Inhalt
Frankreich, Sommer 1891: Der junge Armand Roulin wird von seinem Vater beauftragt, einen Brief des ein Jahr zuvor durch Selbstmord verstorbenen Vincent van Gogh nach Paris zu bringen. Dieser ist an Vincents Bruder Theo adressiert. Doch Armand kann Theo nicht finden. Aus einem Gespräch mit Farbenhändler Pere Tanguy erfährt er, dass Theo, zutiefst bestürzt von Vincents Tod, selbst kurze Zeit später verstorben ist. Vincent, der unter mehreren gescheiterten Versuchen, in einem Beruf Fuß zu fassen und gesundheitlichen Beschwerden gelitten hatte, befand sich nach langer Zeit endlich auf dem Weg der Besserung. Was aber hatte ihn dann so plötzlich dazu veranlasst, sich das Leben zu nehmen? Diese Frage lässt Armand keine Ruhe, weshalb ihn seine Reise in das verschlafene Örtchen Auvers-sur-Oise führt, in dem Vincent die letzten Wochen seines Lebens verbracht hatte. Hier stößt Armand auf ein Netz aus Lügen und Ungereimtheiten und versucht auf eigene Faust, die Wahrheit über den Tod des Malers herauszufinden.
Umsetzung
Als Vorlage für den Film wurden van Goghs Bildmotive verwendet. Durch die Zusammensetzung einzelner Gemälde zu einem bewegten filmischen Ganzen mussten neben Größenanpassungen auch Tages- oder Jahreszeiten der Originale verändert werden. Zwar handelt es sich bei „Loving Vincent“ um einen Animationsfilm, jedoch wurden die einzelnen Szenen mit echten Schauspielern und Schauspielerinnen gedreht. Gemälde-Animatoren haben im Nachhinein das filmische Material in dem von van Goghs Bildern vorgegeben Stil in 65.000 einzelnen Ölgemälden „verbildlicht“. Der lebendige Charakter ergibt sich aus vielen kleinen Änderungen der einzelnen Pinselstriche, die das Bild bewegen und Farbänderungen ermöglichen. Die Erzählung gliedert sich in zwei Teile, die bildlich deutlich zu unterscheiden sind: Handlungen in der Gegenwart orientieren sich an van Goghs Gemälden. Episoden, in denen Armand durch Erzählungen von Vincents Vergangenheit und Lebenssituation erfährt, sind durch schwarz-weiße Rückblenden realisiert.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Im Kunstunterricht können der Impressionismus als Kunstepoche und van Goghs Biografie sowie seine spezielle Maltechnik thematisiert werden. Es bietet sich ein Vergleich von van Goghs Gemälden und dem filmischen Bildmaterial an: welche Änderungen wurden vorgenommen? Schülerinnen und Schüler können selbst einen Animationsfilm, im simpelsten Fall ein Daumenkino, erarbeiten, für das ein Gemälde oder ein eigenes Bild als Vorlage dienen: In den folgenden Bildern, die sie selbst herstellen, müssen immer wieder kleine Details verändert werden, damit Bewegung entstehen kann. Dabei können die Schülerinnen und Schüler die filmische Umsetzung genauer unter die Lupe nehmen: Wie kommt Bewegung in die statischen Motive? Wie kommen Farbänderungen zustande? Die Verknüpfung von van Goghs Biografie mit der Suche nach dem wahren Grund für dessen Tod ermöglicht ferner eine Analyse der genretypischen Merkmale von Detektiv- und Kriminalfilmen.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Caroline Fuchs
,
04.12.2017
,
letzte Aktualisierung:
29.11.2021
Regie
Dorota Kobiela, Hugh Welchman
Buch
Dorota Kobiela, Hugh Welchman, Jacek Dehnel
Darsteller*innen
Douglas Booth, Saoirse Ronan, Chris O’Dowd, Aidan Turner, Jerome Flynn, Robert Gulaczyk, Helen McCrory u.a.
Länge
94 Min
Sprachfassung
deutsche Fassung, englischsprachige Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
ab 6 Jahre
Verleih
Weltkino Filmverleih
Festivals
European Film Awards: nominiert für den besten „European Animated Feature Film 2017“