Inhalt
Seiner schwangeren Freundin zuliebe gibt Mr. Fox, ein umtriebiger Hühnerdieb, seinen räuberischen Lebensstil auf. Er wird Zeitungskolumnist. Doch nach zwölf Jahren gutbürgerlicher Existenz mit Frau und pubertierendem Sohn langweilt er sich im heimeligen Fuchsbau. Gemeinsam mit seinem Freund Kylie, einem Opossum, und seinem Neffen Kristofferson nimmt der durchtriebene Rotschwanz seine alten Gewohnheiten heimlich wieder auf. Den Bauern Grob, Grimm und Gräulich gefällt es gar nicht, dass sich ihr Bestand an Federvieh und Apfelwein von Nacht zu Nacht schmälert. Ihr Rachefeldzug bringt nicht nur den Fuchs, sondern die ganzen Tiere des Waldes in höchste Not. Doch unter der Führung des cleveren Mr. Fox gelingt ihnen ein gewaltiger Gegenschlag.
Umsetzung
Regisseur Wes Anderson ist eine in jeder Hinsicht ungewöhnliche des bekannten Kinderbuchs von Roald Dahl gelungen. Die Originalhandlung haben Anderson und Co-Autor Noah Baumbach um neue Szenen und Figuren erweitert. Der Kern der Geschichte - der Konflikt zwischen Mensch und Tier, Kultur und Wildheit, Verantwortung und Freiheit, Gesellschaft und Individualismus blieb jedoch unverändert. Die amüsanten Dialoge wurden zum Teil wortgetreu übernommen, auch Dahls Kapitelüberschriften finden sich als Einblendung in jeder neuen Episode wieder. Die vielschichtige Fabel setzte Anderson mit handgefertigten Puppen und gemäldeartigen Bühnenbildern in Stop-Motion-Technik um. Diese Rückbesinnung auf klassische Trickfilmtechniken und aufwendige Filmkunst funktioniert erstaunlich gut, an keiner Stelle wirkt der Film altbacken oder antiquiert. Der entspannte Erzählfluss, die lässige, menschenähnliche Physiognomie der Fuchsfamilie, der angeraute, etwas ruckartige Animationsstil, untermalt von 70er-Jahre Popsongs - all dies setzt vergnüglich frische Pendants zu dem gewohnten Perfektionismus moderner Animationsfilme.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Die im Film aufgegriffenen komplexen Spannungsfelder wie Mensch und Tier, Zivilisation und Wildheit, aber auch Familie und Individualität, Verantwortung und Freiheit, Mut und Angst sind für Kinder ab etwa 10 Jahren nachvollziehbar und können im Unterricht aufgegriffen, diskutiert und mit eigenen Erfahrungsbereichen verglichen werden. Auch die schwierige Vater-Sohn-Beziehung zwischen Mr. Fox und seinem Sohn Ash, einem unbeholfenen Außenseiter auf der Suche nach sich selbst, bietet gute Anknüpfungsmöglichkeiten für eine Auseinandersetzung mit Fragen der Identität, Selbstakzeptanz, Familienbeziehungen und Lebensplanung. Gleichzeitig kann sie auch als Ausgangspunkt für einen Medienvergleich, beispielsweise im Englischunterricht, dienen: Hatte Mr. Fox im Buch lediglich namenlose Fuchsjungen, wurde im Film unter anderem dieser Figurenaspekt psychologisiert und ausgebaut. Mag auch die Machart vordergründig den Sehgewohnheiten Heranwachsender zuwiderlaufen, birgt sie doch ausgezeichnete Möglichkeiten, klassische Trickfilmtechniken kennen zu lernen und selbst auszuprobieren: Angefangen bei der Gestaltung der Figuren aus Knetmasse, Silikon und echten Tierhaaren, über das Formen des Setdesigns, bis hin zur zeitaufwendigen Stop-Motion-Technik, einem der ältesten Spezialeffekte, der im Film eingesetzt wird. Eine vergleichende Rezeptionsanalyse zu herkömmlichen Animationsfilmen liefert zusätzlichen Diskussionsstoff.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Ula Brunner
,
22.02.2010
,
letzte Aktualisierung:
04.10.2016
Regie
Wes Anderson
Buch
Wes Anderson, Noah Baumbach nach Roald Dahls Kinderbuch "Fantastic Mr. Fox" (1970)
Darsteller*innen
(Deutsche Synchronstimmen) Andrea Sawatzki, Christian Berkel u. a.
Länge
88 Min
Sprachfassung
deutsche Synchronfassung; engl. Original mit Untertiteln
Format
35mm
FSK
ab 6 Jahre
Verleih
20th Century Fox