Filmplakat Feriado - Erste Liebe

Feriado - Erste Liebe

Ecuador, Norwegen 2014

Diego Araujos Spielfilmdebüt begleitet sensibel das zurückhaltende Verliebtsein eines 16-jährigen jungen Mannes zu einem anderen Mann – in einer heterosexuell geprägten Gesellschaft. Hintergrund der Geschichte bilden die Währungs- und Bankenkrise und gesellschaftlichen Umwälzungen Ender der 1990er Jahre in Ecuador. Thematisiert werden Ablehnung, Akzeptanz und Beschränkt- und Offenheit nicht nur sexueller Orientierungen, sondern von Menschen allgemein.

Originaltitel

Feriado

Genre

Drama, Coming-of-Age

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Spanisch, Deutsch, Politik, Sozialkunde, Ethik, Geschichte, Wirtschafts-wissenschaft

Themen

Erwachsenwerden, Jugend/Jugendliche, Freundschaft, erste Liebe, Homosexualität, Familie, Werte, Schuld, Verantwortung, Diskriminierung, Gewalt

Kinostart

19.02.2014

Inhalt


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In Ecuador herrscht 1999 eine tiefe Währungs- und Bankenkrise, an der hauptsächlich die indigene Bevölkerung leidet. Die Reicheren des Landes haben mit Statusverlust und Enteignung zu kämpfen. Landesflucht und Exil sind eine Folge. Vor diesem politischen und sozialen Hintergrund wird die Geschichte Juan Pablos erster Liebe erzählt. In den Sommerferien besucht er Verwandte aus dem Bankensektor auf dem Land und verliebt sich dabei in den Mechaniker Juano. Während sich Juan Pablo zurückgezogen und introvertiert in der Welt seiner vermögenden Verwandten verhält, blüht er in Juanos Gegenwart zum ersten Mal richtig auf. Der Film portraitiert sensibel und zurückhaltend die Entdeckung romantischer Gefühle eines jungen Mannes für einen anderen Mann – in einer traditionell heterosexuell geprägten Gesellschaft.

Umsetzung


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Die Kamera in Araujos Spielfilmdebüt richtet sich häufig subjektiv – zurückhaltend, schüchtern, aber neugierig – aus Juan Pablos Sicht auf andere: Auf die unverstandenen Verwandten, in deren heller, sauberer und nach außen perfekt ausgestatten Umgebung sowie auf Juano und seine Umgebung, die durch die Menschen in ihr lebendiger, liebevoller und wärmer inszeniert ist. Immer wieder betrachtet der Zuschauer Juano durch Juan Pablos Augen. Durch die Farb- und Formgebung werden Unterschiede deutlich: Die Welt der Reichen ist hell, glatt und kalt, durch klare Formen strukturiert. Die Welt von Juano und seinen Freunden wird weniger ausgeleuchtet und dadurch weniger künstlich gezeigt. Natur- und Landschaftsaufnahmen stehen im Kontrast zur abgeschotteten Welt eines künstlich erschaffenen Anwesens, hier stehen sich Liebe und Gefühlskälte gegenüber.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Der Umgang sowohl mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen in verschiedenen Gesellschaften als auch generell Zuschreibungen von traditionellen männlichen und weiblichen Geschlechterrollen können anhand der Protagonisten ausgearbeitet und vielfach weiterdiskutiert werden. Die Geschichte der indigenen Bevölkerung Ecuadors, deren Kampf um kollektive Rechte für indigene und afro-ecuadorianische Bevölkerungsteile, Indígena-Aufstände und Streiks sind Themen, die im Film lediglich angedeutet, in der Besprechung jedoch recherchiert und ausführlicher behandelt werden können. Darauf bezugnehmend können anhand der Geschichte des Landes unterschiedliche Herrschafts- und Verfassungsformen erarbeitet werden. Die Problematisierung von Bezügen, Parallelen und Unterschieden zur derzeitigen Banken- und Währungskrise könnten das Verständnis ökonomischer Strukturen und Mechanismen stärken.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Jennifer Borrmann, 02.02.2015, letzte Aktualisierung: 20.05.2016

Regie

Diego Araujo

Buch

Diego Araujo

Darsteller/innen

Juan Manuel Arregui, Diego Andrés Paredes, Cristina Morrison, Manuela Merchán, Canela Samaniego u.a.

Länge

95 Min

Sprachfassung

spanische, quechua Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

GMfilms

Festivals

Internationale Filmfestspiele Berlin 2014piele Berlin 2015; Golden Globes 2015: Bester Originalsong; nominiert für den Oscar als Bester Film 2015

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