Inhalt
Der begnadete Trompeter Romeo betört die junge Juliana mit seinem Spiel. Doch die Liebe der beiden Jugendlichen steht von Anfang an unter einem schlechten Stern, denn sie stammen aus rivalisierenden Familien. Beim Bläserwettstreit in Gucha treten beide Familien an. Die Rivalität jedoch reicht weiter: In den Augen von Julianas Eltern sind Romeo und seine Familie "Zigeuner"; verboten also die Liebe zwischen der serbischen Juliana und dem Roma-Jungen. Die Rivalität tragen beide Familien über ihre musikalische Meisterschaft aus: Wenn Romeo Julianas Vater beim Bläserwettstreit in Gucha schlägt, dann winkt als Preis nicht nur die goldene Trompete, sondern auch die sprichwörtliche Hand der Tochter Juliana.
Umsetzung
"Gucha" ist keine direkte Adaption des Dramas "Romeo und Julia", denn von Shakespeare sind lediglich die Namen der beiden Hauptfiguren und der dramatische Grundkonflikt übernommen. Vielmehr stellt der Film eine hybride Genremixtur mit Elementen aus Balkankomödie und Bollywoodkino, Märchenerzählung und Musikfilm dar. Der dramatische Konflikt entspinnt sich an der Rivalität zwischen den Familien und der Höhepunkt ist erreicht, wenn Romeo und Julianas Vater auf dem Trompetenfestival in Gucha gegeneinander antreten. Die Außenaufnahmen in realer Kulisse mit tanzendem Festival-Publikum verleihen dem Film eine dokumentarische Note und intensivieren das Erlebnis des dramatischen Höhepunkts.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Verbotene Liebe, Rivalität zwischen Vätern und potenziellen Schwiegersöhnen und zwischen den Stiefbrüdern Romeo und Rocky das sind nur einige der Themen, die der Film gefühlsintensiv und jugendgerecht darstellt und bei der man in der Arbeit mit Jugendlichen ansetzen kann. Im Musikunterricht lassen sich der Gebrauch von On- und Off-Ton und die besondere Wirkung thematisieren, die von der Musik in "Gucha" ausgeht. Auch die Musikstile der Roma und Serben lassen sich untersuchen. Im Deutschunterricht sollte der hybride Stil des Films diskutiert werden: Der Regisseur bezeichnet seinen Film als ein "serbisches neorealistisches Bollywood". Zum Vergleich können Bilder aus originär neorealistischen Filmen, aus Bollywood- und "Balkan-Filmen", z.B. von Emir Kusturica, herangezogen werden.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Stefanie Schlüter
,
01.08.2007
,
letzte Aktualisierung:
05.10.2016
Regie
Dusan Milic
Buch
Dusan Milic
Darsteller*innen
Marko Markovic, Aleksandra Manasijevic, Mladen Nelevic, Nenad Okanovic, Slavoljub Pesic, Olga Odanovic, Mira Djurdjevic, Zumrita Jakupovic, Svetislav Pesic, Marko Jeremic, Jova Maksic.
Länge
94 Min
Sprachfassung
deutsche Synchronfassung, serbische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Format
35mm, Farbe
FSK
ohne Altersbeschränkung
Verleih
Kinowelt