Filmplakat A War

A War

Dänemark 2015

Ein dänischer Kompanieführer trifft während einer Routinepatrouille im Afghanistankrieg eine fatale Entscheidung, die Zivilisten/innen das Leben kostet. In der Heimat muss er sich dafür vor Gericht verantworten, was Regisseur Tobias Lindholm zum Anlass nimmt, komplexe moralische Fragen aufzuwerfen. Seine innere Spannung bezieht der Antikriegsfilm vor allem aus der filmischen Umsetzung, die eine dokumentarische Wirkung entfaltet.

Originaltitel

Krigen

Genre

Drama, (Anti)-Kriegsfilm

Klassenstufe

ab 10. Klasse

Altersempfehlung

ab 15 Jahre

Unterrichtsfächer

Ethik, Politik, Sozialkunde, Recht, Geografie, Psychologie, Deutsch

Themen

Krieg/Kriegsfolgen, Recht und Gerechtigkeit, fremde Kulturen, Justiz, Militär, Schuld (und Sühne), Fundamentalismus, Familie, Verantwortung

Kinostart

14.04.2016

Inhalt


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Für den dänischen Kompanieführer Claus Pedersen und die ihm unterstellten Soldaten lauert der Tod hinter jeder Ecke. Die Soldaten patrouillieren durch das öde afghanische Hinterland, wo sie jederzeit in eine Sprengfalle oder einen Hinterhalt der Taliban geraten können. Als der Trupp im Verlauf einer Routinemission unter feindlichen Beschuss gerät, trifft der ansonsten bedachte Soldat im Stress eine folgenschwere Entscheidung: Ein von ihm angeforderter Luftangriff auf ein Gebäude soll einem verwundeten Kameraden das Leben retten, bringt unbeabsichtigt jedoch den Tod afghanischer Zivilisten mit sich. In der dänischen Heimat hadern Pedersens Ehefrau und die drei gemeinsamen Kinder derweil mit der Abwesenheit des Vaters. Zurück in Dänemark, muss sich Pedersen vor einem Kriegsgericht verantworten.

Umsetzung


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Das Antikriegsdrama wirft ethische und moralische Fragen auf, die sich vielfach um die Frage drehen, in welcher Weise der „War on Terror“ in Afghanistan (und Krieg allgemein) das Leben der Soldaten und den Alltag in der Heimat beeinflussen. Das Politische greift ins Private, wenn die Montage das Kriegsszenario mit dem zerrütteten Alltag der Familie Pedersen verschränkt. Die dokumentarisch wirkenden Handkamerabilder entfalten sowohl bei den Kriegs-, als auch bei den Familien- und Gerichtsszenen eine spannungsreiche Sogwirkung. Darstellerisch wirkt vieles improvisiert, was die Fragen rund um die gesellschaftliche und moralische Verantwortung des Einzelnen auch filmsprachlich in der Realität verankert. Auch wenn das Drehbuch tendenziell Partei für das Dilemma des Protagonisten ergreift, der erst im Krieg und dann in der Heimat ins Kreuzfeuer gerät, schließt allein schon die Ästhetik eine simple Glorifizierung des Soldatentums aus.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Die klassische Etablierung des Kriegssettings macht die Stresssituation nachvollziehbar, in der Pedersen seine Entscheidung trifft, bevor die Zwickmühle vor Gericht eine Art Realitätsabgleich mit sich bringt. Einerseits erscheint es als eine unlösbare Aufgabe der Gerichtsbarkeit, die in einer Extremsituation getroffene Entscheidung zu verurteilen. Andererseits wäre es ebenso unglücklich, den fatalen Luftschlag schlichtweg so stehen zu lassen. Ein offenes Unterrichtsgespräch sollte hier anknüpfen und das (unauflösbare?) moralische Dilemma umkreisen, das der Film selbst unbeantwortet lässt. Die filmische Umsetzung, die mit der Handkamera und der reduzierten Musikspur ein dokumentarisches Dabeisein suggeriert, kann ein Gespräch über das Zusammenspiel von Inhalt und Form anregen.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Downloads

FilmTipp_A_War.pdf

Autor: Christian Horn, 06.04.2016, letzte Aktualisierung: 11.10.2016

Regie

Tobias Lindholm

Buch

Tobias Lindholm

Darsteller/innen

Pilou Asbæk, Tuva Novotny, Dar Salim, Søren Malling, Charlotte Munck, Dulfi Al-Jabouri u.a.

Länge

115 Min

Sprachfassung

deutsche Fassung, dänische Originalfassung mit Untertiteln

Format

digital, Farbe

FSK

ab 12 Jahre

FBW

Prädikat „besonders wertvoll“

Verleih

StudioCanal

Festivals

nominiert für den Oscar als Bester fremdsprachiger Film

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