Der wilde Wald, Mindjazz Pictures

Der wilde Wald

Deutschland 2021

„Natur Natur sein lassen“ lautet die Philosophie des Nationalparks Bayerischer Wald. Trotz eines massiven Widerstands ist diese Vision zu einem bahnbrechenden Vorzeigeprojekt geworden. Weil der Mensch nicht in die Natur eingreift, wächst aus den einstigen Wirtschaftswäldern ein Urwald heran, ein einzigartiges Ökosystem und ein Refugium der Artenvielfalt.

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 6. Klasse

Altersempfehlung

ab 10 Jahre

Unterrichtsfächer

Erdkunde, Biologie, Ethik, Philosophie, Politik, Chemie, fächerübergreifend: Bildung für nachhaltige Entwicklung

Themen

gutes Leben, Ökosystem Wald, Ökosysteme, Natur, Naturschutz, Klimawandel, Biodiversität, Sinnsuche

Kinostart

07.10.2022

Inhalt


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Entlang der Grenze zu Tschechien bildet der Bayerische Wald zusammen mit dem Nationalpark Ŝumava den größten Nationalpark Mitteleuropas. 1970 wurde mit dem Experiment begonnen, in diesen Teil des Bayerischen Waldes nicht mehr einzugreifen. Zerstörerische Stürme und der Borkenkäfer schienen den Plan in den 1980er Jahren zum Scheitern zu bringen. Massive Proteste von Menschen aus der Region forderten, den Wald zu retten. Doch wurde nicht eingeschritten; es zeigte sich, dass der Wald sich selbst regenerieren konnte. Er hat sich zu einem Urwald von beeindruckender Artenvielfalt entwickelt. Luchse, Wölfe und Elche sind hier zu Hause. Für die Entomologin Diana Six ist der Bayerische Wald ein Schlaraffenland der Insektenforschung. So gibt es nur hier den Ambrosiuskäfer. Die Philosophin Christina Pinsdorf sieht in diesem Naturraum die Chance, anschaulich über das Verhältnis Mensch und Wildnis zu reflektieren. Und für den Krankenpfleger und Fotografen Bastian Kalous ist das Durchwandern des Waldes Inbegriff von Freiheit.

Umsetzung


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Der Film wechselt zwischen Naturaufnahmen im Stil des Natur- und Tierfilms sowie Interviewpassagen mit Wissenschaftler*innen und Verantwortlichen für den Nationalpark. Den roten Faden bildet Bastian Kalous. Den Wald zu durchstreifen bedeutet ihm gutes Leben. Immer wieder kommt er an Stellen, an denen er noch nicht war und findet neue Motive für seine Polaroidkamera. Er ist die eigentliche Schnittstelle zum Publikum. Bastian Kalous erlebt den Wald, während die anderen Protagonist*innen den Wald eher erklären. Der Film zielt darauf ab, lehrreich zu sein, vermeidet es jedoch weitestgehend, belehrend zu wirken. Die Kameraarbeit ist auf der Höhe der Zeit. Beeindruckend ist die Kameraführung, wenn sie beispielsweise auf Augenhöhe durch Bachläufe des Waldes schwebt. Texteinblendungen kontextualisieren den Wald mit aktuellen Diskussionen zu den Themen Umwelt und Nachhaltigkeit.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Lisa Eder verknüpft in ihrem Film die Geschichte des Bayerischen Waldes mit dessen Gegenwart. Vergangene Ereignisse wie etwa die Proteste gegen eine Politik, die den Wald sich selbst überlässt, sind als Archivmaterial zu sehen. Im medienpädagogisch orientierten Unterricht können hier Fragen zur Ästhetik und Wirkung unterschiedlicher historischer Bewegtbildformate besprochen werden. Was unterscheidet die Bilder aus der Fernsehberichterstattung der 1980er Jahre von den breiten, für die Kinoerfahrung gestalteten Bildern des Waldes heute? Im Ethikunterricht kann an die Aussagen der Philosophin Christina Pinsdorf angeknüpft und Fragen zum Verhältnis von Mensch und Natur, Mensch und Wildnis diskutiert werden. Im Biologieunterricht können die Schülerinnen und Schüler zum Ambrosiuskäfer recherchieren und ein Diversitäts-Profil des Insekts entwickeln. Für alle Fächer bietet sich eine Exkursion in den Bayerischen Wald oder ein Waldspaziergang an.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Dr. Thomas Klein, 07.02.2022, letzte Aktualisierung: 11.01.2024

Regie

Lisa Eder

Buch

Lisa Eder

Darsteller*innen

Mitwirkende: Prof. Dr. Diana Six, Dr. Christina Pinsdorf, Dr. Franz Leibl, Prof. Dr. Jörg Müller, Peter Langhammer, Pavel Hubeny, Bastian Kalous

Länge

89

Sprachfassung

Deutsche Fassung mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ohne Altersbeschränkung

Verleih

Mindjazz Pictures

Festivals

Dok.fest München 2021

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