Inhalt
Kalifornien 1973: Kinderschauspieler und Jungunternehmer Gary ist 15, als er die Mittzwanzigerin Alana kennenlernt. Sie wird er, das steht für ihn sofort fest, später einmal heiraten. Alana ist von den Avancen des selbstbewussten Teenagers eher amüsiert, aber irgendetwas fasziniert sie auch an dem jungen Mann, der gerne viel redet, seine (ab und an wechselnden) Ziele nie aus den Augen verliert und im Gegensatz zu ihr immer einen Plan hat. Die Freundschaft, die eigentlich eine Liebe sein soll, verläuft allerdings nicht nach Plan. Alana bricht Garys Herz, als sie mit einem Schauspiel-Kollegen von ihm anbändelt, der kaum älter ist als er; Gary macht Alana wütend, weil er sich für ein Mädchen aus seiner Klasse interessiert. Alana revanchiert sich, indem sie zuerst mit dem alternden Filmstar Jack Holden flirtet und sich dann zu sehr für den aufstrebenden Politiker Joel Wachs engagiert. So stoßen sich die beiden immer wieder ab und ziehen sich an, bis zum Happy-End, das einer Hollywood-Erzählung gebührt.
Umsetzung
Selten kann durch eine Inhaltsbeschreibung so wenig davon erzählt werden, was einen Film ausmacht. Der rote Faden ist die Freundschaft/Liebe von Gary und Alana und das Gefühlschaos, in dem beide stecken. LICORICE PIZZA erzählt von dieser Beziehung mittels eines Kaleidoskops kleiner Geschichten, fließt von Episode zu Episode, stellt skurrile bis liebenswerte Figuren vor und lässt sie wieder gehen. Neben dem gut ausgewählten Soundtrack sind es die meisterhaft fotografierten Plansequenzen, die einen ungeheuren Flow erzeugen und das Gefühl vermitteln, durch den Film zu schweben. Er ist leicht trotz gesellschaftlicher Missstände, die er streift, sonnendurchflutet trotz der ausgewaschenen Farben und eher ein Film über eine junge Frau im Aufbruch trotz der starken Präsenz von Gary. Alana, zunächst stets gelangweilt und fast träge, gerät mehr und mehr in Bewegung – auch wortwörtlich, wenn sie gemeinsam mit Gary oder alleine durch das San Fernando Valley rennt.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
LICORICE PIZZA erzählt vom Erwachsenwerden in einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs. Sinnbildlich dafür steht die Ölkrise, zu dessen Höhepunkt in den USA sich die Geschichte entfaltet. Aber auch Momente von Sexismus, Rassismus und Homophobie werden miterzählt und bieten Anlass über gesellschaftlichen Wandel und sich ändernde Normen und Werte zu sprechen – ebenso wie über deren Repräsentation in der Filmindustrie. Der Film eröffnet mit einer für den Film typischen Plansequenz, in der die beiden Hauptfiguren vorgestellt werden. Inwiefern werden Gary und Alana in diesen ersten Minuten nicht nur durch ihren Dialog sowie Kostüm- und Szenenbild, sondern durch die bewegte Kamera charakterisiert? Wie werden im Verlauf des Films gegenseitige Wertschätzung und Zuneigung inszeniert? Ebenso lohnen Analysen der Szenen, in denen Alana, Gary oder beide gemeinsam rennen. Sind es Wendepunkte der Geschichte, in denen gerannt wird? Welchen Unterschied würde es machen, wenn nur Losgehen und Ankommen gezeigt werden würden?
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Sabine Genz
,
02.01.2022
,
letzte Aktualisierung:
28.01.2022
Regie
Paul Thomas Anderson
Buch
Paul Thomas Anderson
Darsteller*innen
Alana Haim, Cooper Hoffman, Sean Penn, Tom Waits, Bradley Cooper, Benny Safdie, Maya Rudolph u. a.
Länge
134 Min
Sprachfassung
englische Originalfassung, deutsche Fassung
Format
digital, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
Verleih
Universal Pictures
Festivals
Tromsø International Film Festival 2022, nominiert für vier Golden Globes: bester Film, bestes Drehbuch, beste Hauptdarstellerin und bester Hauptdarsteller