Inhalt
Der Film von Brett Morgen (COBAIN – MONTAGE OF HECK, 2018) ist weder klassischer Dokumentarfilm noch Filmbiografie. Mithilfe von teilweise bisher nie gesehenem Archivmaterial ermöglicht dieser Filmessay einen bisher ungekannten Einblick in die Lebens- und Erfahrenswelt des Ausnahmekünstlers David Bowie und geht darüber hinaus auch den Ursprüngen seines umfangreichen kreativen Schaffens nach, das sich nicht nur auf Musik und Songwriting beschränkte, sondern auch bildende Kunst, Performance und Schauspiel umfasste. Brett Morgen bekam dafür vom David Bowie Estate exklusiven Zugang zum Gesamtwerk, inklusive Tagebüchern, Zeichnungen und kaum bekannten Filmaufnahmen, die er sichtete und vier Jahre lang zusammenstellte. Weitere 18 Monate dauerte die Erstellung der Tonkulisse und des Animationskonzepts.
Umsetzung
Morgen lässt in seiner akribischen Verneigung vor dem Künstler konsequent nur ihn selbst sprechen. Dabei geht er weniger chronologisch vor, sondern mäandert wie in einem „Stream of Conciousness“ in der Biografie vor und zurück, nach und nach verschiedenen Themenfeldern, wie Kindheit und Jugend, künstlerische Anfänge (Ziggy Stardust), Einflüsse, ganz prominent den Ursprung und Anspruch Bowies Kreativität aber auch persönlichen und Schaffenskrisen nachspürend. Spielerisch bedient er sich des umfangreichen Materials und arrangiert es mithilfe eines äußerst stimmigen Farbkonzepts zu einer visuell überbordenden Collage mit innovativer Bildsprache, die ausgewogen die Zeitumstände in Bowies langer Karriere nachempfinden und ansatzweise das Gefühl entstehen lässt, man könne in den Kopf des Genies blicken, der sich selbst dabei reflektiert. Verstärkt wird das durch die hervorragende Tonspur von Bowies langjährigem Produzenten Tony Visconti.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Bowie war nicht nur Trendsetter. In seinem Schaffen spiegelte sich immer der Zeitgeist wider, insbesondere am Anfang seiner Karriere als Ziggy Stardust, als infolge der Hippiebewegung Geschlechtergrenzen infrage gestellt werden konnten, bis heute ein wichtiger Referenzpunkt in der LGBTG+-Community. Bowies Karriere und sein sich immer wandelndes Image, bis heute Vorbild für Madonna, Lady Gaga und andere Künstler*innen, kann Gesprächsstoff sein, ebenso wie sein kreativer Anspruch und seine Vielseitigkeit. Auch die Inspirationen für das visuelle Konzept, wie Popart, die Collagetechniken der klassischen Moderne der 1920er-Jahre sowie die immer wieder auftauchenden Filmzitate aus NOSFERATU oder METROPOLIS als unverkennbare Inspirationsquellen des Künstlers könnten besprochen werden. Zudem lädt diese dokumentarische Form einer Biografie, die sich von klassischen Dokumentationen über Künstler*innen mit Zeitzeug*innen und zeitlichen Angaben grundsätzlich unterscheidet, dazu ein, sich über ästhetische Kriterien des dokumentarischen Arbeitens auszutauschen.
Veranstaltungen
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit
einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind
wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.
Autor*in: Ingrid Beerbaum
,
05.09.2022
,
letzte Aktualisierung:
08.09.2022
Regie
Brett Morgen
Buch
Brett Morgen
Darsteller*innen
Mitwirkende: David Bowie
Länge
129 Min
Sprachfassung
englische Originalfassung, auch mit deutschen Untertiteln
Format
digital, Farbe
FSK
ab 12 Jahre
FBW
Prädikat "besonders wertvoll"
Verleih
Universal Pictures
Festivals
Cannes Filmfestival 2022