Inhalt
Beschriftete Ping-Pong-Bälle auf den Treppenstufen von Damaskus, nächtliche Lichtsignale aus den Wohnblöcken Madrids, Smart Mobs auf der Wall Street oder die entblößten Brüste der FEMEN-Aktivistinnen: Der gewaltfreie Protest gegen soziale, wirtschaftliche und politische Missstände hat weltweit neue und kreative Formen angenommen. In ihrem Dokumentarfilm begleiten die iranisch-österreichischen Riahi Brothers ein Dutzend Aktivisten/innen aus Europa, dem Nahen Osten und den USA für einen kurzen Zeitraum bei ihrem Engagement auf der Straße sowie hinter den Kulissen und entwerfen so ein Mosaik des weltweit vernetzten gewaltlosen Widerstands. Dabei stehen die kollektiven Aktions- und Organisationsformen von parteilosen Bewegungen wie Occupy, Yes Men oder Indignados 15M im Fokus, die politischen und wirtschaftlichen Hintergründe werden nur gestreift.
Umsetzung
Die Stärke des Films liegt in der Möglichkeit zum Vergleich. Schnell wird deutlich, dass die Aktivisten/innen zwar weltweit dieselbe Auffassung von Gewaltlosigkeit teilen, die Strategien und Methoden des Protestes in Ländern wie Syrien oder Iran aber zwangsläufig andere sein müssen als die in freiheitlich-demokratischen Staaten wie Spanien oder den USA. Neben Einblicken in persönliche Schicksale, wie das eines von Zwangsräumung betroffenen Wohnungseigentümers in Madrid, oder die Beweggründe einzelner Aktivisten/innen, wie beispielsweise die der ukrainischen FEMEN-Mitbegründerin Inna Shevchenko, liefert der Film durch Interviews mit Experten/innen auch eine wissenschaftliche Perspektive, die die mannigfachen Vorteile und die Effizienz von zivilem Ungehorsam und Gewaltlosigkeit belegt. Eine Flüsterstimme aus dem Off macht das Statement der Filmemacher für Solidarität mit den Betroffenen und Aktivist/innen deutlich.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der Film gibt Anstoß zu Diskussionen über die Chancen und Grenzen der neuen Protestformen im Vergleich zu den herkömmlichen Mitbestimmungsformen in westlichen Demokratien. Dabei sollte die Rolle der Medien, insbesondere bei Aufsehen erregenden Protestformen wie denen der FEMEN-Aktivistinnen, nicht außer Acht gelassen werden, ebenso wenig wie die Relevanz sozialer Netzwerke im Internet oder die Frage, inwiefern sich die Haltung der Filmemacher zu ihrem Sujet in der Machart des Films widerspiegelt. Weitere Anknüpfungspunkte sind die Themen Mut und ziviler Ungehorsam sowie Solidarität außerhalb staatlicher Strukturen. Die Internet-Plattform everydayrebellion.net bietet mit Informationen zu Protestmethoden und einer Weltkarte, in die eine Vielzahl von Videos implementiert sind, über den Film hinausgehendes Material.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Antje Knapp
,
08.08.2014
,
letzte Aktualisierung:
27.09.2016
Regie
The Riahi Brothers
Buch
Arash & Arman T. Riahi
Darsteller*innen
Mitwirkende: Inna Shevchenko, John Jackson, Mike Bonnano u.a.
Länge
118 Min
Sprachfassung
Originalfassung mit deutschen und englischen Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
W-film Distribution
Festivals
Cinema For Peace Award 2014; Civis Online Medienpreis für Integration und kulturelle Vielfalt in Europa 2014; 5-Seen-Festival 2014: Horizonte-Preis; Biografie-Filmfestival Bologna 2014: Publikumspreis; DOX Kopenhagen 2013: Publikumspreis; Dok.Fest München 2014 u.v.a.