Inhalt
Ugyen lebt in Thimphu, der Hauptstadt Bhutans, und macht eine Ausbildung als Lehrer. Doch er meint inzwischen, dass dieser Beruf eigentlich nichts für ihn ist. Viel lieber möchte er in Australien eine Karriere als Sänger starten. Bevor er sich diesen Traum erfüllen kann, muss er jedoch noch sein letztes Ausbildungsjahr absolvieren. Dafür wird er zu einer weit abgelegenen Schule in das Dorf Lhedi im Lunana-Tal an den Hängen des Himalayas geschickt. Die tagelange Reise zu Fuß dorthin ist auch eine Reise in eine andere Welt: Das Dorf und die Schule müssen nahezu ohne technische Hilfsmittel auskommen und der Stadtmensch Ugyen will eigentlich sofort wieder weg. Doch die hilfsbereite Dorfgemeinschaft, die Sängerin Sandon und ein Dutzend wissbegieriger Kinder veranlassen ihn zu bleiben. Schnell zeigt sich: Beide Seiten können viel voneinander lernen.
Umsetzung
Lunana ist ein ruhig und behutsam inszenierter, leicht verständlicher Film. Er lebt unter anderem davon, Gegensätze in Lebensstilen und Lebensinhalten in Bildern und den Dialogen aufzuzeigen (Stadt – Land, Technisierung – Einfachheit), ohne jedoch zu urteilen. Vielmehr schaffen die Charaktere, die Handlung und die gezeigten Umgebungen die Basis, um sich in die jeweiligen Situationen hineinzuversetzen und sich selbst eine Meinung zu bilden. Der Respekt, den Ugyen als Lehrer von der Dorfgemeinschaft erfährt, spiegelt sich in der filmischen Darstellung der dörflichen Lebensform wider. Musik bzw. Singen als wiederkehrendes Thema und Filmelement, Humor (z. B. eine WC-Brille als Basketballkorb, das Yak im Klassenzimmer) und beeindruckende Landschaftsaufnahmen runden den Film ab.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Bhutan ist ein eher unbekanntes Land; es bietet sich an, sich mit der Landschaft, der Kultur und den Lebenswelten auseinanderzusetzen, auch über den Gegensatz von Stadt- und Dorfleben hinaus. Letzterer kann zugleich auch auf die Verhältnisse in Deutschland übertragen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede können diskutiert werden. Erstaunlich ist die Offenheit von Ugyen, dass er zwar den Beruf des Lehrers ergriffen hat, sich aber nicht für geeignet hält – wie realistisch ist seine Haltung und welche Meinung haben die Schüler*innen zum Beruf Lehrkraft? Welche Entwicklung macht Ugyen in seiner neuen Schule durch und welche Rolle spielen dabei seine Schüler*innen? Was bedeutet die Aussage, dass eine Lehrperson „die Zukunft der Kinder berühren kann“? Thematisiert werden sollte auch die Bildsprache des Films – z. B. welche Bedeutung haben die Landschaftsaufnahmen, was möchte der Regisseur mit ihnen über die reine Abbildung der Umgebung hinaus zeigen? – und das Filmende: Ist die Handlung in sich geschlossen oder hat der Film ein „offenes“ Ende? Welche Aufgabe hat das jeweilige filmische Stilmittel?
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Dr. Olaf Selg
,
03.01.2022
,
letzte Aktualisierung:
28.01.2022
Regie
Pawo Choyninh Dorji
Buch
Pawo Choyninh Dorji
Darsteller*innen
Sherab Dorji, Ugyen Norbu Lhendup, Pem Zam, Kelden Lhamo Gurung, Tshering Dorji u. a.
Länge
109 Min
Sprachfassung
Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
ohne Altersbeschränkung
Verleih
Kairos Filmverleih
Festivals
CinemAsia Filmfestival: Publikumspreis; Festival International de Film Saint-Jean-de Luz: Publikumspreis; Academy Awards 2021: Bhutans Oscar-Einreichung für den besten internationalen Film