Mitgefühl, Weltkino Filmverleih

Mitgefühl

Dänemark, Deutschland 2021

Der einfühlsame, dabei unsentimentale Film porträtiert den Alltag im dänischen Pflegeheim „Dagmarsminde“, in dem man sich liebe- und respektvoll um die demenzkranken Bewohner*innen kümmert. Das außergewöhnliche Konzept der „Umsorgung“ setzt auf Zugewandtheit und Lebensfreude statt auf Ruhigstellung und Intensivmedikation. Ein konstruktives Plädoyer für ein Pflegewesen, das Lebensqualität und Menschenwürde auch im letzten Lebensabschnitt gewährleistet.

Originaltitel

It is not over yet

Genre

Dokumentarfilm

Klassenstufe

ab 6. Klasse

Altersempfehlung

ab 12 Jahre

Unterrichtsfächer

Ethik/Lebenskunde, Religion, Sozialkunde, Psychologie, Philosophie, Deutsch, Berufsorientierung

Themen

Demenz, Pflege, Wert des Lebens, Menschenwürde, Alter, Krankheit, Tod, Empathie, Mitgefühl, Verantwortung

Kinostart

23.09.2021

Inhalt


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Das dänische Pflegeheim „Dagmarsminde“, idyllisch gelegen inmitten von Feldern, Wald und Wiesen, sticht durch sein einzigartiges Pflegekonzept hervor. Seine Gründerin und Leiterin May Bjerre Eiby nennt es „Umsorgung“: Statt Ruhigstellung und Medikamenten gibt es für die elf demenzkranken Bewohner*innen Kuchen und auch mal ein Gläschen Sekt, freundliche Berührungen und immer ein offenes Ohr. Die engagierten Pflegerinnen kümmern sich mitfühlend, respektvoll und mit unendlich viel Geduld um die alten Menschen, denen generelle Fähigkeiten und Gedächtnis zunehmend verloren gehen – was zuweilen zu Konflikten und emotionalen Ausbrüchen führt. Obwohl das Heim nicht mehr Mittel zur Verfügung hat als andere und seine Bewohner*innen nicht reich sind, bleiben in der vertrauensvollen, positiven Atmosphäre bei aller Pflegebedürftigkeit Lebensqualität und Würde erhalten. Und wenn wieder ein Mitglied der Gemeinschaft gestorben ist, dann wird ihm mit einem gemeinsamen Lied die letzte Ehre erwiesen.

Umsetzung


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Der Dokumentarfilm gibt Einblicke in den Alltag des außergewöhnlichen Pflegeheims und vermittelt einfühlsam, was es bedeutet, mit Demenz zu leben – für Patient*innen, Pflegepersonal und Angehörige. Auf einen Off-Kommentar und Interviews wird zugunsten begleitender Nähe und damit erzeugter Authentizität verzichtet. Die ruhige Kamera vermittelt in vielen Groß- und Detailaufnahmen Intimität und Nähe zu den Menschen, ohne deren Privatsphäre und Würde zu verletzen. Ganz auf das positive Beispiel des alternativen Pflegekonzepts von Dagmarsminde fokussiert, übt der Film keine direkte Kritik am Gesundheits- und Pflegewesen, sondern setzt auf konstruktive Impulse. Gleichzeitig entstehen Empathie und ein besseres Verständnis sowohl für Demenzkranke als auch für die komplexe und verantwortungsvolle Arbeit in der Altenpflege – wie diese sein sollte, aber selten ist.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Was ist Demenz? Was heißt es, zu altern, krank, pflegebedürftig zu sein? Der Film lädt zur Auseinandersetzung mit (der eigenen) Sterblichkeit ein, gibt Denkanstöße zu Begriffen wie Menschenwürde und Wert des Lebens. Inwieweit ist das Pflegekonzept über die konkrete (Film-) Geschichte hinaus besonders/übertragbar? Wie ist der Pflegeberuf im Film charakterisiert? Entspricht dies den eigenen Vorstellungen und/oder der beruflichen Definition? Der Film nutzt den Stil des „Direct Cinema“, verzichtet auf Kommentare und Interviews. Im Unterricht könnte man überlegen, was ein „Voice Over“-Kommentar zu den Bildern erzählen würde. Inwiefern würde dieses Stilmittel den Charakter des Films verändern? Wie lassen sich die Bilder beschreiben? Welchen „Effekt“, welche Funktion haben die langen Kameraeinstellungen und Nahaufnahmen, der moderate Schnittrhythmus, die sparsam eingesetzte Musik? Wofür stehen die Naturaufnahmen im Wandel der Jahreszeiten, die die Szenen mit Menschen im Heim ergänzen? (Sie stehen für den Kreislauf des Lebens, setzen den Zeitrahmen von einem Jahr.) Was vermitteln die privaten Aufnahmen, sogenanntes „Found Footage“, die eine im Sterben liegende Heimbewohnerin als junge Frau zeigen? (Auch alte Menschen waren einmal jung.)

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Ulrike Seyffarth, 31.08.2021, letzte Aktualisierung: 01.09.2021

Regie

Louise Detlefsen

Buch

Louise Detlefsen

Darsteller/innen

Mitwirkende: May Bjerre Eiby, Dorte Toft Bank-Mikkelsen u. a.

Länge

96 Min

Sprachfassung

dänische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ohne Altersbeschränkung

FBW

Prädikat "besonders wertvoll"

Verleih

Weltkino Filmverleih

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