Filmplakat 17 Mädchen

17 Mädchen

Frankreich 2011

Als die 16jährige Camille aus einer öden französischen Hafenstadt schwanger wird, entdecken sie und ihre Freundinnen daran bald große Vorteile: Nie wieder Langeweile, nie wieder allein sein und endlich selbst bestimmen können. Jetzt wollen die Anderen auch. Am Ende sind 17 Mädchen schwanger. Beruhend auf einer wahren Geschichte erzählt der Film in poetischen Bildern von ihren Träumen, ihrer Energie, aber auch von gewöhnlichen pubertätstypischen Konflikten.

Originaltitel

17 filles

Genre

Drama, Coming-of-Age

Klassenstufe

ab 9. Klasse

Altersempfehlung

ab 14 Jahre

Unterrichtsfächer

Sozialkunde, Ethik/Religion

Themen

Mädchen, Rebellion, Freundschaft, Familie, Coming of Age, Geschlechterrollen, Außenseiter

Kinostart

14.06.2012

Inhalt


mehr Info

Die 16-jährige Camille ist schwanger. Als sie es bemerkt, ist sie geschockt. Doch dann entdeckt sie plötzlich Vorteile: Sie stellt sich vor, nie mehr allein zu sein und dass ihre eigene Mutter ihr von nun an nichts mehr zu sagen hat. Jetzt ist sie erwachsen und frei so zu leben, wie sie es möchte. Ihren Freundinnen gefällt diese Idee ebenfalls. Und so schließen sie einen Pakt: Sie wollen alle gleichzeitig schwanger werden und ihre Kinder, egal ob mit oder ohne Väter, in einer Art Hippiekommune gemeinsam großziehen. Auf einer Party und im Lauf der nächsten Wochen wird ihr Plan in die Tat umgesetzt. Am Ende sind tatsächlich 17 Mädchen schwanger. Der eintönige Alltag in der französischen Hafenstadt wird kräftig aufgemischt: Während ihre Eltern und die Lehrer ihrer Schule Sturm laufen, genießen sie ihr Leben und freuen sich auf die neue Unabhängigkeit. Die Verbote können sie nicht mehr erreichen. Sie rauchen, trinken und feiern Partys. Doch dann passiert eines Tages ein Unglück, das sie auf den harten Boden der Realität zurückbringt.

Umsetzung


mehr Info

Der Spielfilm, der auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 2008 beruht, beobachtet die Mädchen und ihre Welt aus einer beinahe dokumentarischen Perspektive. Gleichzeitig spiegeln sich in einer außergewöhnlichen, poetischen Ästhetik der Bildsprache die starken Emotionen der Mädchen in all ihrer Widersprüchlichkeit. So findet der Film passende Bilder für ihr kindliches Bedürfnis nach Zuwendung, ihre Einsamkeit und innere Leere, etwa wenn er sie in ihren Kinderzimmern zeigt. Alleine, erstarrt und vollkommen in sich gekehrt liegen sie auf ihren Betten liegen. Wilde Autofahrten, ausgelassenes Tanzen, das Bad im stürmischen Meer oder das Spiel mit einem brennenden Ball erzählen von ihrer Aufbruchstimmung und ihrer Lust an Grenzerfahrungen. Insgesamt zeugt die Filmsprache, das heißt auch der Einsatz der Musik, von dem besonderen Lebensgefühl der Mädchen: Sie träumen, und dass mit einer ungeheuren Kraft und Energie.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


mehr Info

Die Perspektive der Mädchen steht im Mittelpunkt der Geschichte. Sie eröffnet den jungen Zuschauern und vor allem Zuschauerinnen eine starke Identifikationsmöglichkeit. Die Gefühle der Protagonistinnen mögen ihnen vertraut sein. Denn neben der Schwangerschaft als Ausnahmesituation, geht es um typische Pubertätskonflikte und –themen, das heißt um Kämpfe mit den Eltern, um Verliebtheit, ersten Sex, um Freundschaft, um ihre Funktion als Familienersatz, um die Hierarchien, die in Cliquen herrscht, um Mobbing und den verzweifelten Wunsch, dazuzugehören. Das Thema der frühen Schwangerschaft kann im Ethik- oder Religionsunterricht dazu dienen, in einem weiter gefassten Sinn aufzuklären und sich mit der Frage zu beschäftigen, was die seelischen und sozialen Folgen einer so frühen Schwangerschaft sind. Denn der Film orientiert sich nicht nur an den Träumen der Mädchen, sondern bildet auch die Realität und eine Bandbreite möglicher Entwicklungen ab. In Sozialkundeunterricht kann die besondere Dynamik ihrer kollektiven Entscheidung, im Gegensatz zu dem Einzelschicksal einer Teenagerschwangerschaft, Gegenstand des Unterrichts sein.

Veranstaltungen


mehr Info

Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Autorin: Lisa Gadatsch, 20.02.2012, letzte Aktualisierung: 05.10.2016

Regie

Muriel Coulin, Delphine Coulin

Buch

Muriel Coulin, Delphine Coulin

Darsteller/innen

u.a. Louise Grinberg, Esther Garrel, Noémie Lvovsky, Florence Thomassin, Carlo Brandt

Länge

107 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, Original mit dt. Untertitel

Format

35mm, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

Verleih

Arsenal Filmverleih

Festivals

64. Internationale Filmfestspiele von Cannes, 25. Internationales Filmfest Braunschweig

Impressum
Sitemap
Datenschutz