Filmplakat Die Reise mit Vater

Die Reise mit Vater

Deutschland, Rumänien, Ungarn, Schweden 2016

Vor dem Hintergrund des „Prager Frühlings“ erzählt das beschwingte, aber ebenso nachdenklich stimmende Roadmovie von einem jungen Arzt, der mit seinem rebellischen Bruder und seinem schwer kranken Vater vom rumänischen Arad nach Dresden aufbricht, wo sich Letzterer einem lebensrettenden Eingriff unterziehen soll. Aufgrund der angespannten politischen Lage strandet das Trio allerdings in einem Auffanglager für Touristen an der ostdeutschen Grenze.

Genre

Tragikomödie, Roadmovie

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Geschichte, Politik, Sozialkunde, Deutsch, Psychologie, Medienkunde

Themen

Familie, Demokratie, Freiheit, Heimat, Hoffnung, Zukunft, Kapitalismus, Kommunismus, Sozialismus, Europa, Sowjetunion, Kalter Krieg, Politik, Biografie, Reisen

Kinostart

17.11.2016

Inhalt


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Im Jahr 1968 brechen der Arzt Mihai, sein rebellischer Bruder Emil und sein kranker Vater William mit einem klapprigen Wagen vom rumänischen Arad in Richtung Dresden auf, wo William eine längst überfällige Operation erwartet. Auf ihrer Reise erleben die Rumäniendeutschen die Auswirkungen des „Prager Frühlings“ am eigenen Leib, der die sowjetische Welt in höchste Alarmbereitschaft versetzt. An der ostdeutschen Grenze angekommen, wird das Trio zunächst in einem Auffanglager für Touristen festgesetzt und begegnet dort der idealistischen Ulli. Da der Weg über die Tschechoslowakei nach den Unruhen in Prag versperrt ist, erhalten Mihai und seine Verwandten ein Transitvisum, mit dem sie durch die BRD in ihre Heimat zurückreisen sollen. In München finden sie allerdings erst einmal in Ullis linker Studenten-WG Unterschlupf.

Umsetzung


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Inspiriert ist das Spielfilmdebüt der in Rumänien geborenen, mittlerweile aber in Deutschland lebenden Regisseurin Anca Miruna Lăzărescu von den Erfahrungen ihres Vaters, der als Jugendlicher eine ähnliche Odyssee wie die Protagonisten erlebte. Angelegt als beschwingtes Roadmovie mit schelmischem Witz und sympathischen Figuren, bindet der Film die politischen Geschehnisse des Jahres 1968 trotz einiger Überzeichnungen geschickt in die Handlung ein und greift dabei immer wieder auf Archivaufnahmen zurück. Am Beispiel von Mihais Familie entwirft die Tragikomödie ein facettenreiches Bild vom Leben im Sozialismus, das zwischen großen Hoffnungen und bitteren Enttäuschungen schwankt. Einerseits lohnt es sich, für Freiheitsbestrebungen zu kämpfen. Andererseits ist das System des Denunzierens weit verbreitet und das Misstrauen riesengroß, wie der Film auch gegen Ende unterstreicht.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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„Die Reise mit Vater“ lädt dazu ein, noch tiefer in den sozialistischen Alltag einzutauchen und die Möglichkeiten und Beschränkungen der Menschen genauer in den Blick zu nehmen. Da der „Prager Frühling“ eine zentrale Rolle für die Geschichte spielt, lohnt es sich zudem, das Liberalisierungs- und Demokratisierungsprogramm in der damaligen Tschechoslowakei und dessen gewaltsame Unterdrückung im Unterricht zu behandeln. Fragen könnte man in diesem Zusammenhang etwa, welche Personen und Organisationen dabei besonders in Erscheinung traten. Reizvoll wäre angesichts der Herkunft der Figuren und der Regisseurin auch eine eingehende Auseinandersetzung mit der Herrschaft des rumänischen Staatschefs Nicolae Ceauşescu, dessen Reaktionen auf den „Prager Frühling“ im Film von den Protagonisten noch gelobt werden, der über die Jahre jedoch eine der grausamsten Ostblock-Diktaturen errichtete. Diskussionspotenzial liefert nicht zuletzt die Haltung der idealistischen Studenten aus Ullis WG, die Lăzărescu als etwas naiv und einseitig entlarvt.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Christopher Diekhaus, 25.09.2016, letzte Aktualisierung: 25.10.2019

Regie

Anca Miruna Lăzărescu

Buch

Anca Miruna Lăzărescu

Darsteller/innen

Alex Mărgineanu, Răzvan Enciu, Ovidiu Schumacher, Susanne Bormann, Manuel Klein, Doru Ana, Marcela Nistor, Lutz Blochberger, Ana Ularu u.a.

Länge

111 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung

Format

digital, Farbe, Cinemascope

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Movienet

Festivals

Filmfest München 2016: One-Future-Preis (lobende Erwähnung), Spezialpreis für die beste Filmmusik; Jameson CineFest – Miskolc International Film Festival 2016: CICAE Award

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