Filmplakat Der Mann der seine Haut verkaufte

Der Mann, der seine Haut verkaufte

Tunesien, Frankreich, Belgien, Deutschland, Schweden 2020

Der Syrer Sam Ali flüchtet vor dem Bürgerkrieg aus seiner Heimat ins libanesische Beirut und sieht keine Chance, seiner großen Liebe nach Belgien nachzureisen. Als ihm ein Starkünstler jedoch anbietet, seinen Rücken in ein begehrtes Kunstobjekt zu verwandeln, willigt der junge Mann ein, um seinen Traum zu verwirklichen. Aufregend-ambivalentes Drama, das von einem wahren Fall inspiriert wurde und brisante Fragen zur persönlichen Freiheit aufwirft.

Originaltitel

The Man Who Sold His Skin

Genre

Drama

Klassenstufe

10. bis 0. Klasse

Altersempfehlung

15 bis 0 Jahre

Unterrichtsfächer

Kunst, Politik, Sozialkunde, Ethik, Philosophie, Französisch, Psychologie

Themen

Geflüchtete, Freiheit, Menschenwürde, Kunst, Reisen, Ausbeutung, Liebe, Syrien, Europa, Gesellschaft

Kinostart

24.02.2022

SchulKinoWochen

Inhalt


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Der Bürgerkrieg in Syrien entzweit im Jahr 2011 Sam Ali und seine große Liebe Abeer. Während er nach einer Verhaftung Zuflucht in der libanesischen Hauptstadt Beirut sucht, heiratet sie einen wohlhabenden Mann und zieht mit ihm nach Brüssel. Sams Hoffnung, ihr irgendwann nachreisen zu können, scheint aussichtslos. Doch dann begegnet der mittellose Syrer dem zeitgenössischen Starkünstler Jeffrey Godefroi, der ihm eine Abbildung des Schengen-Visums auf den Rücken tätowieren und ihn so in ein begehrtes Kunstobjekt verwandeln möchte. Sam willigt ein und findet sich schon bald in Belgien wieder, wo er den Kontakt zu seiner Ex-Verlobten sucht. Obwohl er nun in einem erstklassigen Hotel residiert, merkt er schnell, dass er sich mit dem Deal, der Ausstellungsverpflichtungen umfasst, in ein zermürbendes Abhängigkeitsverhältnis manövriert hat.

Umsetzung


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Der Film der tunesischen Regisseurin und Drehbuchautorin Kaouther Ben Hania ist von der wahren Geschichte des Schweizers Tim Steiner inspiriert, der dem belgischen Künstler Wim Delvoye seinen Rücken zur Verfügung stellte und dessen Tattoo von einem Hamburger Sammler erworben wurde. DER MANN DER SEINE HAUT VERKAUFTE erweitert diese bizarre Begebenheit allerdings um eine dezidiert politische Note, indem das lebende Kunstobjekt zu einem syrischen Geflüchteten wird. Sein ernstes Thema – die persönliche Freiheit eines Menschen – bricht das in sorgsam komponierte Bilder verpackte Drama immer wieder satirisch auf und zieht ein ums andere Mal die Abgehobenheit des Kunstbetriebs durch den Kakao. Gegen Ende erscheinen manche Attacken jedoch noch einmal in einem anderen Licht. Nicht ganz überzeugend fügt sich die Romanze in die im letzten Drittel etwas zu hastig von einer Wendung zur nächsten springenden Handlung ein.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Ausgehend von der Herkunft des Protagonisten lässt sich im Unterricht erörtern, wie der Bürgerkrieg in Syrien den Alltag der Menschen bestimmt. Hat sich die Lage seit 2011 verändert? Oder sind nach wie vor zahlreiche Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen? Sams faustischer Pakt mit Godefroi lädt ferner dazu ein, über das Wesen der Freiheit zu diskutieren: Wie selbstverständlich ist sie? Und wo gibt es für sie in unserer modernen Welt Grenzen? Daran anschließend könnte man auch das hier skizzierte Umfeld genauer in den Blick nehmen und sich fragen, ob Kunst, wie es manchmal heißt, wirklich alles darf. Führen die möglicherweise guten Absichten Godefrois nicht geradewegs in Richtung Menschenhandel? Für eine fruchtbare Debatte dürfte nicht zuletzt eine filmstilistische Analyse sorgen: Warum greift die Regisseurin immer wieder auf Spiegelungen zurück und spielt mit der Unschärfe des Bildes? Wie wird Musik in DER MANN DER SEINE HAUT VERKAUFTE eingesetzt?

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Christopher Diekhaus, 31.01.2022, letzte Aktualisierung: 13.04.2022

Regie

Kaouther Ben Hania

Buch

Kaouther Ben Hania

Darsteller/innen

Yahya Mahayni, Dea Liane, Koen De Bouw, Monica Bellucci, Saad Lostan, Christian Vadim, Jan Dahdouh, Darina Al Joundi, Marc de Panda, Najoua, Zouhair u. a.

Länge

108 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

eksystent Filmverleih

Festivals

Filmfestspiele von Venedig 2020: Darstellerpreis „Orrizonti“ für Yahya Mahayni; El Gouna Film Festival 2020: Bester arabischer Film im Spielfilmwettbewerb; Tokyo International Film Festival 2020; Lichter Filmfest 2021; Zurich Film Festival 2021; Prix Lumière 2021: Auszeichnung als beste internationale Koproduktion; Oscars 2021: Nominierung als bester internationaler Film

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