Filmplakat Faust

Faust

Russland 2011

Der russische Regisseur Alexander Sokurow hat in seiner eigenwilligen "Faust"-Adaption das Original stark verändert. Angesiedelt in einer spätmittelalterlichen Welt kreist das faszinierende Filmkunstwerk um Mythen, Macht und Sinnfragen. Sukorows fantasievolle Interpretation und die vielschichtige ästhetische Form bieten keinen leichten Filmgenuss, aber spannende Möglichkeiten der filmpädagogischen Auseinandersetzung mit Jugendlichen, die sich sowohl für den Originalstoff als auch für innovative Filmformen interessieren.

Originaltitel

Faust

Genre

Literaturverfilmung, Drama

Klassenstufe

ab 11. Klasse

Altersempfehlung

ab 16 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Religion / Ethik

Themen

Ethik, Filmsprache, Freiheit, Identität, Individuum, Gesellschaft, Macht/Machtgefüge, Manipulation, Mythos, Sinnsuche, Religion/Religiosität, Liebe, Schuld (und Sühne)

Kinostart

19.01.2012

Inhalt


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Alexander Sokurow hat mit Faust die Tragödie von Johann Wolfgang von Goethe frei adaptiert. In seiner Interpretation ist der Protagonist ein Arzt, der mit Unterstützung seines wissenschaftlichen Gehilfen Wagner nach dem Sinn des Lebens und dem Sitz der Seele sucht. Aus Geldnot will Faust einen Ring versetzen und gerät dabei an einen Wucherer, der ganz offensichtlich über übernatürliche Kräfte verfügt. Faust, abgestoßen und zugleich fasziniert, gerät immer stärker unter den Einfluss des manipulativen Alten. Als er zufällig auf die junge unschuldige Margarethe trifft, verliebt er sich in sie. Seine Gefühle werden erwidert, doch dann tötet Faust versehentlich ihren Bruder.

Umsetzung


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Faust ist das letzte Segment einer mehr als zehn Jahre umfassenden Tetralogie des russischen Regisseurs Alexander Sukurow über die Psychologie der Macht und des Bösen. Sokurow hat in seiner eigenwilligen Faust-Adaption das Original stark verändert: Handlungsstränge, Figuren, Motive und Textstellen wurden modifiziert. Angesiedelt in einer spätmittelalterlichen Welt kreist das meditative Gesamtkunstwerk um Mythen, Macht und Sinnfragen. Gemäldehafte Bildkompositionen, statische Kameraeinstellungen, entsättigte Farben und ein opernhafter Soundtrack erzeugen eine düstere und surreale Theatralik. Verzerrte Bilder und ein Klangteppich aus Musik, Dialogfetzen und Geräuschen sowie eine etwas sprunghafte Narration erhöhen den Verfremdungseffekt, reflektieren aber zugleich Fausts Verwirrung, die mit seinem Erkenntnisstreben einhergeht.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Johann Wolfgang von Goethes Tragödie ist ein deutscher Literaturklassiker und auch heute noch für viele Schülerinnen und Schüler Pflichtlektüre. Sukorows faszinierende Arthouse-Interpretation bietet keinen leichten Sehgenuss, aber dennoch spannende Möglichkeiten der filmpädagogischen Auseinandersetzung mit Jugendlichen, die sich sowohl für den Originalstoff als auch für innovative Filmformen interessieren. Ergänzend und vertiefend zur Textlektüre kann beispielsweise im Fach Deutsch die inhaltliche und dramaturgische Umsetzung des Films untersucht und diskutiert werden: Welche Handlungsstränge und Motive wurden ergänzt? Inwiefern wurde der Interpretationsraum des Originals beibehalten, verändert oder erweitert? Fruchtbare Diskussionen ergeben sich zudem aus den ethischen und existenziellen Fragen, die der Film aufwirft. Dabei sollten auch die komplexe Ästhetik, ihre dramaturgische Bedeutung und ihre Wirkungsweise in die Analyse dieses außergewöhnlichen Arthouse-Werks mit einbezogen werden. 

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Downloads

FilmTipp Faust.pdf

Autorin: Ula Brunner, 02.01.2012, letzte Aktualisierung: 27.10.2016

Regie

Alexander Sokurow

Buch

Alexander Sokurow nach dem Drama Faust I von Johann Wolfgang von Goethe

Darsteller/innen

Johannes Zeiler, Anton Adassinsky, Isolda Dychauk, Georg Friedrich, Hanna Schygulla, Antje Lewald, Florian Brückner u. a.

Länge

134 Min

Sprachfassung

deutsch

Format

35mm, Farbe

FSK

ab 16 Jahre

FBW

Prädikat „besonders wertvoll“

Verleih

MFA+ FilmDistribution

Festivals

Internationale Filmfestspiele Venedig 2011: Goldener Löwe

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