Filmplakat Lore

Lore

Deutschland, Australien, UK 2012

Deutschland, Mai 1945. Die 15-jährige Lore, ideologiefeste Tochter eines ranghohen SS-Offiziers und ihre vier jüngeren Geschwister schlagen sich allein nach Norddeutschland zu ihrer Großmutter durch. Ihr Weg führt durch ein in Auflösung begriffenes Deutschland. Die bisher privilegierten Kinder werden zum ersten Mal mit den Grausamkeiten des Krieges konfrontiert und mit einer Wirklichkeit, die bisherige Gewissheiten in Frage stellt.

Originaltitel

Lore

Genre

Literaturverfilmung, Drama

Klassenstufe

ab 11. Klasse

Altersempfehlung

ab 16 Jahre

Unterrichtsfächer

Geschichte, Deutsch, Ethik, Philosophie, Sozialkunde

Themen

Antisemitismus, (Deutsche) Geschichte, Erwachsenwerden, Nationalsozialismus, Erziehung, Familie, Gewalt/sexualisierte Gewalt, Flucht, Krieg/Kriegsfolgen, Filmsprache, Recht und Gerechtigkeit, Frauen, Zweiter Weltkrieg

Kinostart

01.11.2012

Inhalt


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Süddeutschland, Mai 1945. Die 15-jährige Lore, Tochter eines ranghohen SS-Offiziers, hat die menschenverachtende Ideologie ihrer Zeit verinnerlicht. Völlig auf sich allein gestellt, müssen Lore und ihre vier jüngeren Geschwister sich zur Oma nach Norddeutschland durchschlagen. Ihre Reise führt sie durch das in Auflösung begriffene Deutschland und sie sehen und erleben zum ersten Mal die Grausamkeiten des Krieges. Der Kampf um das tägliche Brot ist hart, denn fast überall begegnet man den Kindern mit Feindseligkeit. Trotzig klammert sich Lore an ihre Überzeugungen, doch allmählich mischen sich Zweifel in ihr fest gefügtes Weltbild. Diese werden größer, als sich der rätselhafte Thomas der Gruppe anschließt. Seine Papiere weisen ihn als jüdischen KZ-Überlebenden aus. Als die Kinder ihr Ziel erreichen, ist nichts mehr wie es war.

Umsetzung


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LORE ist formal bemerkenswert und öffnet durch andere Herangehensweise an die Themen Nationalsozialismus und Nachkriegsdeutschland neue Perspektiven. Durch assoziative Fragmente, wie aus dem Fokus oder aus dem Rahmen geratene Ausschnitte und Detailaufnahmen sowie den Einsatz von Slow Motion schafft Regisseurin Cate Shortland eine beklemmende, verstörende Atmosphäre, die den Film trägt und den Zuschauer gefangen nimmt. Eine Welt, in der die alten Regeln und ewige Gewissheiten nicht mehr gelten, in der nichts eindeutig ist, wird so treffend und emotional charakterisiert. Lores Handeln scheint manchmal unerklärlich, aber was ist schon logisch in einer Zeit der Auflösung. Die Filmmusik unterstreicht diesen Eindruck, ohne aufdringlich zu sein.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Obwohl der Film offenkundig viele Gesprächsanlässe für den Geschichtsunterricht über die Zeit der NS-Herrschaft und das Nachkriegsdeutschland bietet, will er kein Basiswissen über die nationalsozialistische Ideologie und das Ende des 2. Weltkriegs vermitteln. Dieses setzt er eher schon voraus. LORE schildert die Zerreißprobe, zu der das Zusammenleben mit oder die Erinnerung an NS-Täter wird, wenn es sich dabei um die geliebten Eltern oder die liebevollen Großeltern handelt und stellt die Frage, wie sich einerseits Kinder der Täter und andererseits Opfer der Nazi-Diktatur mit ihrer eigenen Geschichte versöhnen können. Weitere Diskussionsinhalte im Ethik- oder Philosophieunterricht können die Frage nach Schuld, Vergebung und Vergeltung sein. Was bedeutet es, wenn Vernunft und Gefühl widersprüchliche Signale in Bezug auf die erste Liebe aussenden?

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Sabine Genz, 13.08.2012, letzte Aktualisierung: 07.05.2020

Regie

Cate Shortland

Buch

Robin Mukherjee nach dem Roman „Die dunkle Kammer“ von Rachel Seiffert

Darsteller/innen

Saskia Rosendahl, Nele Trebs, André Frid, Mika Seidel, Kai Malina, Ursina Lardi, Hans-Jochen Wagner

Länge

109 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung

Format

35mm, digital

FSK

ab 16 Jahre

FBW

Prädikat „besonders wertvoll“

Verleih

Piffl Medien

Festivals

Int. Filmfestival von Locarno 2012 (Publikumspreis)

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