Filmplakat zu "Habermann"

Habermann

Deutschland, Österreich, Tschechien 2009

Das auf wahren Begebenheiten basierende Drama "Habermann" ist ein ebenso vielschichtiges wie bewegendes Dokument der Sudetenvertreibung. Sowohl Regisseur Juray Herz, als auch Hauptdarsteller Mark Waschke wurden für ihre herausragenden Leistungen bereits mit dem Bayrischen Filmpreis ausgezeichnet. Neben einer Beschäftigung mit den historischen Hintergründen eignet sich "Habermann" für eine vertiefende Analyse physischer und psychischer Gewaltdarstellungen.

Originaltitel

Habermann

Genre

Drama

Klassenstufe

ab 7. Klasse

Altersempfehlung

ab 12 Jahre

Unterrichtsfächer

Geschichte, Politische Bildung, Sozialkunde, Religion, Ethik, Deutsch

Themen

(Deutsche) Geschichte, Zweiter Weltkrieg, Krieg/Kriegsfolgen, Nationalsozialismus, Moral, Gewalt, Heimat

Kinostart

25.11.2010

Inhalt


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"Habermann" spielt in einem kleinen Dorf im Sudetenland während des Zweiten Weltkriegs. Der Sägewerk- und Mühlenbesitzer August Habermann, ein Nachkomme deutscher Einwanderer, ist der größte Arbeitgeber in seinem Dorf. Die Tatsache, dass er vornehmlich Tschechen beschäftigt und zudem die Halbjüdin Jana heiratet, wird mit dem Einmarsch der Nazis für die Familie Habermann und viele Dorfbewohner zum Verhängnis. Insbesondere Sturmbannführer Koslowski instrumentalisiert den ebenso reichen wie beliebten Unternehmer für seine perfiden und grausamen Pläne. Fortan überschlagen sich die Ereignisse und die Dorfbewohner werden immer tiefer in einen Strudel aus Hass, Neid, Verrat und Gewalt gerissen.

Umsetzung


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Das von der bemerkenswerten Arbeit des Regisseurs Juray Herz und einer überzeugenden schauspielerischen Ensembleleistung getragene Drama fokussiert das Schicksal eines deutschen Unternehmers im Kontext der Sudetenvertreibung. Neben der zu Recht prämierten Titelrolle (Mark Waschke) brilliert unter anderem Ben Becker als SS-Mann Koslowski. Visuell und dramaturgisch überzeugt "Habermann" über die gesamte Spiellänge. Sowohl die stilsicher und wirkungsvoll umgesetzten Massenszenen als auch die mit größter Sorgfalt entwickelte Figurenkonstellation sind Teil einer funktionierenden Spannungsdramaturgie. Herz hat kein Interesse an einem simplen Gut-Böse-Schema. Zudem meidet er explizite körperliche Gewaltexzesse, sondern konzentriert sich auf den psychischen Terror und die daraus resultierenden Konsequenzen.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Für eine Einordnung des konkret historischen Dramas "Habermann" bietet sich vor dem Kinobesuch eine Beschäftigung mit der Geschichte des Sudetenlandes, respektive den Bedingtheiten der Sudetenvertreibung an. Schließlich wird der Zuschauer mit einer Dramaturgie konfrontiert, die sich - der Thematik entsprechend - durch vielschichtige Konflikte auszeichnet, vermischt mit Kollisionen verschiedener Interessen, Mentalitäten, Gefühle und Werte. Der Rezeption des Films sollte zudem eine sorgfältige Nachbereitung hinsichtlich der Visualisierung oder Aussparung von Gewalt folgen. Dies ermöglicht eine Sensibilisierung für die ästhetische Bandbreite physischer und psychischer Gewaltdarstellung und somit für ein gleichermaßen herausragendes wie diffiziles Diskussionsthema.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor: Carsten Siehl, 04.08.2010, letzte Aktualisierung: 24.04.2020

Regie

Juray Herz

Buch

Wolfgang Limmer, nach der Novelle "Habermanns Mühle" von Josef Urban

Darsteller/innen

Mark Waschke, Hannah Herzsprung, Franziska Weisz, Ben Becker, Karel Roden, Andrej Hryc, Zuzana Kronerová, Erika Guntherova

Länge

104 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung

Format

35mm

FSK

ab 12 Jahre

FBW

Prädikat „besonders wertvoll“

Verleih

farbfilm

Festivals

Bayerischer Filmpreis 2010: Juray Herz (Beste Regie) und Mark Waschke (Bester Darsteller), Festival de Cannes 2010, World Jewish Filmfestival 2010

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