Gefangen im Netz, Filmwelt Verleihagentur

Gefangen im Netz

Tschechische Republik 2020

Tatort Internet. Ein Experiment. Drei erwachsene Schauspielerinnen, die sich im Internet als 12-Jährige ausgeben, erhalten in nur zehn Tagen 2458 Anfragen mit eindeutigen Absichten. Der investigativ konzipierte Dokumentarfilm beleuchtet das Thema „Kindesmissbrauch“ im Netz und enthüllt Fälle schockierenden Cybergroomings, dem Kinder und Jugendliche tagtäglich wehrlos ausgeliefert sind. Der Film ist in einer Langfassung (empfohlen ab 16 Jahre) und einer gekürzten und pädagogisch aufbereiteten Schulfassung (empfohlen ab 12 Jahre) verfügbar.

Originaltitel

Caught in the Net

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 7. Klasse

Altersempfehlung

ab 12 Jahre

Unterrichtsfächer

Gesellschaftswissenschaften, Ethik, Sexualerziehung, Digitale Welten, Informatik, Recht, Kunst, Psychologie, Sozialwissenschaften, Philosophie, Politikwissenschaft

Themen

Cybergrooming, Kindesmissbrauch, Gefahren im Internet, Schutzbedürftigkeit, Anonymität, Medienkompetenz, Cyber-Kriminalität, sexueller Missbrauch, sexuelle Gewalt, Internet, soziale Medien

Kinostart

24.06.2021

Inhalt


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23 jung aussehende, volljährige Schauspielerinnen werden zu einem Casting geladen; sie erfahren, dass eine Dokumentation zum Thema „Kindesmissbrauch im Internet“ gedreht werden soll. Drei von ihnen werden sich im Internet zehn Tage lang als zwölfjährige Mädchen ausgeben. In Anwesenheit des Filmteams, eines Juristen und einer Psychologin wird das Publikum Zeuge, wie die vermeintlichen Mädchen 2458 Anfragen mit eindeutigen Absichten erhalten. Hinter den verpixelten Gesichtern der Männer verbirgt sich ein Phänomen, das nicht allein auf Pädophilie zurückzuführen ist. Die experimentelle Reise durchs Netz beschäftigt sich mit der Gefahr des Cybergroomings und dem Internet als rechtlosem Raum, in dem Anständigkeit die Ausnahme bleibt. Der eingängige Dokumentarfilm zeigt, wie wichtig es ist, Kinder und Jugendliche auf Gefahren im Internet vorzubereiten. Die tschechische Polizei forderte das Filmmaterial an, um auf dessen Grundlage Strafverfahren aufgrund von Kindesmissbrauch einzuleiten.

Umsetzung


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Der Dokumentarfilm folgt einem investigativen Format. Zu Beginn wissen die Filmschaffenden noch nicht, was genau sie finden werden. Nach erfolgreicher Suche geeigneter Schauspieler*innen entstehen in Vorbereitung für die Dreharbeiten in einem Filmstudio drei akribisch eingerichtete Kinderzimmer, in denen die drei jungen Frauen zehn Tage lang von dem Filmteam begleitet werden. Auf sozialen Medien erstellen die Regisseurin und der Regisseur Fake-Profile der drei Mädchen, woraufhin zahlreiche Kontaktanfragen eingehen. Acht Verhaltensregeln dienen dem Schutz der Schauspielerinnen und stellen zugleich sicher, dass keine Provokation der Täter*innen erfolgt. Durch einen intensiven Dialog mit Psycholog*innen und Rechtsvertreter*innen können die Schauspielerinnen und auch das Publikum Distanz zu den erschreckenden Erlebnissen gewinnen.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Die allermeisten Kinder und Jugendlichen in Deutschland nutzen das Internet. Durch die Verwendung von bekannten Apps sind die kreierten Welten der drei Mädchen denen von Kindern und Jugendlichen sehr nah. So herrscht ein sehr hohes Identifikationspotenzial. Daher braucht ein junges Publikum Unterstützung, das Gesehene zu verarbeiten. Eine intensive Auseinandersetzung mit der Thematik vor und nach dem Kinobesuch wird dringend empfohlen – besonders, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich Betroffene in den Klassen befinden und der Film, wenn auch verpixelt, kurz sexuelle Inhalte zeigt. Die Jugendlichen können überlegen, was sie der besten Freundin/dem besten Freund nach einer Erfahrung von Missbrauch im Internet raten würden. Auch kann diskutiert werden, woran sich im Dokumentarfilm Unterschiede zwischen Wahrheit und Fiktion festmachen lassen. Der Einsatz von Schauspielerinnen ist eher unüblich für dokumentarische Formen. Welche Dinge sind „echt“? Und welche nicht? Warum/warum nicht?

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Carla Maria Losch, 06.07.2021, letzte Aktualisierung: 04.08.2021

Regie

Barbora Chalupová & Vit Klusák

Buch

Barbora Chalupová & Vit Klusák

Darsteller/innen

Tereza Těžká, Anežka Pithartová, Sabina Dlouhá u.a.

Länge

100 Min (Langfassung) / 63 Min (gekürzte Schulfassung)

Sprachfassung

deutsche Fassung, Originalfassung in Tschechisch

Format

digital, Farbe

FSK

ab 16 Jahre, gekürzte Schulfassung ab 12 Jahre

FBW

Prädikat „besonders wertvoll“

Verleih

Filmwelt Verleihagentur

Festivals

Bergen International Film Festival 2020; CPX:DOX 2020; Český lev 2021, Bester Dokumentarfilm, Film Fans‘ Award, Beste Hauptdarstellerin (Nominierung Tereza Těžká)

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