Inhalt
Eines Tages findet ein Bambussammler im Wald ein Baby. Ein normales Kind aber ist dieses nicht. In Windeseile wächst es von einem Säugling zu einem Kleinkind und schließlich zu einer jungen Frau heran. Staunend bieten der Bambussammler und seine Frau dem Mädchen, dem sie den Namen Kaguya geben, ein Zuhause. Doch als der Bambussammler im Wald schließlich Gold und wertvolle Kleider entdeckt, hält er dies für eine Botschaft: Kaguya soll eine Prinzessin werden. So bringt er das Mädchen, das die Natur so liebt, in einen Palast, in dem es ausgebildet werden soll. Kaguya aber ist dort nicht glücklich. Erst recht nicht, als sie auch noch verheiratet werden soll.
Umsetzung
Der japanische Zeichentrickfilm „Die Legende der Prinzessin Kaguya“ basiert auf der Erzählung „Die Geschichte vom Bambussammler“, die auf das 9. Jahrhundert zurückgeht. Isao Takahata verzichtet jedoch auf die typischen Gestaltungsmerkmale von Animes wie etwa Figuren mit großen Augen und detaillierte Hintergründe. Stattdessen sucht er gestalterisch vielmehr die Nähe zu den Wasserfarbmalerieren traditioneller japanischer Bilderrollen. Grob konturierte Figuren und reduzierte, oft nur angedeutete Hintergründe in entsättigten Farbtönen bestimmen den Stil dieses handgezeichneten Trickfilms. Ebenso formal wie inhaltlich wird dabei immer wieder das Faible des Regisseurs für den Neorealismus deutlich. So schlägt er sich ganz auf die Seite der armen, einfachen Bevölkerung und erzählt aus deren Perspektive, während er mit genauen Beobachtungen deren Leben und Alltag darstellt.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Das Leben der armen Landbevölkerung und das Leben im reichen Palast, Freiheit und Zwang, Natur und Zivilisation, Auflehnung und Anpassung – dies sind die Pole, zwischen denen sich die Geschichte des Animes abspielen. „Die Legende der Prinzessin Kaguya“ erweist sich so als universelle Parabel über den Wunsch nach Selbstbestimmung über das eigene Leben, wenngleich das Loblied auf die Natur ein wenig idealistisch verklärt erscheint. Neben diesen Themen lässt sich im Unterricht auch auf die Darstellung der Geschlechterrollen eingehen. Für den Kunstunterricht bietet sich insbesondere eine Auseinandersetzung mit der Ästhetik japanischer Bilderrollen und Wasserfarbmalereien an, während japanische Legenden im Vergleich zu westlichen Märchen in Deutsch erörtert werden können. Mit älteren Schülern/innen kann darüber hinaus auch der Bezug zum Neorealismus erarbeitet und im Gesamtwerk Takahatas, zu dessen bekanntesten Filmen „Die letzten Glühwürmchen“ zählt, analysiert werden.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Stefan Stiletto
,
04.11.2014
,
letzte Aktualisierung:
28.04.2016
Regie
Isao Takahata
Buch
Riko Sakaguchi, basierend auf der japanischen Volkserzählung „Die Legende von der Mondprinzessin Kaguya-hime“
Länge
137 Min
Sprachfassung
deutsch, japanische Originalfassung mit deutschen Utnertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
ohne Altersbeschränkung
Verleih
Universum Film