Inhalt
In der neuen Schule wird der zwölfjährige Christian schon am ersten Tag Zeuge, wie der schüchterne Elias von seinen Klassenkameraden gedemütigt wird. Als sich die Anfeindungen kurz darauf zu wiederholen scheinen, greift er ein. Mit einer Luftpumpe verprügelt er den Anführer der Gruppe brutal und bedroht ihn mit einem Messer. Der Vorfall schweißt die beiden Außenseiter zusammen. Elias' Vater Anton, der als Arzt in einem afrikanischen Flüchtlingslager arbeitet und nur selten in Dänemark ist, verabscheut diese Reaktion auf erlittene Gewalt und sieht darin vielmehr die Hilflosigkeit eines Menschen. Als auch er bei einem geringfügigen Streit angegriffen wird und sich nicht wehrt, beschließen Christian und Elias, sich stellvertretend für ihn zu rächen. Während sie ihren Plan vorbereiten, gerät Anton auch in Afrika in einen Gewissenskonflikt. Ein sadistischer lokaler Warlord ist verletzt und braucht seine Hilfe.
Umsetzung
Rache" lautet die wörtliche Übersetzung des dänischen Originaltitels Hævnen, der sich damit umso deutlicher auf den Gewaltaspekt als auf das Versprechen von Hoffnung konzentriert. Susanne Bier verstrickt ihre Protagonisten/innen in Gewissenskonflikte, die keine eindeutige Lösung zulassen und unbequeme Gefühle wecken. Vor allem Elias' Vater Anton muss diese austragen. Er wird sowohl in Afrika als auch in Dänemark mit Gewalt und dem Wunsch nach Vergeltung konfrontiert; nirgends jedoch greifen seine Argumente für Gewaltverzicht und Vergebung zunächst. Stimmig fängt die Kamera die Gefühlslage der Figuren in zahlreichen Nahaufnahmen ein oder sucht in beeindruckenden Landschaftsaufnahmen nach Entsprechungen. Dem strengen Dogma-Stil folgt Susanne Bier nicht mehr, die Nähe zu ihren Figuren aber hat sie beibehalten.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Insbesondere im Ethik- oder Religionsunterricht lassen sich zahlreiche Fragen des Films aufgreifen und vertiefen. Je jünger die Schüler/innen sind, desto eher rücken Christian und Elias als Identifikationsfiguren in den Mittelpunkt. Gerade Christians Gewaltbereitschaft ist dabei durchaus erschreckend. Begründet wird sie jedoch mit nachvollziehbaren Gefühlen. Seit dem Tod seiner Mutter und durch die ständige Abwesenheit seines Vaters fühlt er sich allein gelassen. Seine Wut entsteht aus Verlustangst. Für ältere Schüler/innen hingegen bietet der idealistische Anton gute Ausgangspunkte für eine Diskussion, weil er trotz gutem Willen die Grenzen seiner Überzeugung erkennt und selbst Fehler macht. Dass die Ursache von Gewalt nur im Falle des sadistischen Warlords plakativ wirkt, ist eine weitere Stärke des Dramas. Die Motive oder Verhaltensweisen aller anderen Figuren sind weitaus komplexer. Weil In einer besseren Welt" zudem in vielen Aspekten offen bleibt, regt er zusätzlich zur Auseinandersetzung an.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Stefan Stiletto
,
21.01.2011
,
letzte Aktualisierung:
05.10.2016
Regie
Susanne Bier
Buch
Anders Thomas Jensen
Darsteller*innen
Mikael Persbrandt, Trine Dyrholm, Ulrich Thomsen, William Jøhnk Juels Nielsen, Markus Rygaard u.a.
Länge
113 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung
Format
35mm, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
FBW
Prädikat „besonders wertvoll“
Verleih
Universum Film
Festivals
Internationale Filmfestspiele Rom 2010: Marc' Aurelio Grand Jury Award, Marc' Aurelio Publikumspreis; Sevilla Festival de Cine 2010: Beste Regie, bestes Drehbuch; Golden Globe 2011 für den besten ausländischen Film