Inhalt
In der anno 325 errichteten Grabeskirche in Jerusalem teilen sich sechs christliche Konfessionen das Hausrecht: griechisch-orthodoxe Christen, römisch-lateinische Franziskaner, syrische Christen, armenische Christen, äthiopische Abessinier und ägyptische Kopten. Der seit der osmanischen Zeit bestehende Verhaltenskodex ermöglicht eine Verständigung, bewirkt aber nicht immer ein Verständnis für die anderen Glaubensgemeinschaften. Vielmehr wachen die Geistlichen hartnäckig über die ihnen zugeteilten zeitlichen und räumlichen Anteile.
Umsetzung
Regisseur Hajo Schomerus ist eine aufschlussreiche Dokumentation der heiligsten christlichen Stätte gelungen. Insbesondere die Bildsprache ist beeindruckend: einerseits befindet sich die Kamera mitten im dichten Gedränge von Pilgern und Touristen, andererseits fotografiert sie in ruhigen Einstellungen die Innenräume der Kirche und die darin lebenden Geistlichen. Schomerus beobachtet traditionelle Rituale, wobei er stets eine angemessene Nähe, respektive Distanz wählt. Schomerus lässt die Bilder für sich sprechen, wählt lange Einstellungen und provoziert den Zuschauer zum Nachdenken. Auch der Verzicht auf einen Voice-over-Kommentar ist diesem Anliegen zuträglich. Die Montage von Interviews, Prozessionen, Zeremonien und Liturgien spiegelt das menschliche Mit- und Gegeneinander präzise wieder. Zudem wird auf der Tonspur ein Wechselspiel von geräuschstarken Gesängen und Gebeten sowie eindringlichen Momenten der Stille entfaltet.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
In Schomerus Film wird ein heiliger Ort zum emotionalen Brennpunkt religiöser Leidenschaft. Neben sozialen Fragen bezüglich des Mit-, respektive Gegeneinanders lassen sich religionsgeschichtliche Aspekte erörtern. Insbesondere die Konflikte zwischen unterschiedlichen Religionen und Konfessionen sowie die individuelle Auslegung heiliger Schriften einerseits und Reglementierungen andererseits kann interessante Anknüpfungspunkte bieten. Zudem bietet sich der Film als Grundlage für ein Gespräch mit Schülern über die ihnen bekannten Formen dokumentarischen Arbeitens an.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Carsten Siehl
,
26.02.2010
,
letzte Aktualisierung:
05.10.2016
Regie
Hajo Schomerus
Buch
Hajo Schomerus
Darsteller*innen
Mitwirkende: Vater Afrayem Elorashalimy (Äthiopischer Mönch), Bruder Jayaseelan (Indischer Franziskaner Mönch), Vater Samuel Aghoyan (Armenischer Mönch), Abuna Gebreselassie Tesfa (Ägyptischer Mönch), Patriarch Theophilos III. (Griechischer Mönch), Pater Robert Jauch (Franziskaner aus d. Rheinland), Wajeeh Y. Nusseibeh (Muslimischer Türwächter), Abdilkadr Joudeh (Muslimischer Schlüsselhalter)
Länge
89 Min
Sprachfassung
Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Format
35mm
FSK
ohne Altersbeschränkung
FBW
Prädikat „besonders wertvoll“
Verleih
X-Verleih