Inhalt
Blicke hinter die Kulissen der traditionsreichen Bayerischen Staatsoper als künstlerisch-musikalischem Großbetrieb mit weit über 1000 festangestellten und freien Mitarbeitern: Im Zusammenhang neuer Inszenierungen von Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“, Jean-Philippe Rameaus Barockoper „Les Indes galantes“ und Giuseppe Verdis „Un ballo in maschera“ sowie von Ludwig Minkus’ romantischem Ballett „La Bayadère“ äußern sich der dem Haus verbundene Startenor Jonas Kaufmann und die Sopranistin Anja Harteros, prominente Dirigenten wie Zubin Mehta und Ivor Bolton, der derzeitige Opernintendant Nikolaus Bachler und sein langjähriger Vorgänger Sir Peter Jonas ebenso wie Ballettdirektor Igor Zelensky bei und zu ihrer Arbeit. In Gesprächen u. a. mit Orchestermusikern, Kulissenbauern, Maskenbildnern, Kostümschneidern, Theaterschuhmachern und Garderobieren zeigt sich, wie große Oper im Kleinen „gemacht“ wird und funktioniert.
Umsetzung
Die Titelergänzung ist Programm: Entwickelt aus der Binnenperspektive eines mit den Gegebenheiten an der Bayerischen Staatsoper Vertrauten wirft der Film mit Hilfe der Interviews, des opulent bebilderten szenischen Materials aus den genannten Inszenierungen auf der Bühne, der Annäherungen im Probenraum sowie der Impressionen aus den Werkstätten einen phänomenologisch-beschreibenden, immer liebevollen Blick auf die diversen „Gewerke“, die erst im nahtlos ineinandergreifenden Zusammenwirken zur Kunstform Oper werden. Die Offenheit der Gesprächssituationen, in denen auch Anekdotisch-Kurzweiliges nicht ausgespart bleibt, konterkariert Talking-Head-Langeweile; ansprechend ist auch die Montage, die die verschiedenen Materialelemente elegant rhythmisiert und miteinander verbindet. Als Augen öffnendes Stilmittel wirkt vor allem der Schnitt, der immer wieder Situationen von den Proben zu den fertig inszenierten Aufführungen und wieder zurück passgenau überblendet.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Mit seinem beherzten, durchaus eingängig und unterhaltsam inszenierten Plädoyer für Oper und Musiktheater, mit seinen erhellenden Einblicken in damit verbundene Abläufe und Bereiche dürfte der Film – mehr als so manche pädagogisch begleitete Operninszenierung und -betriebsführung – auch und gerade Schüler/innen ansprechen, die für Oper nicht per se interessiert sind. Mit Blick auf die filmische Machart bietet sich z. B. eine exemplarische Analyse der Überblendungen von Proben und Inszenierungsergebnissen an, woran sich Entwicklung im kreativen Prozess anschaulich zeigen lässt. Für die Arbeit in den Fächern der kulturellen Bildung, in denen musiktheatralische, theaterästhetische und -pädagogische Fragestellungen wichtige Themen sind, liefern prononcierte Statements der Beteiligten etwa zu Fragen der Annäherungsmöglichkeiten an die Kunstform durch zeitgenössisch-aktuelle Inszenierungen („Theater ist keine Bürgerinitiative“) zahlreiche Ansatzpunkte zur Vertiefung. Kritisch zu erörtern wäre, ob und ggfs. wodurch sich der Film von einem „Werbefilm“ unterscheiden lässt.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Reinhard Middel
,
31.05.2017
,
letzte Aktualisierung:
28.04.2020
Regie
Toni Schmid
Buch
Toni Schmid
Darsteller*innen
Mitwirkende: Jonas Kaufmann, Anja Harteros, Kirill Petrenko, Zubin Mehta, Ivor Bolton, Igor Zelensky, Nikolaus Bachler, Sir Peter Jonas u. a.
Länge
88 Min
Sprachfassung
deutsche Originalfassung
Format
digital, Farbe
FSK
ohne Altersbeschränkung
Verleih
NFP marketing & distribution