Filmplakat zu "Beautiful Bitch"

Beautiful Bitch

Deutschland 2007

Zusammen mit ihrem kleinen Bruder schlägt sich die 15-jährige Ljubica, genannt Bica, als Straßenkind in der rumänischen Hauptstadt Bukarest durchs Leben. Cristu, ein entlassener rumänischer Polizist, wird auf sie aufmerksam und verspricht ihr ein besseres Leben in Deutschland. Doch in Düsseldorf muss Bica zusammen mit ein paar Jungen aus anderen ehemaligen Ostblockstaaten für Cristu auf Diebestour gehen.

Originaltitel

Beautiful Bitch

Genre

Drama, Jugendfilm

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Sozialkunde, Deutsch, Geografie, Religion/Ethik

Themen

Jugend, Jugendkriminalität, Freundschaft, Erwachsenwerden, Menschenwürde, Delinquenz, EU-Osterweiterung, Vorurteile, Gewalt/sexuelle Gewalt, Drogen, Werte, Migration

Kinostart

14.08.2008

Inhalt


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Zusammen mit ihrem kleinen Bruder schlägt sich die 15-jährige Ljubica, genannt Bica, als Straßenkind in der rumänischen Hauptstadt Bukarest durchs Leben. Cristu, ein entlassener rumänischer Polizist, wird auf sie aufmerksam und verspricht ihr ein besseres Leben in Deutschland. Doch in Düsseldorf muss Bica zusammen mit ein paar Jungen aus anderen ehemaligen Ostblockstaaten für Cristu auf Diebestour gehen. Der organisierte Taschendiebstahl erfolgt unter härtesten Bedingungen, für Mitleid und eigene Wünsche bleiben kein Spielraum. Bei einer ihrer Raubtouren gerät Bica an Milka, ein verwöhntes gutbürgerliches Mädchen, deren Eltern sich getrennt haben. Aus anfänglicher Feindschaft entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, in deren Verlauf Bica, nun Bitch genannt, nicht nur ihre erste Liebe mit einem kasachischstämmigen Deutschen erfährt, sondern erstmals auch ein "normales" Teenager-Dasein kennen lernt. Cristu, dem Bicas Ausflüge in die Freiheit nicht entgangen sind, versucht mit brutaler Gewalt, sie zurückzuholen, was Bicas neue Freunde zu verhindern suchen.

Umsetzung


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Noch vor dem Vorspann macht der Film neugierig durch ein Amateurvideo, in dem Bitch in Nachaufnahme freimütig erzählt, sie sei eine Diebin, man könne sie leicht als solche erkennen und man müsse die reichen Leute bestehlen, weil sie freiwillig nichts abgeben würden – Rechtfertigung und Provokation zugleich. Damit sind die Grundthemen bereits umrissen, auch wenn erst später klar wird, dass Bitch hier von ihrer Freundin Milka interviewt wurde. Der semidokumentarische Charakter des Spielfilms wird auch noch durch die Einführung der Hauptfiguren mit eingeblendeten Informationen und vor allem durch die Handkamera hervorgehoben. Der fiktionale Charakter ist ebenfalls durch die Handkamera zu erkennen, die häufig die Perspektive einzelner Figuren einnimmt, sowie gleich zu Beginn durch eine achronologische Montage, die Details der Flucht nach Deutschland vorwegnimmt und Bicas Trennung von ihrem Bruder in Zeitlupe zeigt. Schnelle Einstellungswechsel und Schnitte visualisieren das Lebensgefühl der Jugendlichen, aber auch die Anspannung bei den Diebstählen, bei denen Sekundenbruchteile über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Das Beste am Film ist eindeutig Katharina Derr als Bica/Bitch, die ihre Rolle nicht zu spielen scheint, sondern lebt und sogar leichte dramaturgische Schwächen des Films vergessen lässt.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Mit seiner rundum sympathischen Hauptfigur gelingt es dem Autor und Regisseur Martin Theo Krieger, Empathie für die Situation solcher meistens unerkannt in Deutschland lebender Straßenkinder aus osteuropäischen Ländern zu wecken und sogar Identifikation zu ermöglichen. Seine Geschichte beruht auf realen Ereignissen, Erfahrungen und Lebensverhältnissen, ist aber universell gehalten und lässt der jungen Protagonistin am Ende sogar ein kleines Stück Hoffnung. Im direkten Vergleich zweier so unterschiedlicher Lebenswelten lassen sich aktuelle Konflikte unserer Gesellschaft, etwa zwischen Arm und Reich thematisieren, die nicht nur einem Ost-West-Gefälle entsprechen, und ermöglichen einen anderen Blick auf das "normale" Teenagerdasein. Neben der Überprüfung von Vorurteilen gegenüber solchen Randexistenzen fördert der Film auch eine persönliche Auseinandersetzung mit Werten, mit Selbstbestimmung und Menschenwürde.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Holger Twele, letzte Aktualisierung: 05.10.2016

Regie

Martin Theo Krieger

Buch

Martin Theo Krieger

Darsteller/innen

Katharina Derr, Patrick von Blume, Sina Tkotsch, Lucien Le Rest, Igor Dolgatschew u. a.

Länge

103 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung

Format

35mm

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

farbfilm verleih

Festivals

Internationale Hofer Filmtage 2007; 58. Internationale Filmfestspiele Berlin; 23rd Annual St. Barbara International Film Festival 2008: Best Foreign Film Award; EuropaCinema Viareggio 2008: Lobende Erwähnung für Katharina Derr für ihre schauspielerische Leistung

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