Filmplakat Ein verborgenes Leben

Ein verborgenes Leben

Deutschland, USA 2019

Selbst im Angesicht der drohenden Hinrichtung bleibt Franz Jägerstätter davon überzeugt, seinem Gewissen folgen zu müssen. Ist es richtig, in einer Notsituation seine Haltung höher zu stellen als das Wohlergehen seiner engsten Angehörigen? Dieses moralische Dilemma steht im Zentrum des fast dreistündigen Historienfilms des US-Regisseurs Terrence Malick, der in elegischen Sequenzen die letzten drei Lebensjahre des österreichischen Bauern und Hitler-Gegners Franz Jägerstätter rekapituliert, der 1943 wegen Wehrkraftzersetzung zum Tod verurteilt und hingerichtet wurde.

Originaltitel

A Hidden Life

Genre

(Historien-)Drama, Biografie

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Geschichte, Politik, Sozialkunde, Religion, Ethik, Philosophie, Deutsch

Themen

Zweiter Weltkrieg, Nationalsozialismus, Widerstand, Zivilcourage, Gewissen, Pazifismus, Familie, Christentum, Kriegsdienstverweigerung, Todesstrafe

Kinostart

30.01.2020

Inhalt


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Das Historiendrama beruht auf dem realen Fall des österreichischen Bauers und Kriegsdienst-verweigerers Franz Jägerstätter (1907-1943). Nach der Annektion Österreichs durch Hitler-Deutschland lebt er mit seiner Frau Fani und drei kleinen Töchtern in St. Radegund, einer kleinen Gemeinde in Oberösterreich. Im Dorf macht er aus seiner Ablehnung der NS-Ideologie keinen Hehl. Im Zweiten Weltkrieg lehnt der gläubige Katholik es ab, für den NS-Staat zu kämpfen. Wegen dieser Überzeugung werden er und seine Familie im Dorf zu Außenseitern und zunehmend abgelehnt. Als er 1943 zur Truppe eingezogen werden soll, verweigert er den Eid auf Adolf Hitler aus Gewissensgründen. Jägerstätter wird festgenommen, nach Berlin gebracht und vom Reichskriegsgericht wegen "Zersetzung der Wehrkraft" zum Tode verurteilt. Seine Frau kann ihn kurz vor der Hinrichtung in Berlin noch für einige Minuten sehen und Abschied nehmen.

Umsetzung


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Der fast dreistündige Film von US-Regisseur Terrence Malick stützt sich auf den Briefwechsel des Ehepaars Jägerstätter, den Erna Putz als Buch herausgebracht hat, und eine Biografie des US-Soziologen Gordon Zahn. Die sorgfältige Ausstattung, eingestreute dokumentarische Kriegsaufnahmen und die Szenen in Jägerstätters Haus und anderen realen Schauplätzen erzeugen eine starke authentische Atmosphäre. Der nervöse Schnittrhythmus, verkantete Kameraeinstellungen, die teils bombastische Filmmusik, die naturmystische Überhöhung der idyllischen Landschaft, die aus dem Off vorgetragenen Briefauszüge des Ehepaars und das ausdrucksstarke Spiel der Hauptdarsteller August Diehl und Valerie Pachner veranschaulichen die seelischen Ausnahmezustände der Eheleute. Besondere Spannung erzeugt durch die alternierende Montage, die in der zweiten Hälfte abwechselnd Szenen mit Jägerstätter in Haft und seiner Familie in Freiheit kontrastiert.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Ausgehend vom Film lässt sich analysieren, wie diktatorische Systeme Individuen in eine gleichgeschaltete Gesellschaft zwingen. Warum ist Jägerstätter der einzige im Dorf, der sich gegen die NS-Gewaltherrschaft auflehnt? Wie wird er hier als Märtyrer dargestellt? Jägerstätters Fall geriet über Jahrzehnte in Vergessenheit, doch 1997 wurde der Verurteilte rehabilitiert und 2007 seliggesprochen. Wieso hat das Umdenken in Österreich so lange gedauert? Hier liegt es nahe, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur Wertschätzung der deutschen Widerständler Georg Elser und Sophie Scholl herauszuarbeiten. Die Schüler*innen können sich mit dem Dilemma zwischen Gewissenstreue und Rücksicht auf die Familie auseinandersetzen. Warum trägt Fani die Entscheidung ihres Mannes mit, den Treueeid auf Adolf Hitler zu verweigern? Warum schlägt Jägerstätter das Angebot aus, den Wehrdienst ohne Waffe als Sanitäter zu leisten? Schließlich können die Schüler/innen ergründen, wie sie in einer Gewissensfrage entscheiden würden.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Reinhard Kleber, 28.01.2020, letzte Aktualisierung: 06.02.2020

Regie

Terrence Malick

Buch

Terrence Malick, auf der Basis der Biografie "Er folgte seinem Gewissen. Das einsame Zeugnis des Franz Jägerstätters" von Gordon Zahn

Darsteller/innen

August Diehl, Valerie Pachner, Maria Simon, Karin Neuhäuser, Tobias Moretti, Ulrich Matthes, Matthias Schoenarts u. a.

Länge

174 Min

Sprachfassung

englische Originalfassung, deutsche Fassung, barrierefreie Fassungen verfügbar

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Pandora Film

Festivals

Internationale Filmfestspiele Cannes 2019

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