Filmplakat Die Zähmung der Bäume

Die Zähmung der Bäume

Schweiz, Deutschland, Georgien 2021

Jahrhundertealte Bäume schwimmen vor der georgischen Küste auf dem Schwarzen Meer. Vollständig entwurzelt werden diese aus einer Bergregion in den Privatgarten eines Milliardärs verfrachtet. Salomé Jashi beobachtet in ihrem Dokumentarfilm, wie Arbeitende und Anwohnende das irrwitzige Luxusprojekt eines Milliardärs erleben, wirft Fragen über Umweltzerstörung auf und findet nicht zuletzt Schönheit in diesen zugleich realen und surrealen Bildern.

Originaltitel

Taming the Garden

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 11. Klasse

Altersempfehlung

ab 16 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Erdkunde, Biologie, Ethik, Sozialkunde, Kunst

Themen

Umwelt/Umweltschutz, Ökologie, Arbeit, soziale Gegensätze, Demokratie

Kinostart

02.12.2021

Inhalt


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Über die Schulter zweier Angler blickt die Kamera auf das Meer, wo ein riesiger Baum zu treiben scheint. So beginnt der Film der Dokumentarfilmerin Salomé Jashi – und mit einer anderen Perspektive auf dieses surreale Schauspiel endet er. Ohne Kommentar zu den Hintergründen beobachtet Jashi eine sprichwörtliche Entwurzelung an der georgischen Schwarzmeerküste. Arbeiter baggern Löcher, bauen Straßen und heben teils jahrhundertealte Bäume samt Wurzelwerk aus dem Boden. Anwohnende Menschen bezeugen diesen Prozess. Einige glücklich, ob der finanziellen Kompensation, manche scheinbar gleichgültig, andere unter Tränen. Sie haben unter diesen Bäumen gespielt, Schatten gesucht, deren Früchte geerntet. Erst allmählich offenbart der Film, dass all dies im Auftrag eines reichen Mannes geschieht, der die Bäume in seinem Kunstgarten verpflanzen lässt.

Umsetzung


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Der Name jenes Milliardärs fällt in DIE ZÄHMUNG DER BÄUME nur beiläufig, zu sehen ist er nicht. Bidsina Iwanischwili ist der reichste Mann von Georgien, ehemaliger Präsident und als Gründer der Partei „Georgischer Traum“ auch im Hintergrund noch ein mächtiger politischer Akteur. Doch Jashi geht es eben nicht um diese Person, sondern um die Auswirkungen ihrer seltsamen Luxusunternehmung. Beobachtend geht der Dokumentarfilm dabei vor, filmt Menschen bei Alltagsgesprächen: Arbeiter spekulieren über den Zweck des Ganzen (versprechen die Bäume ein längeres Leben?). Anwohner*innen beraten, wie sie sich gegen Ausbeutung wehren könnten. Die reduzierte und elliptische Erzählweise erklärt nichts, lässt das Gezeigte Mysterium sein. Statt politisch oder ökologisch zu bewerten, findet der Film vielmehr Schönheit in den Bildern dieses irrwitzigen Baumtransports.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Aufgrund der Form ist der Film für den Unterricht besonders aufgrund der Reaktionen interessant, die seine Bilder bei Schüler*innen ohne Vorwissen auslösen. Hier kann in allen Fächern zunächst mit dem atmosphärisch gestalteten Trailer gearbeitet werden. Wovon könnte der Film handeln und welche Filmgattung könnte es sein? Welche Gefühle lösen die Bilder aus? Im Anschluss an die Filmsichtung sollten Fragen gesammelt werden, zu denen Kleingruppen anschließend recherchieren: Wem gehört der Garten? Warum wehren sich die Menschen nicht gegen den „Baumraub“? Je nach Fach können politische, ökologisch-ethische oder auch biologische Themen im Zentrum stehen. Mit diesem Hintergrundwissen können die Schüler*innen auf den beobachtenden Stil zurückkommen und die (kritische?) Haltung des Films diskutieren. Welche Wirkung hat der Film von Salomé Jashi, den ein informativer Dokumentarfilm nicht gehabt hätte?

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Jan-Philipp Kohlmann, 30.11.2021, letzte Aktualisierung: 30.11.2021

Regie

Salomé Jashi

Buch

Salomé Jashi

Länge

90 Min

Sprachfassung

georgische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ohne Altersbeschränkung

Verleih

Film Kino Text

Festivals

(Auswahl) Docudays UA International Human Rights Documentary Film Festival Kiew 2021: Bester Film; Filmkunstfestival Mecklenburg-Vorpommern 2021: Bester Dokumentarfilm; Cinéma du Réel Paris 2021: Lobende Erwähnung (Preis der Jugendjury

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