahands Trauma, erzählerisch, visuell und auditiv? Was könnte ihm helfen? Sein exemplarisches Schicksal dient als Aufforderung, Kinder mit „seltsamen“ Verhalten nicht auszulachen, sondern sich Ursachen bewusst zu machen und Toleranz zu zeigen. Weiterhin drängt sich wegen der symbolreichen, poetischen Darstellungsweise des Films eine Betrachtung der verwendeten Bilder und Zeichen auf. Vor dem Hintergrund der Zensur in Iran sensibilisiert deren Analyse ebenso für den möglichen politischen Gehalt von Bad o Meh, der in der Tradition des iranischen Kinderfilms verstanden werden muss – einem Genre, das unterschwellige Sozialkritik ermöglicht.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Marguerite Seidel, 22.09.2011, letzte Aktualisierung: 04.10.2016

Regie

Mohammad Ali Talebi

Buch

Mohammad Ali Talebi, nach Mojgan Shakhis Buch „Summer And White Goose“

Darsteller/innen

Payam Eris, Masume Shakori, Asadolah Asadnia, Arasto Safinejad, Anis Shakorirad

Länge

74 Min

Sprachfassung

Original mit dt. Untertiteln

Format

35mm, Farbe

FSK

ab 6 Jahre

Verleih

Arsenal Institut für Film und Videokunst e.V.

Festivals

61. Berlinale 2011 (Generation)

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