Inhalt
Alle halten den schlimmen Fahrradsturz der Mutter für einen Unfall, nur der kleine Lillebror nicht. Er vermutet ein Verbrechen und macht sich auf Spurensuche. Unterstützung erfährt er einzig von seiner Freundin Vesla und seinem treuen Gefährten Knerten, einem sprechenden Zweig, der ihm wie schon im ersten Teil Mein Freund Knerten (2009) nicht von der Seite weicht. Als Lillebror auf eine heiße Spur stößt, nimmt ihn keiner Ernst. Selbst Knerten träumt lieber von dem charmanten Birkenzweiglein Karoline. Verzweifelt reißt Lillebror aus. Vielleicht glaubt ihm die Polizei, jetzt da er Beweise liefern kann? Aber er verläuft sich und der Fall nimmt eine überraschende Wende. Endlich kann Lillebror seine genesene Mutter wieder in die Arme schließen und Knerten mit Karoline zusammen kommen.
Umsetzung
Die zweite Knerten-Verfilmung knüpft direkt an den ersten Teil an: Wie in der Buchvorlage von Anne-Catharina Vestly lebt Lillebror nach wie vor in einer norwegischen 60er-Jahre-Idylle aus Holzhäusern, Wald, Wiesen und perfekten Damenfrisuren. Wenngleich Setting und Ausstattung ein nostalgisches Bild dieser Zeit entwerfen, gestaltet sich Lillebrors Kindheit nicht ebenso harmonisch. Einerseits mag dessen Einbildungskraft, die unter anderem (den im Film computeranimierten) Knerten zum Leben erweckt, Auslöser vieler Gags sein. Obendrein bringen Standardsituationen und Soundeffekte aus Western und Horrorfilmen Lillebrors Ängste amüsant auf den Punkt. Andererseits zeugen diese Auswüchse seiner Fantasie von Einsamkeit. Niemand steht dem um seine verunfallte Mutter besorgten Jungen wirklich bei - der Vater ist auf Dienstreise, der große Bruder der Betreuerrolle nicht gewachsen.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Mit hohem Unterhaltungswert greift Knerten traut sich zeitlose Konflikte auf, die viele junge Menschen heute betreffen. Berufs- oder krankheitsbedingt können Eltern ihren Kindern manchmal nicht zur Seite stehen. Zudem kämpfen Kinder häufig damit, von Erwachsenen unterschätzt zu werden. Angeregt von Lillebrors fantasievollem, proaktivem Umgang damit, können im Unterricht kreative Lösungen für typische Probleme besprochen werden, denen Schüler/innen im Familien- und Freundeskreis begegnen. Anschließend bietet es sich etwa im Fach Deutsch an, die Gesprächsergebnisse in eine Detektivgeschichte zu fassen; im Fach Kunst Fundstücke wie Lillebrors Knerten-Zweig oder Alltagsgegenstände zu Freunden umzugestalten. Ältere Kinder werden Milieu und Plot des Films sicherlich an Astrid-Lindgren-Geschichten erinnern und zu vergleichenden Analysen animieren.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Marguerite Seidel
,
28.02.2012
,
letzte Aktualisierung:
10.07.2020
Regie
Martin Lund
Buch
Birgitte Bratseth, nach der Kinderbuchreihe von Anne-Catharina Vestly
Darsteller*innen
Adrian Grønnevik Smith, Petrus Andreas Christensen, Pernille Sørensen, Jan Gunnar Røise
Länge
79 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung
Format
35mm, Farbe
FSK
ohne Altersbeschränkung
FBW
Prädikat „besonders wertvoll“
Verleih
polyband
Festivals
Internationale Filmfestspiele Berlin 2011: Wettbewerb Generation Kplus, Stockholm International Film Festival 2011, Chicago International Children's Film Festival 2011