Filmplakat zu "Ajami"

Ajami

Israel, Deutschland, 2009

In Form eines Krimis erzählt dieser mit zahlreichen Preisen überhäufte israelische Film von den Lebensbedingungen der Menschen in der Stadt Jaffa. Unterschiedliche Kulturen und Religion prallen im Stadtteil Ajami besonders unvermittelt aufeinander. Sie führen nicht nur zu vollkommen verschiedenen Wahrnehmungen der Realität, sondern mitunter auch an den Rand der Katastrophe. So authentisch ist dieser Lebensalltag Außenstehenden bisher kaum vermittelt worden.

Originaltitel

Ajami

Genre

Drama, Kriminalfilm

Klassenstufe

11. bis 13. Klasse

Altersempfehlung

16 bis 18 Jahre

Unterrichtsfächer

Deutsch, Geschichte, Erdkunde, Sozialkunde, Religion/Ethik, Politik, Psychologie, Kunst

Themen

Israel, Nahostkonflikt, Judentum, Identität, Religion, Heimat, Drogen, Gewalt, Toleranz, Gesellschaft, Armut, Fremde Kulturen, Moral

Kinostart

11.03.2010

Inhalt


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Ajami ist ein Stadtteil der traditionsreichen arabischen Stadt Jaffa, die nach der Gründung Israels in den Nachbarort Haifa eingemeindet wurde. Lebten früher überwiegend Araber christlichen und moslemischen Glaubens in Jaffa, sind es inzwischen mehrheitlich Juden. In diesem kulturellen und religiösen Schmelztiegel auf kleinstem Raum spielen die Geschichten dieses Films, die sich auf teils fatale Weise miteinander verknüpfen. Um die Schuld seines Onkels an einer blutigen Auseinandersetzung mit einer einflussreichen Beduinenfamilie zu tilgen, muss der Araber Omar binnen kurzer Zeit viel Geld auftreiben. Seine Liebe zur Tochter eines ebenfalls arabischen Restaurantbesitzers bleibt unerfüllt, weil er Moslem und sie Christin ist. Der illegal nach Ajami eingewanderte Palästinenser Malek benötigt ebenfalls viel Geld, um eine teure Operation seiner schwerkranken Mutter zu bezahlen. Zusammen mit Omar versuchen sie es mit Drogenhandel und geraten an den jüdischen Polizisten Dando, der Araber für die Ermordung seines Bruders verantwortlich hält. Schnell laufen die Ereignisse außer Kontrolle und reißen weitere Menschen ins Verderben.

Umsetzung


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In über siebenjähriger Arbeit haben der israelische Regisseur Yaron Shani und der in AJami aufgewachsen Filmemacher Scandar Copti, der auch in einer Nebenrolle zu sehen ist, gemeinsam an diesem Film gearbeitet und ihre unterschiedlichen Standpunkte reflektiert. Ihr Ziel war es, ein möglichst differenziertes und authentisches Bild des Alltags in Ajami zu vermitteln, das trotz seines fiktionalen Charakters den unterschiedlichen Sichtweisen der Protagonisten und ihrer eigenen spezifischen Wirklichkeitswahrnehmung gerecht wird. Damit sich die Schauspieler möglichst stark mit ihren Rollen identifizieren konnten, wurden die Episoden chronologisch gedreht und viel Wert auf Improvisationen gelegt. Die fünf Kapitel des Films fügen sich erst am Ende zu einem Gesamtbild, das die Dimensionen eines Krimis sprengt und Züge einer griechischen Tragödie aufweist.

Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit


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Dem mit internationalen Preisen überschütteten Film gelingt es in herausragender Weise, etwas von den schwierigen Lebensbedingungen im Nahen Osten zu vermitteln und damit auch neue Facetten zum besseren Verständnis der dort lebenden Menschen und des Nahostkonflikts zu liefern (Geschichte, Erdkunde). Niemand in diesem Film ist wirklich böse, alle wollen sie eigentlich das Beste und trotzdem leben alle hart am Rand der Katastrophe. Indem der Film über eine hochkomplexe Erzählstruktur (Deutsch) die eigene Wirklichkeitswahrnehmung relativiert und gleichberechtigt mit der von anderen stellt (Sozialkunde, Psychologie), reflektiert er zugleich Möglichkeiten der Toleranz und Verständigung (Religion/Ethik). Darüber hinaus regt er im medienpädagogischen Bereich zur Auseinandersetzung über das Dokumentarische und Fiktionale an und über die Frage, wie dieser Film seinem Publikum gesellschaftlich sehr komplexe Realitäten vermittelt.

Veranstaltungen


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Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.

Downloads

Filmtipp Ajami.pdf

Autor: Holger Twele, 11.02.2010, letzte Aktualisierung: 31.10.2016

Regie

Scandar Copti, Yaron Shani

Buch

Scandar Copti, Yaron Shani

Darsteller/innen

Shahir Kabah, Ibrahim Frege, Fouad Habash, Youssef Sahwani, Ranin Karim, Eran Naim, Scandar Copti, Elias Sabah, Hilal Kabob u. a.

Länge

120 Min

Sprachfassung

deutsche Synchronfassung / arabisch-hebräische Originalfassung mit deutschen Untertiteln

Format

35mm

FSK

ab 16 Jahre

FBW

Prädikat „besonders wertvoll“

Verleih

Neue Visionen

Festivals

Israelische Filmpreise (Ophir Awards 2009) für Beste Regie, Bester Film, Bester Schnitt, Bestes Drehbuch, Beste Musik, Beste Künstlerische Leistung, Beste Kamera, Bestes Kostümdesign, Bester Ton; Jerusalem Film Festival 2009: Wolgin Award für den besten Spielfilm); London Film Festival 2009: Sutherland First Feature Award für den Besten Debütfilm; Europäischer Filmpreis 2009: nominiert als European Discovery of the Year; Academy Awards (Oscar®) 2010: Nominierung (für Israel) und Auswahl als bester ausländischer Film u.v.a.

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