Filmplakat Little Fugitive - Der kleine Ausreißer

Little Fugitive - Der kleine Ausreißer

USA 1953

Ein siebenjähriger Junge streunt allein durch New York und erlebt einen Sommertag im Vergnügungspark auf Coney Island – das ist die Geschichte von LITTLE FUGITIVE. Der Film der Fotograf*innen Ruth Orkin und Morris Engel sowie des Schriftstellers Ray Ashley zeigt die Stadt und ihre Bewohner*innen zu Beginn der 1950er-Jahre aus der Sicht eines Kindes und ist damit zugleich ein spannendes Zeitdokument.

Originaltitel

Little Fugitive

Genre

Drama

Klassenstufe

ab 3. Klasse

Altersempfehlung

ab 8 Jahre

Unterrichtsfächer

Englisch, Deutsch, Kunst

Themen

Kindheit/Kinder, Abenteuer, Geschwister(beziehung), Familie, Verantwortung, Gesellschaft, Film/Filmgeschichte/Filmsprache, Filmklassiker

Kinostart

21.12.2023

Inhalt


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Eine Stunde haben sie ihm gegeben – dann wollen Harry und Charley die Polizei rufen, die ihn „grillen“ werde. Schließlich hat Joey seinen Bruder Lennie mit einem „echten“ Gewehr erschossen. Glaubt der Siebenjährige zumindest, nicht ahnend, dass die drei älteren Jungen ihm einen fiesen Streich gespielt haben, um die „kleine Nervensäge“ loszuwerden. Joey bleibt nur noch die Flucht und so verschlägt es ihn in den Vergnügungspark auf Coney Island. Karussell fahren, Zuckerwatte, Hot Dogs und Pony-Reiten – schnell sind die sechs Dollar, die die Mutter vor ihrer Abreise zur kranken Oma dagelassen hat, weg. Da Joey seine Umwelt genau beobachtet, begreift er schnell, dass man für Pfandflaschen ein paar Cents erhält und damit finanziert er sich fortan seine Reitrunden bei Jay, der ihm eine Karriere als Cowboy prophezeit. Doch dann wird es Abend. Die Menschen verlassen Rummel und Strand, nur Joey bleibt zurück. Unterdessen plagen Lennie sein schlechtes Gewissen und die Sorge um den kleinen Bruder.

Umsetzung


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LITTLE FUGITIVE aus dem Jahr 1953 gilt als Wegbereiter des US-Independent-Kinos und als wichtiger Einfluss für die französische Nouvelle Vague. Gedreht wurde in Schwarz-Weiß mit einer 35mm-Handkamera, die Kameramann Morris Engel auf Hüfthöhe hielt, um – auch mithilfe von subjektiven Einstellungen – die Perspektive der kindlichen Hauptfigur einzunehmen. So werden etwa Erwachsene oft nur bis Schulterhöhe oder aus der Untersicht gezeigt. Sämtliche Dialoge, Hintergrundgeräusche und Musik wurden erst in der Postproduktion hinzugefügt, vor allem am Anfang verzichtet der Film fast ganz auf Atmo. Im Mittelpunkt steht stets Joey. Wenn die Kamera ihn auf seiner „Flucht“ und im Vergnügungspark begleitet, eröffnet sie einen kindlich-neugierigen, zugleich dokumentarischen Blick auf die US-Freizeitgesellschaft jener Zeit: Menschen, die auf dem Rummel flanieren oder an Buden stehen, die flirten, sich sonnen, in den Wellen toben oder am Strand ein Nickerchen halten.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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LITTLE FUGITIVE lebt von seiner einfachen Story und den authentischen New-York-Bildern. Der – nicht sehr dialoglastige – Film wird allerdings nur in der OmU-Fassung gezeigt, was in der Grundschule den Zugang erschweren kann. Dabei sind für Kinder im Alter von Joey Geschichte und Motive wie der Geschwisterkonflikt durchaus nachvollziehbar. Zugleich mag aus heutiger Sicht befremden, dass die verwitwete Mutter ihre minderjährigen Söhne für einen Tag allein lässt. Wo sehen die Schüler*innen Gemeinsamkeiten, wo Unterschiede und wie hat sich in den vergangenen 70 Jahren Kindheit verändert? Vertiefend können sie dazu auch Eltern und Großeltern befragen. Lohnend ist zudem die Beschäftigung mit den filmischen Stilmitteln. So können Kameraperspektiven und -einstellungen (z. B. Untersichten oder Detailaufnahmen) oder auch das Spiel mit Licht und Schatten analysiert und für eigene fotografische oder filmische Arbeiten (etwa zum Thema Jahrmarkt) verwendet werden. Ab der 9. Klasse lohnt sich ein bildlicher und motivischer Vergleich des Films mit dem Werk von Ruth Orkin und Morris Engel, die gemeinsam mit Ray Ashley Regie geführt und sich bereits als Fotografin bzw. Fotograf einen Namen gemacht hatten.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autor*in: Kirsten Taylor, 01.12.2023, letzte Aktualisierung: 02.01.2024

Regie

Ruth Orkin, Morris Engel, Ray Ashley

Buch

Ruth Orkin, Morris Engel, Ray Ashley

Darsteller*innen

Richie Andrusco, Richie Brewster, Winifred Cushing, Jay Williams u. a.

Länge

77 Min

Sprachfassung

englische Originalfassung mit Untertiteln

Format

35mm, schwarz-weiß, digitalisiert

FSK

ab 6 Jahre

Verleih

Rapid Eye Movies

Festivals

Internationale Filmfestspiele von Venedig 1953: Silberner Löwe; Nastro d’Argento 1954: bester ausländischer Film, National Film Preservation Board 1997: Aufnahme ins National Film Registry

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